Clariant hat an seinem Capital Markets & Media Day (CMMD) 2014 im neuen Clariant Innovation Center (CIC) in Frankfurt-Höchst die Förderung von Innovation und Nachhaltigkeit ins Rampenlicht gestellt. CEO Hariolf Kottmann und Mitglieder des Senior Managements hoben die Bedeutung von Innovationen, ausgerichtet auf Markt- und Kundenanforderungen sowie attraktive Wachstumsmärkte, als Kernelement der Wachstumsstrategie hervor. Der zweistellig wachsenden Nachfrage nach dem metallocenen Polyolefine Licocene Performance Polymers kommt das Unternehmen mit einer Kapazitätssteigerung in Frankfurt-Höchst entgegen, die zum 1. Quartal 2016 verfügbar sein wird.

Die neue Produktionsstätte für Ziegler-Natta- (ZN) Polypropylenkatalysatoren in Louisville, Kentucky (USA), wird ebenfalls wie geplant im Jahr 2015 in Betrieb gehen.

Die Anlage am größten Produktionsstandort in den USA vereint innovative Katalysatoren mit hoher Produktionskapazität für die schnell wachsende Polypropylenindustrie.

In seinem Statement sagte CEO Kottmann: „Während unser Fokus auf profitables Wachstum sich auszuzahlen beginnt, ist der Weg, um die Ziele zu erreichen, noch nicht beendet. Innovationen, vorangetrieben durch globale Trends und Herausforderungen, sind entscheidend, um unser Unternehmen weiter zu bringen.“ CFO Patrick Jany umriss die künftige Finanzstrategie und die wichtigsten Entscheidungskriterien für Innovation und Investition. Die GuV-Bilanz von Clariant weist für 2013 F&E-Ausgaben in Höhe von 199 Mio. CHF aus. Anschließend hob er hervor, dass man bei den Projekten selektieren werde, um die zweckmäßige Zuweisung der Mittel sicherzustellen. Dahinter steht eine differenzierte Herangehensweise hin zu attraktiven Märkten und Wachstumsregionen. So fließen im Jahr 2014 62 % der Investitionen in Schwellenmärkte und nach Nordamerika, verglichen mit 36 % in 2013.

Christian Kohlpaintner, Mitglied des Executive Committee, sowie Chief Technology Officer Martin Vollmer berichteten detailliert über einige der Investitionen vor Ort, starke geschäftsübergreifende Synergien, einen dedizierten „Ideas-to-Market“-Prozess und den Ansatz für kreativen Meinungsaustausch, die in der Summe zur Priorisierung der Investitionsbereiche beitragen und die Schaffung von Mehrwert-Innovationen für Kunden und Märkte unterstützen. Mit dem Ziel eine branchenbeste F&E-Organisationen aufzubauen und diese zentral durch die Clariant International in der Schweiz zu steuern, verstärkt das Unternehmen auch seine Präsenz in Schwellenländern.

Eine neue Unternehmenszentrale in Indien, die im Juni 2014 eingeweiht wurde, wird im Endausbau cirka 400 Mitarbeitender aus den Geschäftseinheiten Pigments, Additives, Industrial & Consumer Specialties und Masterbatches beschäftigen. Schlußendlich wird ein Forschungszentrum für die Geschäftseinheit Catalysts in Shanghai, China, bis 2015 gebaut. Mit dem Ziel maßgeschneiderter Katalyselösungen für die Anforderungen im chinesischen Markt zu entwickeln, wird sich die Forschung dort primär auf kohlebasierte Anwendungen konzentrieren.

Masterbatches für Verpackungs- und Bauwesen

Das neue CESA-absorb für aktive Sauerstoffbarrieren in PET-Verpackungen sowie die Hydrocerol Nukleiermittel für eine neue Generation von isolierenden Baustoffen verdeutlicht die Absicht, nachhaltige Produkte zu entwickeln. CESA-absorb ist ein Masterbatch mit einer integrierten aktiven Sauerstoffbarriere, die empfindliche, verpackte Lebensmittel optimal vor sauerstoffinduziertem Verderb schützt. Es bietet eine dauerhafte Sauerstoffbarriere-Leistung für PET-Verpackungen wie Flaschen und Folien, ohne die Transparenz und Recyclierbarkeit des Kunststoffs zu beeinträchtigen. Die den Sauerstoff abfangenden Bestandteile basieren auf proprietärer und patentierter Chemie und bestehen aus einem Katalysator und einem oxidierbaren Substrat, die in der Polymermatrix der Verpackungshülle gleichmäßig dispergiert sind.

Die Hydrocerol Nukleiermittel schließen zudem eine Lücke im Bauwesen für wirksame, energiesparende Isoliermaterialien bei gleichzeitig dünneren, platzsparenden Platten. Bestehende Gebäude sind für fast 40 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, während zugleich wertvoller Bauraum durch dicke Isolierplatten verschenkt wird. Hydrocerol basierte Masterbatches ermöglichen das Schäumen von leichtem Polystyrol mit signifikant kleinerer Zellgröße als bei den derzeit bekannten Schäumen.

Die Formulierung gestattet unter Direktbegasung ein Reduzieren der Zellgröße von 200 auf 50 µm. Darüber hinaus bietet die optimierte Schaumstruktur guet Isoliereigenschaften. Hersteller können daraus feste und leichte Isolierplatten mit verbesserter Isolierfähigkeit fertigen, die zu Einsparungen beim Materialeinsatz und den Produktionskosten beitragen, während sie gleichzeitig erhöhte Anforderungen an die Energieeffizienz erfüllen.

Christian Kohlpaintner fasste abschließend zusammen: „Innovation ist der Katalysator für Wachstum, gestützt auf ein Verständnis der Umsetzung von Kundenanforderungen in Lösungen. Wir sind in der Lage, entsprechende F&E-Ressourcen zu priorisieren und die Markteinführung nachhaltiger Innovationen zu beschleunigen.“

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Über den Autor

Harald Wollstadt ist Chefredakteur Plastverarbeiter. harald.wollstadt@huethig.de