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Das Messeangebot der Automatica 2014 sorgte für volle Hallen und eine gute Stimmung bei den Ausstellern, denn man konnte über zehn Prozent mehr Besucher begrüßen. Aber auch der Messeveranstalter, die Messe München, erfreute sich an mehr Ausstellern (7 Prozent). Messe-Geschäftsführer Dr. Reinhard Pfeiffer: „Die Zuwachsraten und die Zufriedenheit bei Ausstellern und Besuchern belegen, dass unser Messekonzept greift.“ Der Geschäftsführer des Messepartners VDMA Robotik + Automation Patrick Schwarzkopf ergänzt: „Die Automatica leistet als Innovationsplattform einen entscheidenden Beitrag zum Produktionswandel.“

Das Motto der Messe – Optimize Your Production – hat zur Zeit auch Hochkonjunktur, denn es geht um Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit der Produkte. Und hierbei sind Integrated Assembly Solutions, Robotik und Industrielle Bildverarbeitung ein wesentlicher Schlüssel. Ein Zeichen dafür ist auch das weltweit größte zivile Robotik-Förderprogramm SPARC, welches auf der Messe vorgestellt wurde. Mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Mrd. EUR soll damit Europas führende Position in der Robotik ausgebaut und mehr als 240.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Die nächste Automatica ist bereits terminiert und wird vom 21. bis 24. Juni 2016 in München stattfinden.

Anforderungen zur Composite Produktion

Die Automatisierung bei der Fertigung von Leichtbau-Komponenten – vor allem im Bereich der Faserverbundstoffe (Composites) – war auf der Automatica 2014 ein zentrales Thema. Die Sonderschau „Automatisierte Composite Produktion“ und „Die Konferenz für industrielle Composite-Produktion“, beleuchteten den neuesten Stand der Technik zur Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit und Reduktion der Fertigungskosten. Automobiler Leichtbau ist bei allen Modellen angesagt und geht einher mit Werkstoffkombinationen, neuen Materialien, Bearbeitungs- und Fügeverfahren. Jetzt sind Systemintegratoren, Roboter- und Komponentenhersteller gleichermaßen gefordert, die Umsetzung der fertigungstechnischen Anforderungen der OEM und TIER 1 zu stemmen.

Bereits auf der Automatica 2012 war auszumachen, dass nicht nur Branchengrößen wie ABB, Fanuc, Kuka und Yaskawa mit wegweisenden Entwicklungen aufwarten. So zeigte Stäubli einen neuentwickelten Fräsroboter, der speziell für die Bearbeitung von Faserverbund-Werkstoffen konzipiert ist. „Die CFK-Bearbeitung hat ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten. Schnelle, präzise Roboter mit großem Arbeitsbereich sind hier gefragt“, so Manfred Hübschmann, Geschäftsführer Stäubli Robotics, Bayreuth. Noch nie hatte Stäubli so viele Neuheiten gleichzeitig zu präsentieren wie in diesem Jahr in München. Obgleich die Sechsachser der TX-Generation zu den schnellsten und präzisesten Robotern zählt, präsentiert man eine Nachfolgegeneration. Die neue Baureihe ist leichter, dadurch schneller und dadurch energieeffizienter. Dazu kommt noch eine passende neu entwickelte Steuerung, die trotz hoher Komplexität und einer Vielzahl von integrierten Funktionen einfach zu programmieren ist und mit Safetyfunktionen neue Möglichkeiten erschließt.

Auch Comau, Böblingen, stellte mit dem Racer 7-1.4 einen schnellen Sechsachs-Roboter mit einer Traglast von 7 kg und einer maximalen horizontalen Reichweite von 1.400 mm vor. Der Roboter ist auch in Schutzart IP65 verfügbar, was ihn für Einsätze unter harten Produktionsbedingungen qualifiziert und ist zudem mit dem neuen Programmierhandgerät TP5 ausgestattet. Darüber hinaus verfügt er über eine vorbildliche Ergonomie, einen Touchscreen, einen schnellen Prozessor, niedrigen Energieverbrauch und weitere Features.

Einen Roboter für sterile Umgebungen wie der Reinraum-Produktion, präsentierte Denso Robotics, Mörfelden-Walldorf, und nimmt damit Applikationen in den Bereichen Life Science und Food ins Visier. Der neue Roboter verfügt über eine spezielle Oberflächenausführung, die H2O2- und UV-resistent ist, eine vollständige interne Kabelführung sowie ein Design mit runden Ecken hat, an denen sich keine Rückstände festsetzen können.

So erfüllt er insbesondere die strengen Vorgaben der Pharma- und Lebensmittelindustrie. Aber auch die einfache Einbindung und Programmierung der Geräte stand im Mittelpunkt des Messeautritts. Anhand von Demos zeigt das Unternehmen, wie sich Peripherie-Geräte wie Kameras, Greifer, Sensoren, Bandförderer und Zuführsysteme parallel steuern und koordinieren lassen. Mit dem Leichtbau-Roboter LBR iiwa (intelligent industrial work assistant) visiert Kuka, Augsburg, neue Anwendungsfelder in der Service- und Medizinrobotik an. Er ist sensitiv, nachgiebig, präzise, flexibel und mit einer Mechanik und Antriebstechnik für den industriellen Einsatz ausgestattet. Mit ihm können feinfühlige und komplexe Montageaufgaben automatisiert werden.

Zudem ist der Leichtbau-Roboter für die Zusammenarbeit mit dem Menschen prädestiniert. Er ist mit sieben Achsen dem menschlichen Arm nachempfunden und kann in Positions- und Nachgiebigkeits-Regelung betrieben werden. Die performante Kollisionserkennung und eine integrierte Gelenkmomenten-Sensorik in allen Achsen ist ideal für feinfühlige Fügeprozesse. Der LBR iiwa gibt es mit einer Traglast von 7 und 14 kg.

Walther-Präzision, Haan, hat die Ausstattung seiner Toolmaster-Werkzeugwechsel-Systeme auf Flexibilitäts- und Sicherheitsbedürfnisse ausgerichtet und sich mit der Entwicklung der Werkzeugwechsler-Steuerung WASI 2 am höchstmöglichen Sicherheitsniveau orientiert. Die Sicherheitseigenschaften ergänzen sich ideal zu Werkzeugwechsel-Zeiten von 2,5 Sekunden. Pro Roboter können dabei unterschiedlichste Anbauelemente zur Übertragung flüssiger oder gasförmiger Medien integriert werden. Mit bis zu 14 Werkzeugen wird so aus einem Roboter eine Universalmaschine für unterschiedlichste Aufgabenbereiche

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Über den Autor

Harald Wollstadt ist Chefredakteur Plastverarbeiter. harald.wollstadt@huethig.de