Die Tabelle gibt eingangs marktbezogene Angaben der vertretenen Firmen wieder. So ist zu erkennen, ob selbst produziert oder mit Produkten anderer Hersteller gehandelt wird. Diese Hersteller werden überwiegend benannt. Farbmittel und Additive verändern die Eigenschaften der Materialien, denen sie zugegeben werden. Da eine Veränderung der Qualität dieser Materialien die Folge ist, in der Regel im positiven Sinne, sind hohe Qualitätsstandards der Lieferanten unerlässlich. Zertifizierungen, die dies belegen, erfolgen bei allen Firmen.

In den meisten Fällen ist angegeben, nach welchen Standards diese erfolgen. Das Lieferangebot zeigt, dass die meisten Firmen sowohl Farb- als auch Additiv-Batches und dann auch Kombinations-Batches anbieten.

Die Farb- und Additiv-Batches sind in der Regel für alle gängigen Verfahren der Kunststoffverarbeitung geeignet, wie der Auflistung zu entnehmen ist. Neben den Hauptverfahren sind weitere Verfahren unter sonstiges benannt. Alle Firmen bieten sowohl für dickwandige als auch für dünnwandige Produkte geeignete Farbmittel an. Spezielle Eignungen der Produkte sind umfangreich unter spezifischen Anwendungen und sonstigen Besonderheiten angegeben.
Trägermaterialien erleichtern das Zugeben der Farbmittel und Additive. Ihr Verbleib im zu fertigenden Produkt ist zwangsweise und sollte möglichst wenig Einfluss auf dessen Eigenschaften haben. Daher gibt es neben Universal-Batches das Angebot polymerspezifischer Trägersysteme, das bei vielen Firmen ausführlich dargestellt ist.

Die Angebotsbreite gibt einen Überblick über bei den Firmen erhältliche Farbmittel und Additive sowie deren Lieferformen. Bei den Farbmitteln sind nur in wenigen Fällen Beschränkungen auf einzelne zu erkennen. Es sind zahlreiche Spezialitäten aufgeführt. Zahlreicher ist die Anzahl spezifisch wirkender Additive, von denen nur einige hervorgehoben und weitere unter sonstige Batches aufgeführt sind.

Zum Service der Firmen gehört eine in der Regel kostenfreie Beratung, hinsichtlich geeigneter Batches, günstiger Verarbeitungsbedingungen und Problembehebungen. Die Nutzung eines gegebenenfalls vorhandenen Technikums unterliegt schon stärkeren Einschränkungen. Die Möglichkeiten der vorhandenen Technika werden durch deren Ausstattung bestimmt, die umfangreich wiedergegeben wird. Alle Firmen bieten im Rahmen ihres Service eine kundenbezogene Entwicklung an, die ebenfalls überwiegend kostenfrei ist. Die dabei ermittelten Rezepturen werden aber meist nicht an die Kunden weitergegeben.

Entwicklungstrends

Im vergangenen Jahr berichtete Granula, dass „asiatische Pigmenthersteller nach Europa drängen und sich mit Herstellern vor Ort vermischen.“ Befürchtet wurde, dass es „mittelfristig zu einer Nivellierung der geforderten Eigenschaften an Farbmittel und Preise kommen“ wird. Offensichtlich hat sich diese Befürchtung hinsichtlich der Qualität der Pigmente und Farbstoffe rasch bewahrheitet, denn Granula schreibt in diesem Jahr, dass „interessanterweise einige Pigmenthersteller darauf zurück kommen, die Produktion von Pigmenten, die im Fernen Osten hergestellt wurden, wieder zurück nach Europa zu nehmen. Man hört, dass die Qualität zum Teil doch nicht genügend war.“

Als Verarbeiter von Pigmenten begrüßt Granula diese Entwicklung. Clariant Masterbatch erwartet nun bei Pigmenten und Farbstoffen „bei einer sich fortsetzenden Erholung der europäischen Wirtschaft eine verstärkte Nachfrage nach Pigmenten, die zu einer seitens der Vorprodukte getriebenen Verknappung des Angebots führen wird.“ Macomass diskutiert Energie reflektierende Pigmente als Trend, deren „Einsatz die UV-Beständigkeit der gesamten Rezeptur bei Außeneinsatz erhöht.“

Zu den Additiv-Batches teilt Clariant Masterbatch mit, dass „die Nachfrage nach Funktionskonzentraten und Treibmitteln steigt. Hierbei treten zunehmend Aspekte des schonenden Umgangs mit natürlichen Ressourcen in den Vordergrund.“ Additiv-Batches mit guter Wärmeleitfähigkeit sind nach Macomass „interessant bei Applikationen nahe an Wärmequellen, wie zum Beispiel Motoren und Elektronikbauteilen.“ Argus verweist auf „halogenfreie Flammhemmer für höchste Flammschutz-Anforderungen“, wie sie „zum Beispiel in DIN 4102 B1, NF-P 92-503 M1 und anderen Vorschriften definiert sind, „mit sehr guter Transparenz bei gleichzeitig mehrjähriger UV- und Alterungsbeständigkeit für Polyolefin-Folien und -Fasern. Getrieben wird diese Entwicklung unter anderem durch nationale Regularien, wie zum Beispiel in Belgien und den Niederlanden zur sicheren Ausrüstung von Gewächshäusern und deren generell gestiegenen Anforderungen an flammhemmend ausgerüsteten Werkstoffen.“ Ultrapolymers berichtet von einem HDPE Nu-Batch, das sowohl ein mineralisches Additiv zur Reduzierung des Kunststoff-Anteils als auch ein hoch effizientes Nukleierungsmittel enthält.

Die Kombination kann bei LLDPE die Folien-Eigenschaften und die Ausstoßrate verbessern. Beim Hohlkörperblasen von HDPE können eine Verringerung der Zykluszeit und eine bessere Kontrolle der Schrumpfungs-Charakteristik erzielt werden. Ebenso lassen sich die Zykluszeit beim Spritzgießen mit diesem Batch reduzieren und eine bessere Dimensionsstabilität erreichen.
Bei den Trägermaterialien hält der Trend hin zu kundenspezifischen Trägern an, berichtet Granula und ergänzt, dass „der Nutzen die Erhaltung von optimalen mechanischen und physikalischen Eigenschaften des Grundmaterials ist.“ Ein „weiteres Vordringen von leicht dispergierbaren Trägermaterialien“ hat Macomass festgestellt.

Zur Farb- und Effekt-Wirkung weist Clariant Masterbatch darauf hin, dass „Metall-Ersatz durch metallisch aussehende Kunststoffe im Trend liegt.“
„Speziell leicht fließende Masterbatches für eine problemlose Verarbeitung hochkonzentrierter Farbkonzentrate werden vom Markt gut angenommen“, schreibt Granula. Diese Masterbatches haben den Vorteil gegenüber flüssigen Konzentraten, dass sie eine deutlich höhere Lagerfähigkeit bei nahezu gleichen Konzentrationen aufweisen, berichtet diese Firma weiter. Für den Leichtbau, der seit der letzten K-Messe ein zentrales Thema ist, wie Macomass feststellt, erfolgt nach dieser Firma für Compounds eine Rezeptur-Optimierung zur Gewichtsreduzierung mit Glaskugeln.

Treffert berichtet zu wirtschaftlichen Gesichtspunkten und sonstigen Entwicklungstrends, dass „der Einsatz von Farbkonzentraten mit UL 94 (Underwriters Laboratories)-Brandzulassung verstärkt nachgefragt wird. Durch die Einschränkungen im Farb-Angebot von UL 94-gelisteten Kunststoffen der Kunststoffhersteller werden kundenspezifische Farbton-Ausarbeitungen mit Yellow-Card interessant.“ Darüber hinaus „machen auch Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Farbkonzentraten ohne Verlust der Brandklassifizierung diesen Trend aus.“

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Werner Hoffmanns