Kunststoffwarenproduktion

Wertmäßig wuchs die Produktion 2013 um 2,3 Prozent, und nicht um 3,1 Prozent, wie zuletzt der GKV auf seiner Jahrespressekonferenz noch schätzte. Der gesamte Produktionswert belief sich auf 52,4 Milliarden Euro. Berücksichtigt man die Preisentwicklung, dann stieg die reale Produktion um 1,4 Prozent. Die Zahlen sind also zufriedenstellend, besonders wenn man den schlechten Start berücksicht, aber keineswegs berauschend. Das Gewicht der Technischen Teile und Fertigwaren hat weiter leicht zugenommen, die Halbzeuge haben nochmals geringfügig an Bedeutung verloren.

Bescheidenes reales Wachstum

Nominal erreichte die Produktion 2013 einen neuen Rekord, zum dritten Mal in Folge. Real betracht sieht die Produktionsentwicklung weniger aufregend aus. Seit dem Vorkrisenjahr 2008 stieg der Produktionswert zwar um knapp über zehn Prozent, tatsächlich wuchs die Produktion seither aber nur um 4,2 Prozent. 2008 stand dem nominalen Plus aber ein tatsächliches Produktionsminus von 1,3 Prozent gegenüber. Ausgehend von 2007 als letztem Höchststand der Produktion bleiben noch etwa 2,9 Prozent realer Zuwachs übrig.

Sukzessive Bilanzaufhellung

Anfang 2013 sah die Bilanz noch düster aus: Minus 3,4 Prozent beim Produktionswert und minus 5,2 Prozent real waren eine böse Überraschung, mit der so niemand gerechnet hatte. Die Bilanz nach dem ersten Halbjahr fiel dann schon weniger dramatisch aus, aber immer noch negativ. Nominal schrieb man „nur noch“ eine rote Null, real war die Produktion aber immer noch 1,7 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2012. Das Gesamtbild für die ersten neun Monate sah erstmals freundlich aus und übertraf alle Erwartungen: Nominal 1,4 Prozent und real immerhin 0,4 Prozent Plus.

Wachstumsschub im zweiten Halbjahr

In der Rückschau zeigt sich, dass die Rezession genau vier Quartale angehalten hat: Vom zweiten Vierteljahr 2012 bis zum ersten Quartal 2013 als Höhe- und zugleich Endpunkt der Durststrecke. Bereits im zweiten Quartal sprang die Produktion kräftig an, konnte aber noch nicht den Einbruch des ersten Quartals wettmachen. Im dritten Quartal 2013 verdoppelte sich das Wachstum quasi, und dieses Tempo konnte auch im letzten Quartal 2013 beibehalten werden, vor allem der Dezember war ausschlaggebend, wie Berichte aus den Betrieben zeigen.

Halbzeuge: Reales Minus

Nominal schließt 2013 in allen Teilsegmenten mit Plus, besonders deutlich bei Dienstleistungen und Technischen Teilen und Konsumwaren. Auch Baubedarfsartikel glänzen mit immerhin 2,8 Prozent Steigerung, und die Verpackungsbranche darf sich über 2,3 Prozent Zuwachs freuen. Halbzeuge
schreiben dagegen gerade mal eine schwarze Null. Real sieht es deutlich anders aus. Während Technische Teile und Konsumwaren um 3,7 Prozent zulegen konnten, sind es bei Verpackungsmitteln nur 1,3 Prozent und beim Baubedarf 0,7 Prozent Plus. Halbzeuge leiden hingegen unter 0,8 Minus.

 

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Über den Autor

Winfried Pfenning ist freier Mitarbeiter des Plastverarbeiter.