MedPLAST 14 2014

Der Skin Stretcher wird aus POM
hergestellt. Der Werkstoff erleichtert durch die geringe Reibung der Bauteile die Handhabung. (Bildquelle: BASF, Bio WIn)

Der Skin Stretcher ist eine Vorrichtung, mit der die Haut bei der Behandlung von großflächigen Wunden nach Operationen oder Unfällen verschlossen werden kann. Bei dem Produkt der Firma Bio Wim werden sechs Hakenmodule beidseits in die Wundränder eingebracht und dann zusammengezogen. Anschließend wird die Wunde durch eine einfache Hautnaht verschlossen, sodass auf aufwändige Hauttransplantationen verzichtet werden kann. Die intuitive Handhabung des Stretchers erleichtert dem Chirurg das Arbeiten – die Wunde kann in einem Schritt vernäht werden.

Für den Skin Stretcher der Firma Bio Wim in Freiburg im Breisgau kommt der Werkstoff Ultraform S2320 003 Pro von BASF zum Einsatz. Nach einer rund vierjährigen Entwicklungsphase steht das Projekt jetzt kurz vor der Serienfertigung. Der Werkstoff ist besonders für diese Anwendung geeignet, da er die Reibung zwischen sich berührenden Funktionsteilen vermindert und so die Handhabung während der Anwendung, zum Beispiel in einer Operation, leichter ist. Die Produktion der Kunststoffteile erfolgt im Spritzgussverfahren bei der Firma Josef Frech. Hier ist die gute Fließfähigkeit des Werkstoffs von Vorteil.

Jedoch überzeugte die Verarbeiter vor allem die mechanischen Eigenschaften des Polyoxymethylen-Kunststoffs (POM). Dazu zählen die Kombination von hoher Steifigkeit und Festigkeit mit gutem Rückstellverhalten beziehungsweise Federeigenschaften, die von großer Bedeutung für die Federkomponente des Bauteils ist. Daneben bietet das Material den Nachweis und die Einhaltung maßgeblicher internationaler Normen und Prüfungen zum Einsatz von Kunststoffen in der Medizintechnik.

Servicepaket für Medizintechnik

Mit den Kunststoffen aus der Pro-Familie (Pro Profile covered raw materials only) bietet der Hersteller ein Servicepaket an, das speziell an die Anforderungen der Medizintechnik angepasst ist. Es beinhaltet neben anwendungstechnischer Unterstützung die verbriefte Absicht, keine Änderungen der im Drug Master File (DMF) bei der FDA hinterlegten Kunststoffrezeptur vorzunehmen.

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Über den Autor

Evelyn Naudorf ist verantwortlich für die Kommunikation Performance Materials bei BASF in Ludwigshafen. evelyn.naudorf@basf.com