Der Transport von trockenem, staubigem Material kann eine explosionsfähige Atmosphäre erzeugen. Überhitzt dann ein Lager, laufen ein Gurt oder eine Trommel schief, kann das eine Explosion auslösen. Daher setzt die Industrie eine Vielzahl an Sensoren und Kontrollgeräten ein, die die genannten Zustände kontrollieren und die Anlagen automatisch stoppen, um Explosionen vorzubeugen. Diese Systeme arbeiten sehr zuverlässig. Aber es gibt ein großes Problem mit ihnen: Sie verlassen sich darauf, dass das Personal vor Ort keine Modifikation vornimmt, um lästige Warnmeldungen zu umgehen. Bei steigenden Anforderungen an Leistung und Effizienz von Terminals und Prozessanlagen, passiert es, dass der Schichtleiter eine Entscheidung unter Druck fällt, um eine Linie in Betrieb zu halten, selbst wenn ein Alarm detektiert wurde.

Der Hersteller von Transport- und Atex-Schutzsystemen 4B Braime Elevator Components, Leeds, England, hat das Problem identifiziert und eine Lösung entwickelt: einen höheren Grad an Transparenz und effektiver auswertbare, statistische Daten. Dazu dient das Anlagen-Überwachungssystem Hazardmon.com, eine Cloud-basierte Lösung zur Industrieüberwachung, die es den Benutzern ermöglicht, ihre Anlagen in Echtzeit zu sehen, von überall aus in der Welt. Dieses Produkt bildet die Schnittstelle zu dem ebenfalls von 4B hergestellten Bussystem T500 Hotbus, das Sensoren kontinuierlich überwacht und die erfassten Daten an Netzwerkteilnehmer überträgt. In ­diesem Fall zu den per Internet an­geschlossenen Servern von Hazardmon.com.

Damit nur berechtigte Personen auf diese Daten zugreifen können, verschlüsselt das System die Daten beim Login und Datentransfer durch ein 256-bit-SSL-Protokoll. Außerdem sind kein Server und keine SPS-Anlage vor Ort erforderlich, was dem Anwender Wartungs- und Upgrade-Kosten erspart. Die Server stehen an verschiedenen Orten und speichern die Daten redundant, was die Datensicherheit erhöht. Im Falle einer Explosion gehen daher keine Daten verloren und es ist somit möglich, die Daten im Nach­hinein zu analysieren und den Grund der Explosion zu ermitteln.
Nur wesentliche Infos

Um jederzeit alle wichtigen Informa­tionen zur Verfügung zu haben, können Anwender verschiedene Standorte auf einer Dashboard-Seite ansehen. Dieses zeigt außerdem die aktiven Alarme von allen Anlagen auf einen Blick an. So sieht der Benutzer innerhalb von Sekunden, ob und wo Probleme bestehen. Außerdem lassen sich die Sensordaten in Echtzeit im Browser anzeigen. Dazu aktualisiert die Web­seite Sensorstatus und Zustand der Anlage automatisch, ohne dass der ­Anwender dies von Hand veranlassen muss. Für die Verwendung mit verschiedenen Geräten, wie PC und Laptop, passt die Webseite die Ansicht an die jeweilige Bildschirmauflösung an. Zudem ist die Webseite für Mobiltelefone und Tablets optimiert.

Die statistischen Daten lassen sich grafisch darstellen. Per Drag’n’Drop kann der Anwender Diagramme zu Sensoren, die er sehen und miteinander vergleichen möchte, von verschiedenen Orten auf eine Ansichtsseite ziehen. Außerdem zeigen die Tabellen Datenwerte und Sensorstatus an, wenn der Anwender mit der Maus darüber fährt. Mittels Filteroptionen erstellt der Anwender einen Bericht, der nur die für ihn gerade relevanten Informationen enthält. Anschließend kann er diesen als Excel-Tabellenblatt speichern. Darin sind die Alarme in verschiedene Typen unterteilt; zum Beispiel „Alarm detektiert“, „Alarm behoben“, „Gerät fährt hoch“.

Nachrichten-Ticker

Das Benachrichtigungssystem ermöglicht es Benutzern, E-Mails zu empfangen, wenn ein Sensor einen Alarm erfasst, er abgestellt wird oder dies innerhalb einer festgelegten Zeitspanne nicht geschieht. Auch kann der Anwender sich eine Meldung ausgeben lassen, wenn die Verbindung zum Server verloren geht. Es ist außerdem möglich, Benachrichtigungen nur für bestimmte Sensoren zu erhalten oder Kombinationen mehrerer Ereignisse. Etwa, wenn eine bestimmte Alarmanzahl an einem Ort innerhalb einer Zeitspanne vorliegt.
Das im Überwachungssystem ebenfalls enthaltene Alarm-Analyse-Tool erstellt Berichte über die Sicherheit und Effizienz des Werkes. Es zeigt an, welche Sensoren die meisten Alarme verur­sachen, zu welcher Tageszeit sie statt-finden sowie, als Kuchendiagramm, in welchen Anlagenteilen welche Alarmtypen gehäuft auftreten. Die Start- und Endzeiten dieses Berichts lassen sich mit einem Klick auf dem PC speichern.

Um das Überwachungssystem regelmäßig auf Funktionsfähigkeit zu prüfen, laufen Techniker nach derzeitigem Standard in der Industrie zu jedem einzelnen Sensor der Anlage, um ihn vor Ort zu testen. Anschließend erstellen sie einen handschriftlichen Bericht. Und in einigen Fällen übertragen sie diesen zusätzlich in ein Excel-Tabellenblatt oder Ähnliches. Es ist somit nicht sichergestellt, dass der Techniker den Test tatsächlich ausgeführt hat. Die automatische Sensor-Testfunktion des Überwachungssystems dagegen veranlasst die Tests, protokolliert sie und generiert automatisch Berichte. Es unterstützt dadurch den Techniker bei den Sensortests und der Betriebsleiter kann sich auf deren Ergebnisse verlassen. Außerdem lassen sich Belege darüber erstellen, dass jeder Sensor getestet und damit imstande ist, bei Bedarf eine Gefahrensitua­tion zu erfassen.

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Über den Autor

Konstantin Anissimov ist Electronics Sales Engineer bei der 4B Braime Elevator Components Ltd. in Leeds. 4b-deutschland@go4b.com