20 Jahre Euromold, das sind 20 Jahre Geschichte einer hochspezialisierten und anerkannten Messe. Die von Beginn an auf Anwender aus Bereichen wie der Automobil-, Zulieferer-, Elek-tro- und Elektronikindustrie, Haushaltsgeräte, Medizintechnik, Konsumgüter sowie Freizeit und Sport ausgelegt ist. Zudem richtet sie sich an Unternehmen die auch Produktent­wicklung anbieten. Im Jahr 1994 fand die erste Ausstellung mit rund 270 Ausstellern in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden statt. Kurz darauf, im Jahr 1997, wird der Euromold Award, als Oscar der Produktentwicklung, für herausragende technische Innovationen zum ersten Mal verliehen. Dr. Ing. Eberhard Döring, Geschäftsführer der Demat blickt auf die Entwicklung zurück: „Die Erfolgsgeschichte der Euromold ist wesentlich durch ihr einzigartiges und über die Jahre gewachsenes Messekonzept begründet.

Mit dem Leitsatz ‚Von der Idee bis zur Serie‘ werden zwei wesentliche Aspekte aufgegriffen, die für die gesamte Branche von Wichtigkeit sind. Zum einen die strukturierte Aufgliederung der Prozesskette in einzelne Bereiche und zum anderen die Vernetzung entlang dieser Prozesskette. Durch die konsequente Verfolgung dieses Anspruchs hat es die Messe in den 20 Jahren geschafft, einem internationalen Fachpublikum und seinen Ausstellern eine gute Plattform zu bieten.“

Zukunftstechnologie für jedermann

Die Messe bot ihren Besuchern auch wieder einen Einblick in den Bereich des 3D-Druckes. Auf dem Gemeinschaftsstand Digi Fabb zeigten Aussteller 3D-Drucker, Zubehör und die damit verbundenen Dienstleistungen. Im Rahmen von Vorträgen über den informierten die Unternehmen über den aktuellen Stand der Technik, Entwicklungen und die vielversprechenden Perspektiven der Technologie. Voxeljet, Friedberg, stellte den neuen 3D-Drucker VX2000 vor, der das Angebot des Unternehmens an großformatigen 3D-Druckern ergänzt. Mit einem Bauraum von zwei Kubikmetern ist dieser Drucker eine der größten 3D-Drucksysteme auf dem Markt. Der große Bauraum eignet sich für eine Vielzahl von Anwendungen in der Automobil- und Luftfahrtbranche, in Gießereien, bei Pumpenherstellern und im Anlagenbau.

Verarbeitet werden können alle derzeit bei Voxeljet verfügbaren Partikelmaterialien. Je nach Applikation kann mit einem Hochleistungs-Druckkopf mit bis zu 13.280 Düsen eine Auflösung von 600 dpi erreicht werden. Die in einem Durchlauf aufgebrachte Schichtstärke liegt zwischen 100 und 400 Mikrometern bei einer Druckbreite von 564 Millimetern. Das gedruckte Bauvolumen beträgt 45 Liter pro Stunde.

SLM Solutions, Lübeck, zeigt in Frankfurt mit einem System zur automatischen Pulverrückgewinnung eine zukunftsweisende Technologie für das produzierende Gewerbe, die Industrie sowie Forschung und Wissenschaft. Die PSA 500 arbeitet autark. Bei der automatischen Pulverrückgewinnung wird das gesamte unbenutzte Pulver, das beim SLM-Prozess anfällt, aus der Baukammer über eine Entleerungs­station zur Vibrations-Siebanlage geführt. Eine mit der Siebanlage gekoppelte Ultraschall-Einheit stellt eine sehr feine Korngröße und eine Ausbeute sicher.

Der Siebprozess nimmt keinen Einfluss auf die parallel laufenden Bauprozesse und reduziert unproduktive Standzeiten.
Lasersintern ist eine Methode, Prototypen herzustellen. Mühsam sind jedoch die gängigen Verfahren, die dem Produkt noch anhaftenden Pulverreste zu entfernen. Dieses Reinigungsproblem will Carbo Kohlensäure­werke, Bad Hönningen, mit einem kleinen Trockeneisstrahlgerät lösen. Durch die individuelle Dosierbarkeit und des im Gerät integrierten Pellet-Mahlwerks lässt sich das Trockeneisstrahlgerät vielseitig, effektiv und auch kleinflächig einsetzen.

Denn Fluss unterstützt

Die Anforderungen an die Werkzeugbauer und Werkzeuge wachsen immer mehr. Der zunehmende Wettbewerb aus Niedriglohnländern setzt die Werkzeugbau-Betriebe sowie die Verarbeiter immer mehr unter Druck. Deshalb sind Konzepte gefragt, zum Beispiel betriebsbereite Komplettsysteme, die dem Werkzeugbauer einen geringen Fertigungs- und Montageaufwand und dem Verarbeiter eine hohe Betriebssicherheit bieten. Bei Heißkanal­systemen sind neben einem effizienten Farbwechsel, eine formteilgerechte Füllung und konstante Qualität aus allen Formnestern die Hauptkriterien bei Auslegung und Ausführung der Fließkanäle.

Die Düsenspitze Typ VIX von Incoe, Rödermark, sorgt durch die Kanalgeometrie in der Düsenspitze für eine gute Spülwirkung und schnellen Masseaustausch, wobei die Vereinfachung des Aufbaus auch alle Fügestellen an der Kanaloberfläche beseitigt. Das Konzept eingeschraubter Düsen sichert eine stabile sowie betriebspunkt- und materialunabhängige Verbindung. Der gesamte Fließkanal ­- von der Maschinendüse bis zum Formnest – liegt innerhalb eines Heißkanals am Stück mit fest verschraubten Komponenten.

Die Heißkanaldüsenserie 12E von Synventive, Bensheim, ist eine konsequente Weiterentwicklung des seit Langem praktizierten Plug’n‘Play-Konzeptes für eingeschraubte Düsen. Sie sind für die fertig montierten Plug’n‘­Play-Heißkanalsysteme nach Kundenvorgaben zur schnellen und einfachen Installation geeignet. Die Düsen der Serie verfügen über einen Fließkanaldurchmesser von 12 mm und eignen sich für mittlere bis große Schussgewichte bis 1.500 g pro Düse und weisen einen Werkzeugfreimachungs-Durchmesser von 35 mm und eine Länge von 60 mm bis zu 650 mm. Mit einem thermischen Verschluss eingesetzte Düsen der Baureihe können bei einer Länge bis 400 mm mit einem minimalen Düsenabstand von 35 mm, bei einer Düsenlänge über 400 mm mit einem minimalen Düsenabstand von lediglich 42 mm eingesetzt werden. Die Düses lassen sich außerdem mit einem hydraulischen oder pneumatischen Nadelverschlusssystem ausstatten.

 

Messe im Detail

Im Jahre 1994 fand die erste Messe mit rund 270 Ausstellern in Wiesbaden statt. Im Jahr 1997, wurde der Euromold Award – der Oscar der Produktentwicklung – für herausragende technische Innovationen und Produktentwicklungen erstmals verliehen. 2000 präsentierte man das Sonder­thema Komplettdienstleitung Werkzeugbau. Im Jahr 2002 fand die Ausstellung zusammen mit der Internationalen Fachmesse für Drehtechnik Turntec statt. Mit der Karriereveranstaltung Carreers­4engineers rückte man im Jahr 2007 die Nachwuchs­förderung im deutschen Werkzeug- und Formenbau in den Blickpunkt. 2008 wurde die Business und Design Area als Kommunikationsplattform eingerichtet. 2012 kam die Sonderschau zum Thema Schmuckindustrie neu hinzu.

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Über den Autor

Harald Wollstadt ist Chefredakteur des Plastverarbeiter. harald.wollstadt@huethig.de