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Als auf der Fakuma sich die Hersteller der Kunststoffverarbeitung erstmals unter der Flagge der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence des VDMA präsentierten, fragte sich mancher wie das zu verstehen ist – Blaue Kompetenz. Beim Blick auf die Website wird schnell klar: Grün ist hier Blau und damit ist Blau Grün.

Ob Blue oder Green, Clean oder Sustainability scheinbar ist an Anglizismen kein Mangel, wenn es darum geht die neuen Megatrends „Nachhaltigkeit, Energieeinsparung und CO2-Reduzierung“ griffig zu beschreiben. In den 1970er Jahren stand die Farbe Grün für eine ökologische Gegenbewegung. Ökologie statt Ökonomie. Das ist längst vorbei. Grün ist längst im gesellschaftlichen Mainstream angekommen. Ökologie und Ökonomie werden nicht mehr als Gegensätze gesehen, sondern müssen zusammen funktionieren.

Heute aber wird Grün von einem neuen Attribut abgelöst. Zukunftsfähige Produkte und Systeme, die ressourcenschonend und gleichzeitig leistungsstark sind, bezeichnet man heute als „blau“, oder auch „blue“. Der VDMA möchte nun mit seiner Kampagne die Botschaft vermitteln: Während andere nur reden, entwickeln wir Lösungen. Und damit sich Firmen mit dem Logo schmücken dürfen, müssen sie mindestens 170 von 320 Punkten in Sachen Nachhaltigkeit erreichen. 100 Punkte bringt beispielsweise die Bereitschaft, die „nachhaltige Wirksamkeit seiner Produkte mindestens anhand eines Fallbeispiels zu quantifizieren“.

Wenn sie nun auf der K Messe das Logo von Blue Competence sehen, weisen die Hersteller des Kunststoff- und Gummimaschinenbaus demnach daraufhin, dass sie grün denken und grün handeln. Dabei stand der effiziente Umgang mit wertvollen Ressourcen schon immer im Focus der Branche. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die Produktionsleistung der Branche nahezu verdoppelt, der spezifische Energieverbrauch ging dabei um 30 Prozent zurück.

Grün hin, Blau her, am Ende steht aber wohl die Farbe Schwarz. Denn wie ein Messechef es einmal auf den Punkt brachte: „Die Industrie präsentiert hier marktreife Lösungen für die nachhaltige Produktion und schreibt mit grünen (blauen) Technologien schwarze Zahlen.“

 

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Harald Wollstadt, Chefredakteur