In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben in der Holzindustrie durch den Einsatz neuer Materialarten umwälzende Veränderungen stattgefunden. Inzwischen wird sowohl für Türen- als auch für Fensterrahmen PVC und Aluminium anstelle von Holz eingesetzt. Diese Materialien zeichnen sich durch optimale Isolationseigenschaften aus und sind besonders pflegeleicht. Ein weiterer Vorteil von Aluminium ist seine Erscheinung. Zum einen kann es wie natürliches Holz aussehen, zum anderen ist das Material in einer Reihe unterschiedlicher Farbtöne erhältlich. Dubus, der ursprünglich auf die holzverarbeitende Industrie ausgerichtete Hersteller von industriellen Abbundanlagen, hat diese Entwicklung rechtzeitig erkannt und sein komplettes Maschinenportfolio angepasst. Die Maschinen fertigen nun Aluminium-, PVC- und Verbundwerkstoffe.

Nicht nur der Trend zu neuen Werkstoffen, sondern auch die wirtschaftlichen Faktoren stellen eine Herausforderung für die Holzbranche dar. Die Nachfrage nach Türen- und Fensterrahmen ist seit jeher zyklischen Schwankungen unterworfen. Der Grund: Die Nachfrage ist eng mit dem Wohnbau und dem Ausgabeverhalten der Haushalte verknüpft. Aufgrund eines leichten Rückgangs in der Bauindustrie und geringeren Investitionen der Kunden in dieser Branche hat der Maschinenbauer seine Geschäftstätigkeit auf Werkstätten für die Produktion von Industrieprofilen ausgedehnt, die unter anderem in der Automobil-, Schienenfahrzeug- und Luftfahrtindustrie verwendet werden und nicht denselben Markttrends unterliegen wie die Holzindustrie. Dies eröffnet dem Unternehmen neue Möglichkeiten.

Modulares Maschinenkonzept

Dubus-Maschinen werden vor allem für die folgenden vier Fertigungsverfahren eingesetzt: Zuschnitt, Zerspanung, Montage und Handhabungstechnik. Jede Maschine des Herstellers ist speziell auf den Anwender zugeschnitten und stellt eine Kombination aus den oben genannten Prozessen nach Vorgabe des Anwenders dar. Es ist schier unmöglich geworden, Spezialmaschinen schnell an die sich ständig ändernden Anwenderanforderungen anzupassen. Dies liegt nicht zuletzt an der Erweiterung des Kundenstamms sowie an den neuen Werkstoffen, die verwendet werden. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, hat sich der Holzmaschinenspezialist dazu entschlossen, neue Maschinenreihen zu entwickeln, denen ein innovatives modulares Konzept zugrunde liegt. Jede Maschine stellt eine kundenspezifische Zusammenstellung aus standardmäßigen und wiederverwendbaren mechatronischen Bausteinen dar.

Mit der Automatisierung der neuen Maschinen hat der Maschinenbauer den Automatisierungsanbieter B&R betraut. Die Systeme und der Support des Automatisierungsspezialisten ermöglichen es dem Maschinenbauer, die Maschinen im Einklang mit dem Modularisierungs- und Standardisierungsprinzip zu automatisieren. Xavier Demas, Automation Manager der Dubus Group, erklärt, aus welchem Grund seine Wahl auf den Automatisierungsanbieter gefallen ist: „Die umfassende Produktpalette von B&R vermag es, all unseren Bedürfnissen hinsichtlich der Steuerungskomponenten, Servoantriebe und Bedieneinheiten gerecht zu werden. Des Weiteren eignet sich das Software-Tool Automation Studio des Unternehmens ideal für unser modulares Maschinenkonzept.“

Inzwischen wird für die neuen Maschinen eine beachtliche Anzahl von Produkten aus den verschiedenen Reihen des Automatisierungsanbieters eingesetzt. Hierzu gehören X20-PC-basierte SPSen, X20 I/Os und Power Panels für sämtliche Steuerungs- und Visualisierungsaufgaben, Acopos Multi-Servoantriebe für CNC-Aufgaben und Stangenlader, Acopo Sinverter-Frequenzumrichter für Spindeln sowie Förderanlagen und Schrittmotoren für die zahlreichen unterschiedlichen Einstellungen bei der Einrichtung von Anlagen. Die umfangreichen Funktionen der in der Software-Entwicklungsumgebung Automation Studio integrierten Soft-CNC decken sämtliche Bearbeitungsverfahren der Maschinen ab – das heißt Zuschnitt, Bohren und Fräsen. Alle entsprechenden CNC-Aufgaben sowie sämtliche weitere Automatisierungsaufgaben können modular gelöst werden. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Aufgaben äußerst einfach miteinander kombinieren und können reibungslos in andere Aufgaben, wie Förderschritte und Handling, integriert oder auch unabhängig von Werkzeug und Profilformat erneut genutzt werden.

Hierfür bedarf es lediglich einiger Einstellungsänderungen. Das Eingeben neuer Programmlinien erübrigt sich. Hinzu kommt, dass die Arbeit an allen modular konzipierten Maschinenvarianten nun innerhalb eines einzigen Projekts in der Software-Entwicklungsumgebung möglich ist. Durch die Flexibilität der Entwicklungsumgebung sind die Automatisierungs-Systeme nun für alle neueren Anlagen des Maschinenbauers standardisiert.

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Über den Autor

Olivier Rambaldelli Marketing-Mitarbeiter bei B&R Automation in Frankreich office@br-automation.com