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Ingenieure und Marktakteure sind sich einig – es gilt, die Windenergie im Wettbewerb mit anderen Energieerzeugungsformen kostengünstiger anbieten zu können. Leichtbau kann hier ein Schlüssel sein. Doch der große Wurf ist dabei nicht gefordert, sondern geduldige Ingenieurskunst.
Die Windenergie-Industrie ist nach einem Jahrzehnt des Booms derzeit in einer schwierigen Situation. Trotz Energiewende und trotz globalen Zubaus gibt es einen Angebotsüberhang seitens der Hersteller. Zudem wirkt sich die Finanzkrise zeitverzögert negativ auf den Markt aus. Potenzielle Betreiber und Investoren kalkulieren momentan mit sehr spitzem Bleistift. Die Kosten müssen runter, um die Anlagen preisgünstiger anbieten zu können. Zudem muss der Betrieb effizienter als bisher gestaltet werden.

Zu den Stellschrauben für eine Kostensenkung zählte neben optimierten Zuliefererprodukte, neue Wartungskonzepte und technische Neuentwicklungen im Detail auch das Automatisieren der Blattproduktion.

Andreas Reuter, Geschäftsführer des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes), sieht einen Trend zu noch größeren Rotoren. „Je größer die von Flügeln überstrichene Fläche, desto günstiger wird die Stromproduktion.“ Doch die Fertigung der Rotorblätter ist stark von Handarbeit geprägt, was neben hohen Lohnkosten auch Qualitätsschwankungen verursacht. Automatisierte Fertigungsprozesse mit geringeren Taktzeiten würde einen einheitlich hohen und reproduzierbaren Qualitätsstandard mit der Möglichkeit eines schnelleren Herstellprozesses schaffen.

Das kommt dem Kunststoff-Fachmann doch bekannt vor. Auch Autobauer und Flugzeughersteller suchen nach serientauglichen Herstellungsverfahren. Vorschlag: Vielleicht sollten besser alle gemeinsam daran arbeiten, den Leichtbau auf dem Weg in die Großserie zu bringen, als jeder für sich.

 

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Harald Wollstadt, Chefredakteur