ckenmessungen selbständig durchzuführen, haben Schwankungen der Rohrgeschwindigkeit keinen Einfluss auf das Druckbild. Am Unternehmensstandort in Kerpen stellt der Kunststoff-Compoundeur A. Schulman hitzebeständige, leitfähige und weitere hochtechnologische Kunststoffe und Compounds für unterschiedliche Verarbeitungsverfahren her. Dort befindet sich auch die 2012 gegründete „A. Schulman Academy“ – ein unternehmensübergreifendes Technikum, das als Forschungs-, Schulungs- und Versuchszentrum für Kunden und Lieferanten zur Neu- und Weiterentwicklung zukunftsweisender Kunststofflösungen und Anwendungen sowie dem Austausch von Know-how dient.

In diesem Technikum hat das Unternehmen die Lösungen verschiedener Lieferanten in einer kompletten Rohrextrusionslinie gebündelt. Zu den beteiligten Partnerunternehmen gehört auch KBA-Metronic, das den Tintenstrahldrucker Alpha Jet Evo beigesteuert hat, um Rohre und Kabel im laufenden Prozess zu kennzeichnen. Kundenspezifische Beschriftungen lassen sich so innerhalb der Extrusionslinie aufbringen.

Die Zusammenarbeit hat zum Ziel, die Produktionsprozesse der Anwender zu optimieren und maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln. Davon können sich die Anwender, aber auch Interessenten für Kunststoffgranulate, selbst ein Bild machen. Vor Ort können sie Produktionstests durchführen und müssen so ihre Prozesse nicht für Testchargen unterbrechen. Unterstützung bei der Umsetzung erhalten die Kunden von kompetenten Anwendungstechnikern. Da sich das Versuchszentrum direkt an der Quelle befindet, können auch Kundenwünsche bezüglich des Rohmaterials schnell berücksichtigt werden – dann bietet das amerikanische Aktienunternehmen eine genau abgestimmte Rohstoffrezeptur. Doch ob ein Produkt den Anforderungen der Kunden entspricht, hängt ebenso von der Zusammensetzung des Compounds ab, wie von den verwendeten Anlagen und Geräten an der Extrusionslinie.

Das Zentrum ist mit modernen Technologien zur Entwicklung von Fluidsystemen, Rohren und Kabeln ausgestattet. Im Moment liegt der Hauptfokus der Entwicklungsarbeit auf Anwendungsfeldern in der Automobilindustrie wie Treibstoff- und Kühlmittelleitungen, die aus Materialien des Compoundeurs hergestellt werden. Gemeinsam mit allen Partnern wird dort an neuen Fluid-Ideen gearbeitet, die anschließend zur globalen Marktreife gebracht werden sollen. Wie dieses Zusammenspiel der unterschiedlichen Anwendungen ineinander greift, zeigten die beteiligten Unternehmen bereits im letzten Jahr mit der Entwicklung der Schulatube. Dabei handelt es sich um eine anwenderfreundliche Gesamtlösung für Fluidsysteme, die neue Prozesstechnologien mit den passenden Compounds kombiniert und speziell auf die Bedürfnisse in der Automobilindustrie abgestimmt ist.

Berührungslos kennzeichnen

An der 3-Schicht Extrusionsanlage werden Glatt- und Wellrohre mit hohen Geschwindigkeiten durch die Extrusionsdüse gepresst. Damit keine Verzögerungen in der Produktion auftreten, müssen die nachgeschalteten Geräte mit dem vorgegebenen Takt Schritt halten können. Für den Tintenstrahldrucker, der 600 m/min bewältigen kann, ist das kein Problem. Selbst mehrzeilige Texte und Logos können bei hohen Geschwindigkeiten in guter Qualität aufgebracht werden. Ermöglicht wird dies durch die Kopfgeometrie sowie eine intelligente Software.

Durch die integrierte Kopfheizung bringt der Inkjet ohne zusätzliche Einstellungen sowohl in kühlen als auch in warmen Produktionsumgebungen immer seine Leistung. Ein automatischer Düsenverschluss sorgt für ein optimiertes Startverhalten und macht eine automatische Spülvorrichtung überflüssig. Nach dem Start des Geräts über eine Run-Stopp-Taste, ist der Drucker schnell einsatzbereit und sorgt für eine hohe Verfügbarkeit.

Der Tintenstrahldrucker ist in der Lage, Wegstreckenmessungen selbstständig durchzuführen. Wird der optionale Drehgeber verwendet, haben Geschwindigkeitsschwankungen keinen Einfluss auf das Druckbild.
Bei der Wahl einer geeigneten Kennzeichnungslösung für die Extruderlinie lag der Tintenstrahldruck nahe, denn er arbeitet berührungslos und liefert auch auf dunklen Kunststoffrohren gut lesbare Druckergebnisse. Eine Voraussetzung für kontrastreiche Markierungen schwarzer Kunststoffoberflächen erfüllt der Tintenstrahldrucker mit seiner Fähigkeit, pigmentierte Tinten zu verarbeiten. Auch seine Vielseitigkeit im Bezug darauf, unterschiedliche Oberflächen beschriften zu können, spricht für den Continuous-Inkjet-Drucker. So reichen die Anwendungsfelder bei der Beschriftung von Multilayer-Rohren im Technikum von einfachen Polyethylenen bis hin zu Fluorkunststoffen.

Der Tintenstrahldrucker zeichnet sich auch durch leichter Bedienbarkeit aus. Aufgrund der langlebigen Komponenten kann sich der Nutzer auf eine hohe Verfügbarkeit verlassen. Ebenso verfügt er dank einer standardmäßig integrierten Lösungsmittelrückgewinnung über effiziente und ökologische Verbrauchsdaten. So ist ein Lösungsmittelverbrauch von unter 2 ml/h zu erreichen. Das Resultat ist ein fast emissionsfreies Gerät. Dass der Tintenstrahldrucker frei programmierbar ist, sprach bei der Einbindung in die Extrusionslinie ebenfalls für ihn. So lassen sich individualisierte Texte und Logos ohne großen Aufwand realisieren. Der Text wird über ein benutzerfreundliches farbiges Touchscreen Display eingegeben, eine grafische Oberfläche eleichtert Textgestaltung, Konfigurationsänderungen sowie Überprüfungen des Druckstatus.

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Über den Autor

Sandra Wagner ist Director Sales & Marketing bei KBA-Metronic, Veitshöchheim sandra.wagner@kba-metronic.com