Tradition in Sachen Spritzguss wird bei der Berliner Novapax Kunststofftechnik großgeschrieben. Das 1949 gegründete Unternehmen begann bereits 1955 mit der Fertigung von ersten Spritzgussformen und der Produktion von Spritzgussteilen. 1967 entwickelt man sogar seine erste eigene Spritzgießmaschine, die im gleichen Jahr auf der K Messe in Düsseldorf präsentiert wurde. Über die Jahre hinweg baute man seine Kunststoffkompetenz sukzessive aus. Mit der Beteiligung an der Bruss Kunststofftechnik, Brieselang, wurde die Produktion auf Verbundteilen und Spritzguss-Dichtungen für die Automobilindustrie ausgeweitet. Auch die Kapazitäten im Werkzeugbau und in der Entwicklung wurden vergrößert.

Heute sind Präzisions-Steckkontakte und Stecker, die in enger Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt wurden, ein Markenzeichen der Novapax Kunststofftechnik Steiner. Mehr als 20 Mio. Steckkontakte fertigt man pro Jahr, überwiegend für den Automotivbereich. Auch deshalb ist ein hoher Automatisierungsgrad wichtig. Alle Spritzgießmaschinen sind deshalb mit Servo-Linearroboter und einem eigens entwickelten Greifersystem ausgestattet, um eine fehlerfreie Handhabung in der Produktion sicherzustellen.

Robotersysteme kombiniert mit Eigenentwicklungen

Der derzeitige Maschinenpark umfasst 65 Spritzgießmaschinen, teilweise auch mit 2K-Technologien, die überwiegend mit Linearroboter von Wittmann Robot Systeme, Nürnberg, ausgerüstet sind. Jedoch werden alle Greifer und peripheren Anlagen im eigenen Hause entwickelt und gebaut. Die notwendigen Schnittstellen zur Robotersteuerung wurden in Zusammenarbeit mit der Konstruktionsabteilung des Nürnberger Roboter-System Herstellers programmiert. Zu jeder Spritzgießmaschine gibt es einen passenden Adapter, der als Sonderbau von Wittmann konstruiert wurde und ein auf 0,1 mm genaues Ausrichten des Roboters zur Mitte der Spritzgießmaschine ermöglicht. Dies ist gerade bei einem Wechsel des Robotersystems wichtig.

Zudem wurden die Schutzeinhausung und Sicherheitsschnittstelle zur Spritzgießmaschine entsprechend der Begebenheiten angepasst, damit ein Eingriff des Werkers bei laufender Produktion möglich ist, ohne den Werker in Gefahr zu bringen. Durch zusätzliche Sicherheitsschalter am Roboter und einem Sicherheitslichtgitter, welches in die Schutzeinhausung integriert ist, wurde ein speziell auf die Bedürfnisse des Berliner Kunststoffverarbeiters zugeschnittenes Sicherheitspaket und Sonderschnittstellen installiert. Maßgebend dafür war die Anforderung, dass während des Produktionsprozesses ein manueller Einlegevorgang möglich ist. Dies lässt sich aber nur realisieren, wenn die Sicherheitsvorschriften durch eine Technik erfüllt werden, die einen Schutz vor Verletzungen oder Schäden verspricht. Dafür wurde das Sicherheits- und Ingenieurbüro IFS beauftragt die Anlagen bei laufendem Betrieb zu testen und damit die Einhaltung der aktuellen UVV-Vorschriften gewährleistet sind.

Seit dieser Zeit läuft die Anlage 6 Tage die Woche störungsfrei im Dreischicht-Betrieb. Eine automatisierte Prüfvorrichtung bestätigt die Null- Fehler-Produktion.

Konsequent auf Automatisierung gesetzt

Die Firmenphilosophie von Novopax ist, unabhängig von der technischen Vorgehensweise, eine konsequente Automatisierung. So lassen sich homogene Zykluszeiten sicherstellen, die damit unter anderem auch zur thermischen Stabilität der Schmelze beiträgt und zum Einhalten der eng tolerierten Maße benötigt wird. Zu dieser Zyklus-stabilität trägt das Wittmann Softwaremodul Ecopower bei den Geräten der W 8-Klasse ebenso bei, wie das Softwaremodul Smart Removal, das den Einlege- und Entnahmeprozess unabhängig von zusätzlichen Programmierschritten automatisiert.

Diese konsequent auf Automatisierung ausgelegte Produktionsanlage ist die Basis für eine Ausfallrate die gegen Null geht und so gleichbleibend niedrige Produktionskosten und ein erfolgreiches Bestehen im harten Wettbewerb am Markt sicherstellt.

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Über den Autor

Walter Klaus ist freier Journalist in Lauf an der Pegnitz. mail@wklaus-consulting.de