Akro-Plastic, ein Spezialist für Kunststoffcompounds, konnte auch im siebten Jahr wieder viele interessierte Fachleute begeistern, am 14. und 15. Mai ins rheinland-pfälzische Niederzissen zu reisen. Unter dem Motto „Leichtbau und globale Kooperation“ trugen acht Referenten an zwei Tagen Aktuelles und Informatives vor.

Andreas Stuber, Geschäftsführer von Akro-Plastic, freute sich, in diesem Jahr noch mehr Gäste als im Vorjahr begrüßen zu dürfen. Dr. Rudi Fernengel, Geschäftsführer der 2 R Kunststofftechnik, sorgte im Anschluss für den Einstieg in das Thema Leichtbau. Das dieses Thema nicht neu ist, zeigte er am Beispiel des Lloyd Alexander TS, Baujahr 1957 auf. Durch stetig steigende Anforderungen an Sicherheit und Komfort hat sich jedoch das Gewicht der Fahrzeuge im Laufe der letzten Jahrzehnte nahezu verdreifacht. Er erklärte, wie Kunststoffe, die zunächst als billige Ersatzwerkstoffe angesehen würden, nach und nach ihren Einzug in den Automobilbau fanden und wie in Zeiten von CO2-Reduzierungsvorgaben immer neue Anwendungsfelder für leichte Kunststoffe entstehen.

Eine bereits bestehende, bisher jedoch noch nicht so weit verbreitete Technologie beschrieb anschließend Dr. Kai Fischer, Abteilungsleiter Faserverstärkte Kunststoffe + Polyurethane der IKV Aachen. Faser-Matrix-Halbzeuge, sogenannte Organobleche, lassen sich in automatisierten Preformingverfahren, die Dr. Fischer anschaulich vorstellte, bearbeiten. In Zeiten steigender Nachfrage nach leichten Bauteilen wird dieser Technologie erhebliches Potenzial eingeräumt. Marco Gruber, Leiter des Bereiches Prozess & Projekt, Spritzgießtechnik bei Krauss Maffei Techologies, legte die erweiterten Möglichkeiten des Schäumens dar. Diese Verfahren, die aktuell bereits bei vielen Besuchern angewendet werden, bieten jedoch noch Potenziale, die es zu entdecken gilt, wie Gruber bewies.

Leichtbau fördern

Dass auch der Gastgeber selbst einen Beitrag zum Thema Leichtbau leistet, demonstrierte Thilo Stier, Leiter Vertrieb und Innovationen. So präsentierte er neue Werkstoffe aus dem eigenen Haus, die den Leichtbau fördern und darüber hinaus auch noch in Sachen Beständigkeit gegenüber Hitze und Säuren beziehungsweise mit einer optimalen Oberfläche punkten können.

Udo Gaumann, Plastic Competency Management bei Takata, zeigte in seinem Vortrag „Globale Materialstrategien“ auf, wie sich die Globalisierung im Automobilbau im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hat und welche Herausforderungen in Bezug auf Entwicklung und Auswahlstrategie auf die Zulieferindustrie zukommen, und dann auch an den Rohstofflieferanten weitergegeben werden.

Dr. Bernd Matschiner, Leiter Produktentwicklung bei Hellermann Tyton, erläuterte abschließend, wie Innovationen und Internationalisierung über die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens in der heutigen Zeit entscheiden. Auch wenn global das Schlagwort ist, so darf regional nicht unbeachtet bleiben. Denn um Kundenanforderungen mit bedarfs- und spezifikationsgerechten Produkten und Lösungen zu versorgen, spielt neben der Verfügbarkeit der Rohstoffe auch eine im jeweiligen regionalen Marktumfeld wettbewerbsfähige Preisgestaltung eine entscheidende Rolle im internationalen Geschäft.

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Über den Autor

Sandra Dierks ist Mitarbeiterin bei der K. D. Feddersen Holding in Hamburg tätig. info@kdfeddersen.com