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Seit 1999 veranstaltet der Heißkanal-Spezialist Ewikon sein Heißkanalforum. So trafen sich am 18. und 19. April 2013 wieder über 100 Kunden und Spritzgussverarbeiter in Frankenberg (Eder) zum Austausch. Zu Beginn präsentierten die Geschäftsführer Dr. Peter Braun und Dr. Martin Wilhelmi stolz die Neubauten mit der vergrößerten Produktionsfläche und einem erweiterten Maschinenpark. „Insgesamt haben wir etwa 1.200 Quadratmeter an Fläche hinzugewonnen“, sagt Geschäftsführer Martin Wilhelmi: 650 Quadratmeter neue Büros, 350 Quadratmeter Sozialräume, ein Archiv und ein ständig auf 23 Grad Celsius und 50 Prozent Luftfeuchtigkeit klimatisiertes Qualitätsmanagement. Jetzt sind die Bauarbeiten abgeschlossen.

Aber auch wirtschaftlich hatte man Gutes zu vermelden. Neben der Investitionen in Gebäude und Technik auf dem Firmengelände schloss ja das Frankenberger Unternehmen das Geschäftsjahr 2011 bis März 2012 mit einem Rekordergebnis ab und konnte das Ergebnis des gerade abgelaufenen Geschäftsjahres sogar noch etwas ausbauen. In der Branche der Heißkanal-Hersteller sieht sich das Unternehmen weltweit in den Top 10. Um weltweit in diesem Segment mithalten zu können müssen die Produkte gut im Markt eingeführt sein, das Unternehmen einen Namen haben. „Probleme haben die Hersteller, die Heißkanäle von der Stange herstellen“, erklärt Braun.

Technisch setzt man auf das Trendprodukt Mehrfachdüsen-Konzept, erklärte Braun. Die Mehrfachdüsen mit Seitenanbindung, die heute bereits in Medizintechnik und im Verpackungsbereich Verbreitung gefunden haben, hat Ewikon gerade auch für die Herstellung solcher Teile weiterentwickelt.

Branchentreff für Spritzgussverarbeiter

„Unser Forum gilt als Branchentreff, auf den die Kunden warten,“ so Dr. Peter Braun. Etwa 100 Kunden und Verarbeiter hatten sich in Frankenberg eingefunden, die hochrangige Forums-Vorträge wie von Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Heim von der Uni Kassel zur Funktionenintegration in der Kunststofftechnik zu hören bekamen. Martin Würtele, Leiter der Technologieentwicklung von Krauss Maffei, referierte zu Mehrkomponenten-Bauteilen der nächsten Generation und der Geschäftsführer von Zahoransky Michael Schmidt hielt einen Vortrag zum technisch Machbaren bei automatisierten Mehrkomponentenwerkzeugen.

Anklang fand das Referat von René Zengerer, Technical Sales Manager bei HCS Payer International Technologies, der am Projektbeispiel Clot Catcher Pro von Roche die Anwendungsvorteile in der Medizintechnik durch den Einsatz innovativer Heißkanalsysteme erklärte. Die optimale Verarbeitung von POM-H im Heißkanal erklärte Ernst A. Poppe, Technical Service Manager EMEA bei DuPont. Carsten Tüchert, Gruppenleiter Forschung und Vorausentwicklung Kunststofftechnik bei Robert Bosch, griff ein aktuelles Thema auf und referierte über Risiken, Chancen und Herausforderungen an die Kunststofftechnik durch die Elektro-Mobilität aus der Sichtweise eines Automobilzulieferers. Detaillierte Anwendungslösungen und die Möglichkeit der Besichtigung der Produktion und des Technikums rundeten den zweiten Tag des Forums ab.

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Harald Wollstadt ist Chefredakteur des Plastverarbeiter. harald.wollstadt@huethig.de