Zusammen mit Experten für Füll- und Fließsimulationen, Werkzeugbau und Heißkanalherstellung entwickelt und fertigt die Firma MPK aus Kierspe ein innovatives Dachfenster für den Caravanliebhaber. MPK ist ein mittelständisches Spritzgießunternehmen mit einem Fertigungsprogramm, das sich primär auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Dachhauben in der Caravan-Industrie spezialisiert hat. Darüber hinaus werden qualitativ hochwertige Spritzgießbauteile aus allen gängigen Materialien wie PC, PA, PBT, POM, ABS, PP, verstärkt und unverstärkt, für unterschiedliche Märkte gefertigt.

Um sich strategisch im Kerngeschäft gegenüber dem Wettbewerb behaupten zu können, stehen neben einer modernen Just-in-time-Fertigung auch immer wieder innovative und für den Caravanliebhaber komfortbringende Neuprodukte im Fokus der Entwicklungsingenieure. Unter dem Motto: „Mehr Luft! Mehr Licht! Mehr Komfort!“ hat MPK eine neue stufenlos aufzustellende Dachhaube entwickelt, die sich mit einer Einhandbedienung bis zu einem Winkel von 70 Grad öffnen lässt und die es dem Caravan-Nutzer freistellt, dieses Dachfenster variabel mit oder ohne Zwangsbelüftung zu nutzen.

Herzstück dieses innovativen Caravan-Dachfensters ist ein besonders stabiler doppelwandiger Rahmen, der in das Caravandach eingelassen wird und der die gesamte weitere Mechanik trägt. Sowohl der stufenlose Öffnungs- und Schließmechanismus als auch die variable Zwangsentlüftung stellen an die Stabilität und die Qualität des Rahmens allerhöchste Anforderungen in Bezug auf Präzision, Steifigkeit und Verzugsfreiheit.

Effiziente Vorplanung

„Die effiziente Vorplanung stand bei uns im Vordergrund, um die Werkzeugkosten so gering wie möglich zu halten und gegebenenfalls später in der Fertigung auftretende Fehler schon am Anfang auszuschalten.“ sagt Kaus Hepe, Leiter der Technik bei MPK. Daher habe man von Anfang an auf die Beratung durch Experten gesetzt. So wurden bereits zu Beginn der Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen CAD Kaiser aus Lüdenscheid Füll- und Fließsimulationen durchgeführt.

Auf der Basis dieser Simulationsergebnisse hat sich MPK zusammen mit dem Werkzeugmacher Kück & Höck aus Troisdorf für ein Werkzeug mit vier Anbindungspunkten entschieden und nach Beratung durch den Heißkanalhersteller Synventive Molding Solutions aus Bensheim für eine Heißkanalvariante mit pneumatischen Nadelverschlussdüsen und sequenzieller Steuerung. Mit diesem Gesamtkonzept war das bestmögliche Qualitätsergebnis in Bezug auf Verzugsfreiheit, Präzision und Steifigkeit, insbesondere auch an den Rändern des Rahmens, zu erwarten.

„Dass wir uns gerade für Synventive entschieden haben, hat drei wesentliche Gründe“, sagt Hepe. „Zum einen ist das Unternehmen für eine besonders zuverlässige Heißkanaltechnologie bekannt, das haben uns die Werkzeugmacher im Vorfeld bestätigt, zum anderen kann uns der Heißkanalhersteller einen externen Heißkanalregler mit optionaler sequenzieller Kaskadensteuerung liefern, den wir für verschiedene Spritzgussmaschinen variabel einsetzen können und schließlich und endlich bekommen wir einen sichergestellten Service rund um die Uhr.“

Günter Bagusche, Applikationsberater aus dem Hause Synventive, ergänzt dazu: „Natürlich war es auf den ersten Blick für MPK teurer ein Heißkanalregelsystem wie unser TTC mit sequenzieller Kaskadensteuerung zu wählen, anstatt die für den Dachrahmen vorgesehene Spritzgießmaschine Arburg 820S mit einer Kaskadensteuerung nachzurüsten. Aber durch die Entscheidung für dieses Regelsystem TTC hat MPK gleich zwei weitere Spritzgießmaschinen ohne weitere Mehrkosten mitbedienen können, sodass MPK bei genauer Betrachtung gar keine bessere und kosteneffizientere Entscheidung hätte treffen können.“

Die Produktionsergebnisse in der Serienfertigung sind nach Aussagen von Hepe sehr zufriedenstellend. „Das komplett montierte Plug-and-play-Heißkanalsystem war gleich so ausgelegt worden, dass die PP-Schmelze durch gleiche Fließweglängen und relative große Öffnungen der eingeschraubten Heißkanaldüsen mit konischem Nadelverschluss mit geringem Spritzdruck in die Werkzeugform eingebracht werden konnte. Dies hat sich ideal auf die Bauteilqualität in Bezug auf Präzision, Verzugsfreiheit und Steifigkeit ausgewirkt“, sagt  Hepe.

„Wir haben die absolut richtige Entscheidung getroffen. Das Herzstück unserer innovativen Dachhaube, der doppelwandige Rahmen kommt für uns perfekt und nahezu 100 Prozent verzugsfrei aus der Maschine. Ich denke, es hat sich wirklich gelohnt, im Vorfeld für ein neues Spritzgussbauteil mit den richtigen Experten nach dem besten Lösungsweg zu suchen. Wir haben ein wirklich tolles Ergebnis erreicht“, betont Hepe abschließend.

Autor

Über den Autor

Hans-Jörg Schreyer ist Leiter strategische Marktentwicklung und Marketing bei Synventive Europe. info@denos-consulting.de