Da Silikon medizinisch unbedenklich ist, wird es häufig für Produkte verwendet, die mit der Haut in Berührung kommen, unter anderem für Wundauflagen, Pflaster oder Atemmasken. Durch die hohe Reibung der Silikon-oberfläche kann der Träger die Berührung des Silikons mit der Haut als unangenehm empfinden. Insbesondere Atemmasken aus unbeschichtetem Silikon für Schlafapnoe-Patienten beeinträchtigen die Patienten. Die Sili-konoberflächen fühlen sich oft klebrig an, reiben und verursachen in manchen Fällen sogar Hautrötungen. Das Unternehmen Silcos in Reutlingen hat mit der Silmade Silk Feel Technologie eine Beschichtung entwickelt, die die Silikonoberfläche glatter und seidiger macht. Die beschichtete Oberfläche ist biokompatibel nach USP Class VI. Zusätzlich fällt die Reinigung leichter, da sich Schmutz wesentlich schwerer an die beschichtete Maske anlegen kann.

Reduzierte Reibungskoeffizienten

Silikon hat sehr hohe Reibungskoeffizienten, was die Anwendung zum Beispiel für Endoskopie-Ventile oder Spritzenkolben schwierig macht. Bei diesen Applikationen führt die erhöhte Reibung zwischen Silikon und Metall oder Kunststoffteilen zu Funktionsbeeinträchtigungen. Doch das hat sich jetzt geändert. Denn die Spezialisten bei Silcos haben die Silmade-Low Friction-Beschichtung entwickelt. Durch die Applikation dieser transparenten Beschichtung auf Form- und Extrusionsteilen aus Silikon ist es gelungen, die hohen Reibungseigenschaften von Silikonoberflächen signifikant herabzusetzen – gleichzeitig aber deren Elastizität aufrechtzuerhalten. Und somit die Funktion und Performance der Oberfläche entscheidend zu verbessern.

Die neue Beschichtung reduziert die Reibwerte des Silikons tatsächlich um bis zu 70 Prozent – abhängig von Silikontyp, Form. Im Testverfahren wurde die sehr gute Haftung zwischen Sili-konoberfläche und Silmade-Low Friction Beschichtung bestätigt (Gitterschnitttest 70°C/H2O/2h).
Die applizierte Oberfläche mit hoher Elastizität ist gut zu reinigen, sehr abriebfest und resistent gegen Staub und Schmutzpartikel. Desinfektion und Sterilisation erfolgen durch Autoklavierung, Elektronen- und Gammastrahlung.

Entscheidend für die Medizintechnik ist letztlich, dass die Beschichtung die positiven Eigenschaften von Silikon verstärkt und somit die Anwendungsbereiche des Produktes erweitert: Temperaturbeständigkeit bis 110°C und Chemikalienbeständigkeit nach DIN EN ISO 175 sowie die Biokompatibilität nach DIN EN ISO 10993-5 und -10 werden vom Anbieter garantiert.

Weitere Anwendungen

Häufig wird Silikon aufgrund seiner guten Trenneigenschaften zum Beispiel für Backformen, für Drucktampons eingesetzt. Es gibt aber genauso Applikation, bei denen Silikon mit anderen Materialien verbunden werden soll – als Beispiele seien Beschichtungen, Lackierungen oder das Verkleben mit anderen Materialien genannt. Hier greift die Silmade Activation. Bei einem Schnurlostelefon sollte die aus Silikon bestehende Schaltmatte von vorne in ein galvanisiertes Kunststoffgehäuse eingeklebt werden. Die Verwendung der Aktivierung ermöglicht die Verbindung der Schaltmatte mit dem Telefongehäuse mittels doppelseitigen Klebebands – ohne Verwendung eines Primers. Die flexible Schaltmatte in 3D-Design bildet eine geschlossene Bedienoberfläche inklusive Hinterleuchtung. Die Silikon-Bedienoberfläche ist wasserbeständig, staubdicht, kratz- und hochabriebfest. Durch ihre Reinigungsmittelbeständigkeit ist sie einfach zu säubern und sogar sterilisierbar.

Ermöglicht werden diese Eigenschaften durch eine patentierte Vorbehandlung zur Aktivierung von Silikon und durch die Entwicklung und prozesssicheren Bedruckung und Applizierung von hochabriebfesten Lacksystemen. Der selektive Abtrag von Lackschichten mittels Laser eröffnet Designern zusätzliche Möglichkeiten für die Gestaltung der Bedienoberfläche. Dadurch lassen sich extrem flache Bauweisen mit 3-D-Kontur bei Bedieninstrumenten realisieren. Hinzu kommt, dass für unterschiedlichste Funktionen nur noch ein Bauteil benötigt wird.

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Über den Autor

Cornelia Dörmer ist im Vertrieb und Marketing bei Silcos in Reutlingen tätig. c.doermer@silcos.com