Kunststoffwarenproduktion

Die Lage hat sich leider nicht gebessert, sondern es geht weiter abwärts. Der Start ins neue Jahr war schlecht. Kalender- und saisonbereinigt sank die Produktion um 2,1 Prozent gegenüber den ersten beiden Monaten 2012, also noch mal einen Tick schneller (0,1 Prozentpunkte) als im vierten Quartal 2012. Wie wir später sehen werden, hat das auch mit dem Baubedarf und dem harten Wintereinbruch zu Jahresanfang zu tun. Aber die Witterung ist nicht die alleinige Ursache. Wenn das Jahr Wachstum bringen sollte, müsste die Produktion in den kommenden Monaten kräftig zulegen.

Halbzeugproduktion: Hartnäckige Rezession

Einer der Hauptfaktoren für den schlechten Start ist die hartnäckige Rezession in der Halbzeugbranche. Deutete sich im Sommer noch eine Wende an, konnte sich dies nicht bestätigen. Der Abschwung hat sich eher beschleunigt. In den letzten drei Monaten 2012 verharrt das Minus bei 4,3 Prozent. Das ist doppelt so hoch wie der Produktionsrückgang der gesamten Kunststoffverarbeitung. Im Januar/Februar lag man noch unter dem Produktionsniveau des ersten Quartals 2010. Vielleicht wird der März besser.

Technische Teile und Konsumwaren

Zehnmal hintereinander der große Konjunkturtreiber, ging der Aufschwung im zweiten Quartal 2012 nun zu Ende. Ab dem dritten Quartal sehen wir Minuszeichen, die aber im Vergleich zum Halbzeugsektor schwach ausgeprägt sind. Im Januar/Februar liegt das Minus gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 bei 1,2 Prozent und hat sich gegenüber dem letzten Quartal 2012 halbiert. Die Produktion bewegt sich auf einem historisch hohen Niveau, weshalb man die Rückgänge noch gelassen sehen kann.

Umsätze: Besseres Bild

Im Gegensatz zur Produktion ergibt sich bei den Umsätzen ein nicht ganz so negatives Bild. Es finden sich teilweise auch leichte Zuwächse. Nun folgen Umsätze der Produktion nur mit Zeitverzögerung und es werden auch Umsätze mit Handelswaren erzielt. Deshalb sind Abweichungen üblich. Es könnte also sein, das die Branche glimpflich davon kommt. Und es ist das Inland, welches schwächelt, der Export ist robust, gerade in die Eurozone. Dabei herrscht doch in vielen Euro-Ländern Rezession. Wie jetzt?

Rettet den Euro, denn der Euro rettet

So könnte man formulieren. Zumindest aus deutscher Sicht. Denn die Exporterfolge im Euroraum sind ein starkes Argument für die Bedeutung des Euro für die exportorientierte Wirtschaft, zu der die Kunststoffverarbeitung immer mehr zählt. Allerdings gehen die Wachstumsraten bei der Ausfuhr in den Euroraum im neuen Jahr drastisch zurück. Auf Dauer kann sich die Kunststoffverarbeitung der Rezession in vielen Euroländern doch nicht entziehen. Zu den Gründen für die
Erfolge im Euroraum.

 

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Winfried Pfenning