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Wieder einen Schritt weiter in Richtung Science Fiction: E-Ink-Tablets so dünn wie Papier und zusammenrollbar. Vielleicht sind sie die Konkurrenz für iPad & Co. und die Grundlage für weitere Zukunftstechnologien. Die Plastiktablets von Intel, Plastic Logic und der Queen’s Universität belegen aber auch den Bedarf an Kunststoffen mit speziellen Eigenschaften und Eigenschaftskombinationen im Umfeld der Elektrotronikindustrie.  
Bei diesen hauchdünnen Touch-Computern haben Silizium und Glas ausgedient. Flexibler Kunststoff soll ein natürliches Arbeiten ermöglichen – ganz ohne Papier. „Der Andrang war groß“, berichtet Plastic Logic-Sprecherin Rachel Lichten von der Technikschau CES in Las Vegas. Dort wurde das Konzept vorgestellt. Wog der erster Laptop noch über neun Kilo, sind dies heute dank Kunststoff und gedruckter Elektronik nur noch wenige hundert Gramm. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis diese flexiblen Tablets marktfähig“. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Energieverbrauch.

„Elektronik auf der Basis von Kunststoffmaterialien bietet die Chance, mit intelligenten Verfahren und Materialien den technologischen Fortschritt anzutreiben“, erklärte Dr. Klaus Hecker, Geschäftsführer der Organic Electronics Association (OE-A), Frankfurt.

Die vor einem halben Jahrhundert noch unvorstellbare Verbindung zwischen Kunststoff und Elektronik eröffnet neue Märkte. Marktforschungsunternehmen prognostizieren einen Anstieg des Umsatzvolumens von 1,5 auf annähernd 250 Milliarden Euro in den nächsten 20 Jahren.

Bewährte Materialien wie Kupfer, Silizium oder Metalloxide durch funktionalisierte Kunststoffe zu ersetzen, ist aus verschiedenen Gründen erstrebenswert. Zum einen weisen diese Stoffe eine quasi unbegrenzte Verfügbarkeit auf, zum anderen lassen sie sich zumeist kostengünstig herstellen und einfacher Verarbeiten.

Das trifft auch auf die Entsorgung zu, bei der die Kunststoffelektronik als Beitrag zu einer „grünen Elektronik“ unter Umständen sogar mit Kompostierbarkeit aufwarten kann. Dies ist allerdings zunächst ein Fernziel. Aber es zeigt einmal mehr, dass Kunststoff ein Material mit
Zukunft ist.

 

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