Bild

Verwertung Diese Aussage formuliert Plastics Europe, der europäische Verband der Kunststofferzeuger, auf seiner Internetseite. So trivial die Botschaft klingt, so unterschiedlich ist die Art und Weise der Wiederverwendung in den Unternehmen. Verbrennen, Recyceln oder gleich zurück in den Produktionszyklus? In unserer Umfrage haben wir unsere Leser dazu befragt.

40 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass in ihrem Unternehmen anfallende Kunststoffabfälle verwertet, also nicht weggeworfen werden. Deren Verwertungsquote liegt allerdings mit maximal 50 Prozent relativ niedrig: Die Statistik des Umweltbundesamtes (UBA) spricht von einer landesweiten Quote von 97,3 Prozent bei den Kunststofferzeugern und sogar 99,8 Prozent bei den Verarbeitern. Grund für die Diskrepanz könnte ein unterschiedliches Verständnis des Begriffs Verwerten sein.

Zählt das UBA sämtliche Kunststoffe, die nicht auf der Deponie landen, als wiederverwendet, könnte man andererseits das Entsorgen in die Tonne im wahrsten Wortsinne als wegwerfen verstehen. Selbst dann, wenn der Behälter zu einem Erzeuger gebracht wird, der die Kunststoffabfälle zerschreddert und seiner Produktion zuführt – also recycelt. Ein Hinweis für die Richtigkeit dieser These ist, dass genau die Hälfte derjenigen, deren Unternehmen die anfallenden Abfälle verwerten, angaben, dies geschehe rohstofflich. Allerdings wird laut Plastics Europe nur ein Prozent aller Kunststoffabfälle auf diese Weise recycelt – und 32 Prozent werkstofflich, 66 Prozent energetisch.

Sehr positiv beurteilten die Umfrageteilnehmer die Qualität recycelter Kunststoffe im Vergleich zu der vor zehn Jahren: 50 Prozent meinen, dass sie zumindest etwas besser geworden ist. 17 Prozent attestieren den wiederverwendeten Kunststoffen sogar eine im Vergleich viel höhere Qualität. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass die werkstoffliche Verwertung laut Plastics Europe zwischen 1994 und 2011 pro Jahr im Durchschnitt um 3,6 Prozent zunahm. Außerdem bestätigt das: Kunststoffe sind zu wertvoll, um sie wegzuwerfen.

 

Jeden Monat erstellen wir eine kleine Online-Umfrage zu aktuellen Themen der Branche und bitten Sie, unsere Leser, um Ihre Meinung. Die Ergebnisse veröffentlichen wir in der jeweils folgenden Ausgabe des Plastverarbeiter. Ein Button mit dem Link zur Umfrage befindet sich auf unserer Webseite und in unserem Newsletter. Falls Sie diesen noch nicht erhalten, können Sie ihn auf unserem Portal abonnieren: www.plastverarbeiter.de