Zunehmende Nachhaltigkeit

Der Umsatz ist um ein halbes Prozent auf 56,2 Milliarden Euro und die Zahl der Betriebe um 3,3 Prozent auf 2.825 gestiegen. Die Beschäftigung hat um 2,4 Prozent auf 299.000 zugelegt. Allerdings ist die verarbeitete Menge um 3,7 Prozent auf 13,0 Millionen Tonnen gesunken, was Dr. Kruse nicht als realen Produktionsrückgang wertet, sondern als positives Zeichen für eine zunehmende „Nachhaltigkeit“: Die Kunststoffwaren würden leichter, durch immer sparsameren Einsatz (besserer) Kunststoffe. Den deutschen Verarbeitern gebührt hier sicher einen Technologieführerschaft.

Mengen und Wertentwicklung

Die Deutung der divergierenden Mengen- und Produktionsentwicklung mag richtig sein. Dafür spricht, dass es bei Technischen Teilen, bei denen es im Fahrzeugbau auf Gewichtsreduktion zum Zwecke der Kraftstoffeinsparung, mit über sieben Prozent die stärksten Rückgänge der Tonnage gab. Das Preisniveau ist um etwa drei Prozent gestiegen. Also hat es reale Produktionsrückgänge gegeben, die sinkende Tonnenzahl ist alleine durch leichtere Materialen nicht zu erklären. Es gab
also 2012 eine sinkende Produktion.

Aktuelle Lage und Erwartungen

Auch dieses Mal präsentierte der Verband Daten aus seiner alljährlichen Mitgliederbefragung, auf die in der Regel um die 150 Unternehmen antworten. 2012 meldeten 39 Prozent  Umsatzsteigerungen,  im Vorjahr waren es noch 73 Prozent. 29 Prozent und damit deutlich mehr als 2011 wiesen gleichbleibende Umsätze aus, der Anteil der Betriebe mit Umsatzrückgängen hat sich mehr als verdreifacht. Die Situation hat sich demnach gegenüber 2011 deutlich verschlechtert. Sinkende Umsätze bei immerhin einem Drittel der Betriebe sind ein Warnzeichen.

Umsatzerwartungen 2013

Im Rückblick zeigt, dass die Betriebe für 2012, viel zu optimistisch waren. Der Anteil Unternehmen mit Erwartung steigender Umsätze lag nur geringfügig höher als der Anteil derjenigen, die tatsächlich Umsatzzuwächse realisieren konnten. Deutlich weniger Betriebe als vorher erhofft, gelang es, ihre Umsätze zu halten. Mehr als doppelt so viele kämpften mit sinkenden Umsätzen. Für 2013 sind die Erwartungen bescheidener, nur noch ein Drittel spekuliert auf steigende Umsätze, beinahe die Hälfte stellt sich auf gleichleibende Umsätze ein, und 19 Prozent rechnen mit sinkender Nachfrage.

Gewinnerwartungen

Hinsichtlich der Gewinne hielten sich Anfang 2012 Optimisten und Pessimisten fast die Waage, mit leichtem Vorteil für die Zuversichtlichen. Gegenüber 2011 war man schon deutlich weniger hoffnungsfroh. Wie oben gezeigt, haben sich die Umsatzerwartungen für 2012 dann aber nicht sehr gut erfüllt. Und für 2013 sind die Betriebe wesentlich skeptischer für den wahrscheinlichen Geschäftsverlauf. Von daher verwundert es ein bisschen, dass die Gewinnerwartungen für 2013 positiver ausfallen als für 2012. Das erscheint wenig schlüssig.

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Winfried Pfenning