Kunststoffwarenproduktion

Betrug das Plus im ersten Quartal noch 3,3 Prozent, so waren es im ganzen ersten Halbjahr nur noch 1,3 Prozent. In den ersten neun Monaten 2012 schrumpfte das Wachstum auf magere 0,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2011 – nominal betrachtet. Der Produktionswert belief sich auf 39,0 Milliarden Euro. Die Gewichte verschoben sich leicht von den Halbzeugen zu Technischen Teilen und Kon-sumwaren, zum Baubedarf und zu den Dienstleistungen, Verpackungsmittel hielten ihren Anteil.

Nominal: Plus Real: Minus

Bezieht man die Preisentwicklung bei Kunststoffwaren mit ein, verkehrt sich das leichte Plus von einem halben Prozent in den ersten neun Monaten in ein reales Minus von 1,2 Prozent. Sinkende Produktion bedeutet geringere Kapazitätsauslastung und womöglich auch sinkende Betriebsergebnisse. Die Berechnungen haben ergeben, dass man in den ersten neuen Monaten – trotz nominal höherer Produktion –
real ein halbes Prozent unter dem Niveau des Vergleichszeitraum von 2008 liegt, etwa auf dem Stand von 2007.

Nach gutem Start stark nachgelassen

Nach einem leichten realen Minus am Jahresende 2011 startete die Kunststoffverarbeitung gut ins neue Jahr, mit einem nominalen Plus von 3,4 Prozent und einem realen Produktionszuwachs von einem Prozent. Das war aber nur ein Strohfeuer. Ab dem zweiten Quartal ging es abwärts, nominal wie real. Die Mengenrückgänge fallen mit -2,4 Prozent und -2,0 Prozent dreimal bzw. doppelt so hoch aus wie die Einbußen an Produktionswert. Der Abwärtstrend im dritten Quartal hat sich verlangsamt.

Baisse bei Halbzeugen

Bei der Suche nach den Ursachen des zuerst abebbenden, dann ausbleibenden Wachstums und der aktuell rezessiven Entwicklung springen uns die Halbzeuge ins Auge. Seit dem dritten Quartal 2011 hat es dort kein reales Produktionswachstum mehr gegeben, ab dem Schlussquartal 2011 hat sich Abschwung eingestellt, mit Werten zwischen -2,1 Prozent und -3,7 Prozent. Ob hier bereits eine Bodenbildung stattgefunden hat, lässt sich noch nicht beantworten, im dritten Quartal 2012 war der Rückgang jedenfalls am geringsten.

Technische Teile/Konsumwaren

Leider hat sich inzwischen auch in diesem Marktsegment die Konjunktur umgekehrt, obwohl es bisher eine feste Bank war. Im zweiten Quartal gab es erstmals nach zehn Quartalen Wachstum, wieder ein Minus in Höhe von 1,6 Prozent, welches sich in der Folge auf -2,7 Prozent beschleunigte. Dies scheint nicht nur eine Atempause, sondern eine Trendwende. Kurzfristig ist hier nicht mit Besserung zu rechnen, denn wichtige Abnehmerbranchen melden sinkende Auftragseingänge.

Autor

Über den Autor

Winfried Pfenning