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Photonik, das ist das technische Beherrschen von Licht in jeder Form. Man verspricht sich durch dessen Nutzung zahlreiche Ansätze zur Lösung drängender gesellschaftlicher Fragen und das Gestalten von Zukunftsfeldern für eine ressourcenschonende Wirtschaft. Das hört sich so an, als könne man mit Photonik die Welt retten.

Doch noch ist sie nicht in allen Anwendungsbereichen über das Forschungsstadium hinaus. Aber gerade das Überführen neuer verfahrenstechnischer Ansätze in die industrielle Anwendung verspricht verbesserte oder neue Produkteigenschaften sowie neue Fertigungsketten für das Herstellen komplexer Produkte, um damit dem stetig wachsenden Druck einer größeren Flexibilisierung, kürzeren Time-to-Market und einem Minimieren des Rohstoffverbrauchs zu widerstehen.

Auf dem Kongress „Photonische Prozessketten – Die Revolution der Produktion?“ im Rahmen der Euromold, wurden insbesondere Wege zur vollständigen Erschließung des Potenzials des Werkzeugs Licht für die nächste Generation der Produktion diskutiert. Denn gerade das Potenzial generativer oder abtragender Verfahren lassen von der Massenfertigung individualisierter Produkte träumen. Um dies jedoch für die nächste Generation der Produktion nutzen zu können, müssen Design, Konstruktion, Materialauswahl und Produktionsabläufe als ganzheitliches System, mit einem durchgängigen Konzept, welches auf optische Fertigungsverfahren und deren Möglichkeiten ausgerichtet ist, verstanden werden.

Und das setzt ein Denken in photonischen Prozessketten voraus.
Ich erinnere mich noch an die CIM-Begeisterung Anfang der 1980er Jahre. Auch damals sprach man von der Revolution der Produktion. Vielleicht sollte man erst einmal die „Produktion von Produktivität“ durch den Einsatz photonischer Verfahren wie Selective Laser Melting (SLM) und Rapid Manufacturing ergänzen und in Richtung flexibler, energieeffizienter und digital integrierter Produktion weiterentwickeln. Von einer Revolution in der Produktion zu sprechen, wäre sicher verfrüht.

 

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Harald Wollstadt