Kunststoffwarenproduktion

Die Antwort ist: Die konjunkturelle Situation der deutschen Kunststoffverarbeiter hat sich nicht weiter verschlechtert. Zwar gibt es keine durchgreifende Besserung, aber der Einbruch des zweiten Quartals hat sich in den folgenden drei Monaten nicht fortgesetzt. Die Produktion ist nur noch leicht rückläufig. Auf die ersten neun Monate gerechnet schwächte sich der Rückgang zu einer roten Null ab (- 0,3 Prozent). Nicht ausgeschlossen, dass das Jahr noch +/-0 ausgeht.

Halbzeugproduktion:
Die Wende?

Einen Beitrag zum Stop des Abwärtstrends leistet die Halbzeugbranche. Seit drei Quartalen auf abschüssiger Bahn, kann sie im dritten Quartal 2012 den Trend aufhalten und schafft eine schwarze Null, zu sehen allerdings vor dem Hintergrund der Stagnation im Vorjahresquartal. Ein Lichtblick. Auf neun Monate gerechnet bleibt noch ein Minus von 2,2 Prozent. Ob aufgrund des Basiseffekts (Rückgang der Produktion im Vorjahresquartal) in den letzten drei Monaten wieder Wachstum erzielt werden kann, ist fraglich.

Technische Teile und Konsumwaren

Dieser Bereich, zehn mal hintereinander der Konjunkturtreiber, war im zweiten Quartal 2012 erstmal knapp ins Minus gerutscht. Im dritten Quartal verstärkte sich der Rückgang noch leicht. Aufgrund des guten Starts in neue Jahr bleibt auf neun Monate gerechnet ein Produktionsplus von 1,3 Prozent. Wegen der teilweise stagnierenden Autokonjunktur muss man davon ausgehen, dass das Segment insgesamt nicht mehr wächst. Maschinenbau und Konsumwaren dürften den Rückgang bei Autoteilen kaum auffangen.

Inland oder Ausland?

Seit dem ersten Quartal 2012 gehen die Umsätze zurück. Überraschend zeichnet das Inland dafür verantwortlich. Die Exportkonjunktur ist nach wie vor recht robust. Dabei wird das Geschäft vor allem von der Eurozone getragen, die Geschäfte außerhalb des Euro schwächeln eher. Da sage noch einer etwas gegen den Euro: Die Eurozone ist stärker als je zuvor der Stabilitätsanker für die Branche. Diese Erkenntnisse erstaunen und erforderen weitere Abklärung.

Retter Eurozone

Besonders der Export von Technische Teilen und Konsumwaren in den Euroraum floriert. Selbst bisher in diesen Märkten schwächelnde Bereiche wie Verpackungen und Halbzeuge haben sich zuletzt positiv entwickelt. Lediglich die Exporte von Baubedarfsartikeln in den Euroraum brechen massiv ein, eine Folge des Platzens der Immobilienblasen in einigen Euro-Ländern. Exporterfolge trotz Rezession in den Abnehmerländern: Wie geht das zusammen?

 

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Winfried Pfenning