[1] Sepro Robotique, La Roche sur Yon, Frankreich, präsentierte auf der Fakuma drei neue Success-Typen 7, 11 und 33. Zusammen können diese Geräte an Maschinen mit Schließkräften zwischen 20 t und 700 t betrieben werden.

Hauptmerkmale der Baureihe sind längere Achsabmessungen und höhere Traglasten. Die Roboter wurden auf hohe Geschwindigkeiten und Präzision für kleine und mittlere Spritzgießmaschinen hin ausgelegt. Darüber hinaus zeigte das Unternehmen auch seine neuen Mehrachs-Roboter-Linien 5X Line und 6X Visual, eine neue IML-Lösung und einen servoelektrischen Angusspicker.

[2] Stäubli Robotics, Bayreuth, zeigte eine spritzfreie und leckagearme Multikupplung für die Temperierung. Zusätzlich präsentierte das Unternehmen den Shelfroboter TX340 SH. „Mit ihm schließen wir jetzt die Lücke in unserem Roboterprogramm, sodass für jede Aufgabe in der Kunststoffbranche eine Maschine zur Verfügung steht.“, sagt der Geschäftsführer für Stäubli Deutschland, Manfred Hübschmann. Der Roboter kann 165 kg bei einer Reichweite von 3.680 mm handhaben.

[3] Kiefel, Freilassing, konzentrierte sich in Friedrichshafen auf niedrige Stückkosten mit effizienter Maschinentechnologie getreu der Devise: So viel wie möglich, aber nicht mehr als nötig. Im Fokus stand die Thermoform-Maschine KMD 78 Basic, eine preisgünstige Variante. Die Ausstattung prädestiniert sie für viele Verpackungsprodukte durch einfache Bedienung und schnelle Zykluszeiten. Eine schnelle Automationslösung zum Stapeln und Handhaben geformter Teile wurde anhand einer KMD 78 Speed und einer Kilde Roboter-Zelle gezeigt.

[4] Der Peripherie-Hersteller für das Handling von Kunststoffen, Motan Colortronic, Friedrichsdorf, zeigte im Themenpark Medizintechnik seine Lösungen für Spritzguss, Extrusion, Blasformen, In-Line und Compounding. Rüdiger Kissinger, Leiter Marketing bei Motan Colortronic: „Für uns ist der Bereich Medizintechnik traditionell ein wichtiger Markt.“ Das Unternehmen stellte unter anderem eine doppelwandige Edelstahlrohrleitung namens Silentline vor, die den Lärmpegel um mehr als 50 Prozent reduziert.

[5] Lösungen zur Werkzeugreinigung zeigte Cold Jet, Weinsheim, live auf der Messe. Ein Kombisystem zum Trockeneis Pellet- und CO2-Schneestrahlen verarbeitet zum Strahlen jegliches Trockeneis. Das System kann von einem zum anderen Medium umgestellt und somit für 3 mm Pellets zum schnellen aggressiven Strahlen oder für die hochsensible Schnee-Abschabetechnologie – Partikelgröße unter 0,1 mm – verwendet werden.

[6] Mit der Servo-Ausschraubeinheit Doppel (SAD) von
I-Mold, Michelstadt, können zwei Gewinde in einem Spritzgießwerkzeug ausgeschraubt werden. Die Einheit kann platzsparend in beliebiger Position an das Werkzeug angebaut werden und ist in verschiedenen Größen erhältlich. Sie wird komplett anbaufertig geliefert und ist für die Reinraumfertigung gut geeignet. Die Einheit ermöglicht, den Gewindekern präzise, wiederholgenau und berührungslos ohne Festanschlag zu positionieren. Dies schont das Werkzeug und verhindert ein Festfahren. Mit den standardisierten Gewindekernen lassen sich Gewinde bis 60 mm Durchmesser und bis 50 mm Tiefe herstellen.

[7] Volkswagen, Skoda und Magna verwenden Luran S SPF30 von Styrolution, Frankfurt, für unterschiedliche Anwendungen beim Exterieur. Der Rohstoff enthält eine neuen UV-Stabilisator und wurde hinsichtlich Farbechtheit und Oberflächenqualität verbessert. Auf der Fakuma zu sehen war ein Kühlergrill des Skoda Yeti. Weiterhin werden der Kühlergrill des neuen Golf VII und Teile für den Außenspiegel des VW Up aus diesem Kunststoff gefertigt. Er gehört zur Produktline Luran S, deren Typen auf ASA (Acrylester-Styrol-Acrylnitril) basieren. Neben den genannten Eigenschaften ist er thermisch stabil, chemisch widerstandsfähig und besitzt nur eine geringe Alterungsneigung.

[8] Polyamide eröffnen in der Herstellung von Pkw-Motorölwannen – verglichen mit Stahlblech oder Druckguss-Aluminium – große Chancen zur Gewichtseinsparung. Das zeigt das Beispiel der 1.8- und 2.0-Liter-Benzin-Turbomotoren, die im Audi A3, A4 und A6 sowie im VW Passat zum Einsatz kommen. Ihre Motorölwannen bestehen aus PA66 Durethan AKV 35 H2.0 von Lanxess, Leverkusen, und wiegen im Vergleich zu Stahl rund ein Kilogramm weniger. Auch gegenüber Aluminium sind sie deutlich leichter. Das PA ist mit 35 Prozent Glasfasern gefüllt. Trotz dieser Verstärkung lassen sich mit ihm verzugsarme Ölwannen herstellen, deren Flansche dicht halten. Weitere Stärken des Werkstoff sind Möglichkeiten zur kostensenkenden Integration von Funktionen per Spritzguss. Im Falle der Motorölwannen sind die Aufnahmen für den Ölstand-Sensor und die Ölablass-Schraube direkt mit angeformt.

[9] Mit dem Verfahren des Langfaser-Direktspritzgießens, das Arburg, Loßburg, zusammen mit dem Kunststoff-Zentrum SKZ, Würzburg, entwickelte, können durch die Inline-Zuführung der Fasern in die Schmelze längere Fasern als bisher verarbeitet werden. So sind leichtere Spritzteile mit dünneren Wandstärken und hoher Festigkeit herzustellen. Außerdem lassen sich die Faserlänge, der Faseranteil und die Materialkombination individuell beeinflussen. Beim Partikelschaum-Verbund-Spritzgießen (PVSG) handelt es sich um ein Projekt mit Krallmann, Hiddenhausen, und Ruch Novaplast, Oberkirch, bei dem erstmals ein geschäumtes Teil mit Kunststoff im Spritzgießverfahren kombiniert wird. Dabei verbinden sich die beiden Komponenten, sodass in einem Schritt ohne Montage ein fertiges Bauteil entsteht.

[10] Sumitomo (SHI) Demag, Schwaig stellte – wie die meisten Hersteller von Spritzgießmaschinen – das Thema Produktionseffizienz in den Mittelpunkt. Mittlerweile bietet das Unternehmen hierzu 16 Bausteine an. Neben den einzelnen Active-Bausteinen, die auf die Maschinen-Bedürfnisse abgestimmt werden, zählt hierzu auch die überarbeitete Steuerung. Dr. Frank Balbach, Leiter Steuerungsentwicklung betont: „Schon der Name weist darauf hin, dass die NC5 plus keine neue Steuerung ist. Jedoch haben wir die visuelle Führung des Anwenders spürbar verstärkt und das intuitive Bedienen stärker in den Vordergrund gestellt.“

[11] Bayer Materialscience, Leverkusen, sieht gute Perspektiven für eine steigende Verwendung von Kunststoffen bei künftigen Mobilitätstechnologien. „Der Anteil von Kunststoffen in Automobil-Anwendungen dürfte bis 2020 von zurzeit 15 auf 25 Prozent wachsen“, schätzt Hans-Peter Neuwald vom Auto-Team des Unternehmens. Vor allem der Trend zur Elektromobilität hat dem automobilen Leichtbau neuen Schwung verliehen.

[12] Eines der Highlights bei Protec Polymers, Bensheim, war das gravimetrische Chargendosiergerät Somos BB150. Es ist sowohl für die Versorgung von Spritzgießmaschinen als auch für einen überfüttert betriebenen Extruder mit Mehr-K-Mischungen geeignet. Ausgelegt ist es für insgesamt vier gut rieselfähige Komponenten und einen Durchsatz von bis zu 150 kg/h. Das Gerät wird auf ein Gestell neben der Maschine montiert und lässt sich mit Saugfördergeräten der gleichnamigen Baureihe zum automatischen Befüllen der Materialbehälter ausrüsten. Für die komfortable Bedienung sorgt die MH45-Touchscreen-Steuerung mit grafischer Bedienoberfläche, speziell zugeschnitten auf das Aufgabenspektrum eines Chargendosiergerätes.

[13] Oktamatik heißt die automatische Big-Bag- und Oktabin-Entleerung, die Moretto, Massanzago, Italien, zeigte. Es handelt sich um eine Entleerungs-Station, die – branchenspezifisch ausgestattet – die Granulat-Behältnisse in einen Vorratsbehälter mit kontrolliertem Füllstand entleert. Auf diese Weise können bis zu 12 Tonnen Granulat pro Stunde entleert und via Vorratsbehälter der Produktion zugeführt werden. Die Entleerungsstation ist in drei Varianten erhältlich – für Oktabins mit einem Fassungsvermögen von 500, 1.000 oder 1.500 kg. Außerdem präsentierte Renato Moretto, CEO bei Moretto, das ehrgeizige Leonardo Projekt: Eine Großrechner-Anlage, mit deren Hilfe die physikalischen Vorgänge beim Material-Handling weiter erforscht werden sollen, um so den Anwendern spezifische Lösungen anbieten zu können. Die Investitionssumme ist vergleichbar mit derjenigen für ein Gebäude von etwa 10.000 m2.

[14] Die modulare F-Serie stand bei Ferromatik Milacron, Malterdingen, im Mittelpunkt. Gezeigt wurde sowohl eine Variante als Mehr-K-Maschine als auch eine Ausführung als elektrische Spritzgießmaschine mit Würfelwerkzeug. Die Mehr-K-Maschine, eine F 160-2 mit 1.600 kN Schließkraft, ist als hybride Maschine konfiguriert. Die Maschine nutzt ein 1+2-fach Werkzeug von Udo Bodmer for Solution B, Hausach. Sie ist mit einer Haupt- und einer vertikalen Spritzeinheit Advanced Performance (APh) 45 ausgestattet, die hydraulisch angetrieben sind. Zuerst produziert die vertikale Spritzeinheit einen Deckel für sechs Frischeier aus zwei Teilen, die mit einem Label dekoriert sind. Danach fertigt die Hauptspritzeinheit den dazugehörigen Grundkörper. Das 2K-Teil mit einer durchschnittlichen Wandstärke von 0,35 mm besteht aus transparentem Polypropylen (PP), hat ein Schussgewicht von 19 g und wird in einer Zykluszeit von 2,8 s hergestellt. Die F 270 Cube mit 2.700 kN Schließkraft ist eine neue Zwischengröße und gleichzeitig die erste Würfel-Maschine dieser Maschinenserie.

[15] Der Werkzeug-Innendrucksensor Typ 6161AA… von Kistler, Winterthur, Schweiz, misst Werkzeuginnendrücke bis 200 bar. Der Sensor eignet sich vor allem zum Überwachen, Steuern und Regeln von RTM-Prozessen, Hochdruck-RTM (HD-RTM) und SMC-Verfahren (Sheet Molding Compound), bei der Verarbeitung vernetzender Formmassen für den Kunststoff-Leichtbau in der Automobil- und Luftfahrttechnik mit Drücken bis zu 150 bar. Beispiele sind das Erkennen von Füllfehlern oder das Steuern kaskadierter Füllvorgänge über mehrere Anschnitte. Neben dem Druck misst der Sensor auch das Vakuum im evakuierten Werkzeug.

[16] Fillcontrol heißt die Lösung für konstante Teilequalität bei Priamus, Schaffhausen, Schweiz. Die modularen Bausteine unterstützen den Spritzgießer angefangen bei der Prozessoptimierung und -überwachung über die Steuerung bis hin zur Regelung von Heißkanal und Maschine. Um Schlechtteile gezielt zu vermeiden, müssen die Maschinen-Einstellungen permanent angepasst werden, damit die Teile-Eigenschaften hinsichtlich Dimension, Festigkeit oder Oberfläche konstant bleiben. Das Control-M-Modul regelt Einspritzprofil, Nachdruckprofil sowie Schmelze- und Werkzeugtemperaturen von Heiß- und Kaltkanälen und stellt so sicher, dass ein Werkzeug von einer Maschine zu einer anderen transferiert werden kann, ohne die Qualität der Teile zu verändern. So wird ein optimierter Prozess automatisch mit Hilfe von Druck- und Temperatursignalen reproduziert, und die Validierung des Prozesses deutlich vereinfacht.

[17] Mit TempFlex Z976/…, Z977/… zeigt Hasco Hasenclever, Lüdenscheid, eine Temperierlösung ohne Tiefbohrungen oder 90°-Umlenkungen. Sie eignet sich zur Temperierung von Form- beziehungsweise Zwischenplatten bei gleichzeitiger konturnaher Kühlung. Der flexible Metallgeflechtschlauch ist schnell und einfach zu montieren oder auszutauschen und kann an einen beliebigen Nutverlauf angepasst werden. Bestehende Werkzeuge mit unzureichender Kühlleistung können mit wenig Aufwand optimiert werden. Durch das Umlenken der Kühlung über Bögen werden Druckverluste bei gleichbleibender Strömungsgeschwindigkeit wesentlich verringert. Die quadratische Schlauchform bietet einen guten Wärmeübergang zu allen Werkzeugplatten. Da Tieflochbohrungen und Verstopfen entfallen, können bereits bei der Herstellung der Werkzeugplatten Kosten reduziert werden.

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Redaktion Plastverarbeiter