Kunststoffwarenproduktion

Im ersten Halbjahr 2012 verkauften die deutschen Kunststoffverarbeiter Waren im Wert von 25,9 Milliarden Euro, ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und neuer Rekord. In den ersten sechs Monaten 2011 betrug das Wachstum noch 14,3 Prozent. Technische Teile und Konsumwaren, sowie Halbzeuge steuern jeweils mehr als ein Drittel bei, wobei die erstgenannten beiden ihren Vorsprung gegenüber Halbzeugen ausbauen. Verpackungen, Baubedarf und Dienstleistungen schaffen zusammen knapp 30 Prozent.

Nominal: Plus, real: rote Null

In der Krise 2008/2009 wurde der langjährige steile Aufwärtstrend der Produktion jäh gestoppt. Die schnelle Erholung 2010 mündet in einen neuen, vermutlich aber deutlich flacher verlaufenden, Aufschwungpfad.

2011 wurden alte Rekordmarken erstmals wieder übertroffen. Die Preise stiegen etwas schneller als die reale Produktion. Im ersten Halbjahr 2012 aber bleibt vom Aufschwung leider nur noch ein nominales Plus, real resultiert eine rote NulI.

Erstes Quartal: Hui! Zweites: Pfui?

Woher die rote Null? Der Jahresauftakt 2012 verlief für die Branche noch recht erfreulich. Im ersten Quartal wurde sowohl nominal als auch real ein Plus erzielt. Und das vor dem Hintergrund des starken Vorjahresquartals. Im zweiten Quartal kippte die Konjunktur. Der Produktionswert sank gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,6 Prozent, real gab die Produktion um 2,2 Prozent nach. Ist das schon die Wende? Droht ein neues Tief? Und woher rührt dieser Umschwung? Dazu müssen wir die einzelnen Marktsegmente unter die Lupe nehmen.

Sorgenkind Halbzeug

Die Situation der Branche ist je nach Marktsegment sehr unterschiedlich. Die Halbzeugbranche macht bereits länger Sorgen, real begann die Produktion  schon im dritten Quartal 2011 zu stagnieren, seit dem Schlussquartal 2011 geht sie sogar zurück. Und dieser Trend hält auch im neuen Jahr an.

Die Produktionswerte stiegen noch bis ins erste Quartal 2012. Dahinter verbergen sich Preisanpassungen aufgrund gestiegener Rohstoffkosten. Zuletzt sanken aber auch die Produktions-
werte.

Technische Teile/Konsumwaren

Dieses Marktsegment bildete bisher eine unerschüttliche Bastion und trieb die Konjunktur am stärksten. Bis ins erste Quartal 2012 war hier eitel Sonnenschein. Zwar beruhigte sich das stürmische Wachstum gegen Jahresende 2011 etwas, aber man blieb auf der Erfolgsspur. Im zweiten Quartal 2012 stagnierten erstmal seit langem die Produktionswerte und die reale Produktion gab sogar etwas nach. Ist das nur eine Atempause oder die endgültige Trendwende?

 

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Winfried Pfenning