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Gegenüber dem vergangenen Jahr listet die Übersicht zwei Firmen weniger auf. Hintergründe sind die Insolvenz einer der Firmen und die Umstrukturierung einer Firmengruppe, wobei hier die Abwesenheit vorübergehend ist. Die Tabelle stellt die Produkte der beteiligten Firmen nebeneinander, wobei ein wesentlicher Teil sich auf die Philosophie bezieht, die der Konzeption der Anlagen zugrunde liegt. Größen- und Leistungsangaben ergänzen diese Auflistung und ermöglichen die direkte Auswahl geeigneter Lieferanten.

Steigende Komplexität der Anlagen

Immer komplexere Anlagen werden vom Markt gefordert, um die von Reifenhäuser Kiefel verzeichnete „Tendenz zu mehr Schichten bei PE- und Barriere-Produkten“ erfüllen zu können. So werden „aus klassischen Drei-Schicht-Verbunden Fünf-Schicht-Rezepturen“ und für „Hochbarriere-Anwendungen vermehrt Neun-Schicht-Folien hergestellt“. Vorteil ist, mehr unterschiedliche Rohstoffe kombinieren zu können, wodurch Foliendicken reduziert und Folien-Eigenschaften verändert oder ergänzt werden können. Damit verbunden ist die Möglichkeit des verringerten Einsatzes teurer Rohstoffe. Wie bei den Folien, so berichtet KraussMaffei Technologies von der gesteigerten Nachfrage nach komplexen Material-Systemen und hochwertigen Materialien bei Rohren, Profilen und Platten.

Die dafür erforderlichen Maschinen und Geräte werden als komplette Systemlösungen nachgefragt und stehen für mineralisch gefüllte, vernetzte, faserverstärkte, kerngeschäumte, isolierte Rohre und Rohre mit Barriere-Schichten, mit äußeren Schutzschichten, mit Inspektions-Schichten und mit profilierter Wandung sowie für Großrohre zur Verfügung. Diese Anlagen weisen In-line-Dimensionierungs-Systeme, 36 D-Technologie bei Einschnecken-Extrudern und gegenläufigen parallelen Doppelschnecken-Extrudern sowie Systeme zur Kühlstrecken-Verkürzung und Erhöhung der Ausstoß-Leistungen auf oder stehen als Direkt-Extrusionsanlagen zur Verfügung. Bei den Profilen bewirken verschiedene Varianten der Mehrfach-Strangextrusion die „kurzfristige Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Lagerbestände“.

Coextrusions-Varianten optimieren die Materialkosten bei vermehrtem Einsatz von Materialien mit hohen Füllstoff-Anteilen oder von Rezyklaten, ergänzt durch die „Extrusion von Naturfasern mit verschiedenen Füllstoffen (NFC, WPC)“.

Auch bei den Anlagen für elastomere Werkstoffe ist eine erhöhte Nachfrage nach kompletten Systemen zu verzeichnen. Speziell für kleine Durchsatz-Leistungen, wurde eine Profil-Fertigungsanlage ausgelegt „für einen stabilen und reproduzierbaren Verarbeitungs-Prozess auf Produktions-Anlagen.“ Für Dichtungs-Profile aus Polypropylen oder aus Thermoplastischen Elastomeren unterschiedlichster Härtegrade wurde eine neue Extrusions-Anlage konzipiert mit bis zu fünf Einschnecken-Extrudern für das Aufbereiten der unterschiedlichen Profil-Komponenten. Für die Nachfolge-Anlagen der Rohr- und Profil-Extrusion sind Präzision und Vollautomatik die von Graewe hervorgehobenen Eigenschaften. So weisen Wickler und Nachfolge-Maschinen für Microduct-Rohre eine präzise Verlegung und Flansch-Abtastung der Holzspulen mittels Laser auf bei Wickelgeschwindigkeiten bis 200 m/min.

Flexible Verfahren senken Kosten

Die zur Rohr-Extrusion eingesetzte Verfahrenstechnik wird nach KraussMaffei Technologies weiter entwickelt zur Verarbeitung neuer Materialien, Rezyklat und Regranulat mit dem Ziel der Materialkosten-Reduzierung. Bei Profilen wird das Erweitern der Rezepturbreite angestrebt, um so ein „Erhöhen der Flexibilität bei der Maschinenbelegung in der Produktion“ zu erreichen. Die Entwicklung dient dem Ziel des „vermehrten Einsatzes von Faser-Composite-Produkten und Composites mit nachwachsenden Rohstoffen“. KraussMaffei Berstorff hebt bei Dichtungsprofilen die „Verfahrens-Flexibilität durch die unterschiedlichen Vulkanisations-Einheiten, wie Schock-, Mikrowellen- und Heißluft-Kanal hervor. Bei PE-Schaum-Rohren steht das Verarbeiten von umweltverträglichen Treibmitteln im Vordergrund. Die Leistungsfähigkeit der Anlagen wird durch weiteres Verkürzen der Rüst- und Reinigungs-Zeiten gesteigert. Ein höherer Durchsatz wird bei den Blasfolien durch Hochleistungs-Kühlsysteme erreicht.

Automatische Weiterverarbeitung dank erhöhter Qualität

„Steigende Qualitäts- und Sicherheits-Anforderungen bei gleichzeitiger Einsparung von Material“ sind laut KraussMaffei Technologies nach wie vor Forderungen des Marktes, die bei Rohren mit minimierten Schwankungen beim Durchmesser, bei der Wanddicke und beim Metergewicht realisiert werden. Bei den Dichtungsprofilen verweist KraussMaffei Berstorff darauf, dass diese aus mehreren unterschiedlichen Material-Komponenten erstellt werden und komplizierte Profil-Querschnitte mit sehr feinen Geometrien aufweisen, die mit den Anlagen zu realisieren sind.

Die Energie-Effizienz der Anlagen wird durch den Einsatz neuester Antriebs-Technik erreicht, wie Reifenhäuser Kiefel darlegt. Hinzu kommen Einrichtungen zur Rückgewinnung der eingesetzten Energie.
Werner Hoffmanns

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Prof. Dr.-Ing. Werner Hoffmanns