Produktion von Kunststoffwaren

2011 verkauften die EU-Kunststoffverarbeiter Kunststoffwaren im Wert von insgesamt 172,9 Milliarden Euro. Die Grafik gibt die Länderanteile für 94,2 Prozent der tatsächlichen Produktion wieder. Größter Produzent ist Deutschland mit 29,5 Prozent Anteil, gefolgt von Italien mit 16,2 Prozent. Danach rangieren Frankreich und das Vereinigte Königreich. Diese vier tragen 69,4 Prozent der Gesamtproduktion. Eine Gruppe von sechs Ländern (Spanien, Polen, Österreich, Belgien, Niederlande, Tschechien) folgt mit 21 Prozent.

Gesamte Marktsegmente

Größter Einzelposten der Gesamtproduktion von 172,9 Milliarden Euro sind mit knapp 33 Prozent Technische Teile und Konsumwaren, im Wert von insgesamt 56,9 Milliarden Euro. Fast gleichauf liegen Halbzeuge (Folien, Platten, Rohre) mit 51,5 Milliarden Euro. Verpackungsmittel tragen 36,6 Milliarden Euro oder 21,2 Prozent zur Gesamtproduktion bei. Baubedarfsartkel bilden mit 24,0 Milliarden Euro und 13,9 Prozent Anteil das kleinste Marktsegment.

Produktionsstruktur

Zwischen der Struktur der Produktion der deutschen Kunststoffverarbeitung und der Gesamtheit der restlichen EU-Länder ergeben sich bemerkenswerte Unterschiede. So ist der Anteil der Technischen Teile und Konsumwaren und der Halbzeugproduktion im europäischen Schnitt jeweils deutlich drei beziehungsweise sechs Prozent niedriger, die Baubedarfsartikel steuern hingegen etwa drei Prozent mehr bei. Eklatant ist der wesentlich höhere Anteil (sechs Prozent) der Kunstoffverpackungsartikel, vor allem der Flaschen und Plastiktüten.

Konjunkturentwicklung

Betrachtung der Konjunkturentwicklung in den 27 EU-Ländern insgesamt und den fünf wichtigsten Kunststoffverarbeiterländern (Deutschland, Italien, Frankreich Großbritannien, Spanien, in der Reihenfolge ihres Beitrags zur europäischen Kunststoffwarenproduktion). Bis 2007 befand sich die europäische Kunststoffverarbeitung in einer Wachstumsphase, 2008 kippte die Konjunktur, die Produktion fiel auf Niveau des Jahres 2006 zurück. 2009 ging der Abschwung überall in freien Fall über. Für die deutschen Verarbeiter bedeutete das „nur“ ein Sinken unter das Ausgangsniveau von 2005.

Halbzeugherstellung

In der Halbzeugherstellung (Folien, Platten, Profile) sieht es ähnlich aus wie in der Gesamtbranche. Außer den deutschen Verarbeitern konnte niemand mehr die alten Produktionsniveaus. Am besten haben sich noch die französischen Betriebe gehalten, die Italiener sind deutlich weit von ihrem Vorkrisenstand entfernt und die Konjunktur bricht im erstem Halbjahr 2012 richtig ein. In Spanien ist die Produktion fast auf 70% des Ausgangsniveau von 2005 gefallen, 2009 konnte man sich sogar nur so minimal erholen, dass man eigentlich von kontinuierlichem Abwärtstrend sprechen muss.n

 

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Winfried Pfenning