Weil Metalldeckel Wärme sehr gut leiten, sind in vielen Fällen Kunststoffgriffe montiert. Metalldeckel müssen beschichtet werden, oder im Falle von Edelstahl einer aufwändigen Oberflächenbehandlung unterzogen werden, welche die Oberfläche entweder poliert oder in dem typischen Strichmuster aufraut. Um die Deckel für den jeweiligen Arbeits- und Montageschritt korrekt zu positionieren, sind hohe Investitionen in Automatisierungsanlagen notwendig. Bei Kunststoffen hingegen entfallen solche Bearbeitungsschritte und das Einfärben geschieht bereits beim Hersteller des Kunststoffs, oder durch Zugabe von Masterbatch. Polyphthalamide (PPA) haben sich bereits seit vielen Jahren für hochwertige Bratenwender, Zangen und Schöpfkellen bewährt. Die hohe Steifigkeit der Produkte, die auch bei Kontakt mit heißem Öl in der Pfanne und heißem Wasser in Spülmaschinen erhalten bleibt, spürt der Konsument unmittelbar als Zeichen von Qualität. Betty Bossi, ein Schweizer Anbieter von Kochliteratur, qualitativ hochwertigen Frisch-Convenience-Produkten und praktischen Küchen- und Haushaltgeräten, setzte bei der Entwicklung eines Brat- und Schmordeckels aus diesem Grund auf das PPA Grivory HT1V-4 FWA von EMS Grivory, Domat/Ems, Schweiz.

Hohe Steifigkeit als Zeichen von Qualität

Der zweiteilige Brat- und Schmordeckel erfüllt die Funktion als Spritzschutz zum Anbraten und als Deckel zum Schmoren. Durch das drehbare Oberteil können Lüftungsschlitze geöffnet und geschlossen werden. Zur einfachen Reinigung ist der Deckel leicht zerlegbar und in der Spülmaschine platzsparend wie zwei Teller positionierbar. Bei diesem flachen Design sind eine große Steifigkeit bei hohen Temperaturen und eine geringe Verzugsneigung notwendige Voraussetzungen.

Nach einer Untersuchung der Zeitschrift Ökotest können in Bratpfannen durchaus Temperaturen von 270°C entstehen. PPA vom Typ PA 6T/6I mit einem Schmelzpunkt von 325°C ist für solche Anwendungen gut geeignet. Beim Spritzschutzdeckel Clean Air integrierte Betty Bossi eine weitere Funktion. Ein Aktivkohlefilter schützt nicht nur vor Spritzern, sondern mindert auch die Gerüche. Die ebenfalls zweiteilige Konstruktion besteht aus einem Griff, den ein Bajonettverschluss mit dem Deckel verbindet. Zuerst wird der Aktivkohlefilter in eine Aussparung im Deckel eingelegt.

Anschließend wird die Kammer mit dem Griff in einer Bewegung verschlossen. In umgekehrter Reihenfolge kann der Aktivkohlefiltereinsatz einfach entnommen und in der Spülmaschine gereinigt werden. Auch hier steigert das verwendete PPA die Wertigkeit des Produkts deutlich. Trotz seiner flachen Form gibt der Griff weder beim Verschließen des Bajonettverschlusses noch beim Anheben des Deckels nach.Werkstoffe, die direkt mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, müssen über entsprechende, regionale Zulassungen verfügen. Beim Lebensmittelkontakt gelten zum Beispiel die amerikanischen FDA oder die europäischen EU-Richtlinien. Alle Werkstoffe des Anbieters mit dem Kürzel FWA (food and water approved) verfügen über entsprechende Zulassungen. Neu in der Produktfamilie ist auch ein PPA Typ auf Basis nachwachsender Rohstoffe.

 

Kunststoffe ersetzen Metalle

In immer mehr Industriezweigen ersetzen Kunststoffe Metalle wie Messing, Zink, Aluminium oder ­Kupfer. Die beiden wichtigsten Gründe dafür sind Reduktion des Gewichts und der Kosten­. So beispielsweise im Automobilbau, wo ein geringeres Gewicht direkten Einfluss auf den CO2-Ausstoß hat und damit Wettbewerbsvorteile für den Automobilhersteller bietet.

Aber auch die hygienischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften sprechen für den Kunststoff. Diese und der wachsende Kostendruck führt so auch bei Küchenanwendungen zur Substitution von Metall durch Kunststoff.

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Volker Eichhorn