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An der Weiterentwicklung moderner Verpackungsmethoden ist nicht nur die Konsumgüterindustrie interessiert. Verpackungstechnik ist eine bodenständige Ingenieurwissenschaft, die ganz solide mit Mathematik, Chemie und Physik beginnt. Denn Milchtüten dürfen beim Transport nicht platzen, Zahnpasta soll aus ihrer Tube gequetscht werden und so sind neben physikalischen Versuchen für die Durchschlagsfestigkeit auch Statistikberechnungen für die Stapeleigenschaften und der rechnerische Nachweis einer chemischen Beständigkeit wichtig. Rechnerisch lässt sich auch darlegen, dass Kunststoffverpackungen nicht nur in der Produktion wertvolle Ressourcen sparen sondern auch beim Warentransport. Leichte PET-Kunststoff-Flaschen lassen sich in Lkws in der Regel unter voller Raumausnutzung laden, wodurch pro Fahrt mehr Flaschen im Supermarkt ankommen. Und die Berechnungen belegen dann, dass Kunststoff-verpackungen helfen, Treibstoff zu sparen und CO2-Emissionen zu senken.

Neben den herkömmlichen Kunststoffen werden inzwischen auch sogenannte Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen eingesetzt. Pro Jahr werden rund 4.000 Tonnen Verpackungen aus Biokunststoffen in Deutschland produziert. Das entspricht etwa 0,1 Prozent aller in Deutschland hergestellten Kunststoffverpackungen. Und es ist damit zu rechnen, dass in absehbarer Zeit weitere Einsatzmöglichkeiten im Verpackungsbereich, zum Beispiel im Lebensmittelsektor, hinzukommen.

Seit den alten Griechen bedeutet „Mathematik“ zu sagen, zu beweisen. Auch die Rohstoff-Preisentwicklung ist Mathematik, aber hier ist 1 + 1 manchmal 3. Sie lässt sich daher ebensowenig berechnen, wie die konkreten Auswirkungen der Energiewende und die damit einhergehenden Kostensteigerungen für die gesamte Verpackungsindustrie.

 

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Harald Wollstadt