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Die aufgeführten Firmen sind überwiegend Hersteller der angebotenen Produkte. Lediglich fünf Firmen vertreiben ausschließlich und sieben weitere zusätzlich Produkte anderer Hersteller, die in der Regel angegeben sind. Dabei haben die meisten der Firmen Farbe und sonstige Eigenschaften vermittelnde Zuschläge im Angebot, die in der Regel auch in Kombinations-Batches lieferbar sind. Lediglich sieben Firmen liefern ausschließlich Farb-Batches und acht ausschließlich Additiv-Batches. Über diesen Liefer-Rahmen hinausgehende Angebote sind in der Spalte „sonstiges“ aufgeführt. Diese umfassen Flüssigfarben, Farbpasten und Lacke sowie für besondere Werkstoffe geeignete Produkte. Drei Firmen bieten auch Einrichtungen an, die der Verarbeitung ihrer Produkte dienen.
In großem Umfang werden Zertifizierungen von nahezu allen Firmen angegeben, womit diese belegen, dass ihre organisatorischen und produktiven Abläufe qualitätsfähig sind; im Hinblick auf die Qualität steigernden Wirkungen ihrer Erzeugnisse in den Produkten ihrer Kunden sicherlich eine notwendige Maßnahme.

Bis auf acht Firmen sehen alle übrigen die Eignung ihrer Produkte für den Einsatz in allen Branchen. Besonderheiten und spezifische Anwendungen geben neben diesen acht Firmen auch weitere für die Einsetzbarkeit ihrer Produkte an, darunter für den Automobilbau die Kunstleder-Fertigung, Schaumkunststoffe, PVC, ABS-Selbsteinfärbung, Verpackung, Transportwesen sowie Spiel- und Haushaltswaren. Die Verarbeitung der Produkte erfolgt uneingeschränkt durch Spritzgießen und Extrudieren. Dies gilt auch für das Hohlkörper-Blasen und das Kalandrieren. Zahlreiche Besonderheiten sind unter sonstigen Verarbeitungs-Verfahren aufgeführt, wie Gießen, Rotationsformen und Tiefziehen.

Auch für extreme Anwendungen ergibt sich eine Eignung der Produkte vor allem für das Einfärben, wie die Aussagen zur Einsetzbarkeit sowohl für dünnwandige als auch für dickwandige Produkte nahezu übereinstimmend belegen. Auf Besonderheiten und Spezialitäten weisen die Einträge in der folgenden Spalte hin. Neben biologischer Abbaubarkeit sind dies Eignung für das Laser-Markieren und -Beschriften, für das Laser-Durchstrahl-Schweißen, für das homogene Einfärben transparenter Kunststoff-Teile, für flächige Teile wie Kofferschalen aus ABS, für das Spinnfärben und für das Rotations-Gießen.

Da Trägermaterialien Bestandteil eines jeden Batches sind, werden diese, mit dem Farb- und/oder Zuschlag-Stoff, Bestandteil des vom Kunden gefertigten Produkts. Damit haben sie auch Einfluss auf dessen Eigenschaften. Sie sind daher als polymerspezifisches Trägersystem auf den Produkt-Werkstoff auszurichten oder aber als Universal-Trägersystem von möglichst geringer Wirksamkeit hinsichtlich der Produkt-Eigenschaften. Inwieweit beide Trägerarten erhältlich sind, wofür sie gegebenenfalls nicht einsetzbar sind und wofür spezifische Träger geliefert werden können, kann dem Tabellenteil zu Träger-Materialien entnommen werden. Soweit Farbmittel geliefert werden, ist wiedergegeben, ob diese weiße, schwarze und bunte Farben umfassen und Effekte bewirken. Die meisten Firmen decken das gesamte Farbspektrum ab. Farbmittel für ausschließlich weiße Einfärbung liefern zwei Firmen. Eine weitere liefert ausschließlich Farbmittel für schwarze Einfärbung einschließlich aller Grau-Abstufungen.

Diese Einfärbungs-Varianten sind bis auf zwei Ausnahmen auch bei allen anderen Farbmittel-Lieferanten erhältlich. Neben Effekt-Farben werden spezielle Einfärbungen in einer zusätzlichen Spalte aufgelistet. Fünf Firmen liefern ausschließlich Zuschlagstoffe, sind reine Farbmittel-Lieferanten. Eine grobe Einteilung zeigt bei Additiv-Batches, wer Verarbeitungs-Hilfsmittel, Stabilisatoren, Antistatika und Flammhemmer liefert. Ins Detail gehen die Angaben unter sonstige Batches. Wer Kombinations-Batches mit verschiedenen Zuschlag-Stoffen und Farbstoffen liefert, ist in der folgenden Tabellenspalte wiedergegeben, teilweise mit Hinweisen auf die angebotenen Kombinationen. Bei den Lieferformen überwiegen Granulate, wohl auch, weil sie einfach zu handhaben sind und Gewähr dafür bieten, die beim Aufbereiten in der Schmelze erzielten Zer- und Verteilungen der Additive und Farbstoffe unverändert in den Fertigungs-Prozess einbringen zu können. Flüssigfarben, Farbpasten und flüssige Additive sind daneben erhältlich und bei etwa der Hälfte der Firmen auch pulvrige Zuschlag-Stoffe.

Die Angaben zu Abnahmemengen und Verfügbarkeit beziehen sich ausschließlich auf Farbmittel. Mit diesen Angaben soll verdeutlicht werden, welche Erfahrungen aufgrund bewährter Rezepturen vorliegen und wie viele dieser Rezepturen lagergängig sind und damit sofort zur Verfügung stehen. Oft erfolgt die Entwicklung von Rezepturen vor allem bei Farb-Batches auf Kunden bezogen, für den natürlich die Mindest-Abnahmemenge von Interesse ist.

Da der Vertrieb von Farb- und Additiv-Batches oft mit einer intensiven Beratung der Kunden verbunden ist, wird dem Service hier breiter Raum eingeräumt. Der Beratung liegt in der Regel ein umfangreiches Know-how zugrunde, das nicht immer kostenfrei weitergereicht wird.

Entwicklungstrends

Produzenten haben die in ihren Produkten befindlichen Stoffe im Detail nachzuweisen. So ist wohl der Hinweis von Macomass zu verstehen, der die Bearbeitung der EU-Verordnung 10/2011 anspricht, sowie die Diskus-sion der Auswirkungen dieser Verordnung und sich daraus ergebende gangbare Wege. Diese Verordnung bezieht sich auf „Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen.“ Artikel 5 dieser Verord-nung umreißt die zugelassenen Stoffe, unter anderem „Zusatzstoffe außer Farbstoffe“. Nach Artikel 6 dürfen „abweichend von Artikel 5 Farbstoffe und Lösungsmittel bei der Herstellung von Kunststoff-Schichten in Materialien und Gegenständen aus Kunststoff gemäß nationalem Recht verwendet werden.“ Damit hat diese Verordnung vor allem für die Hersteller von Additiven und Zuschlagstoffen für Kunststoffe Bedeutung. Zu Pigmenten und Farbstoffen verzeichnet Clariant eine tendenziell leichte Konsolidierung des Angebotes der Lieferanten sowie ebenfalls vereinzelt die Kürzung regulatorischer Eigenschaften. Auf der Nachfrageseite wird dagegen ein gegensätzlicher Trend registriert in Form eines höheren Informationsbedarfs zu regulatorischen Eigenschaften. Bei Additiv-Batches sind nach Clariant Funktions-Konzentrate und Treibmittel weiterhin gefragt, um notwendige Eigenschaften im Verarbeitungsprozess oder im Endartikel zu erreichen. Colorant Chromatics hebt zur vereinfachten Anwendung die Kombination verschiedener optischer und anwendungstechnischer Eigenschaften der Additiv-Batches hervor bei Minimierung der Anzahl der Einsatzstoffe.

Bei den Trägermaterialien weist Colorant Chromatics auf den nach wie vor vorhandenen Trend zu höherem Melt Flow Index (MFI) bei Fluor-Polymeren hin. Nachwachsende Rohstoffe werden nach Macomass dort eingesetzt, wo dies technisch möglich ist. Daneben sind schnell auflösende Träger-Rohstoffe zur Zykluszeit-Optimierung gefragt. Ultrapolymers weist erneut nicht peroxidisch gecrackte PB-1-Typen hin, die eine hohe Dispergierbarkeit organischer Pigmente bewirken. Außerdem wird von dieser Firma auf ein Entwicklungsprodukt mit einem MFI 45 hingewiesen, dessen Besonderheiten eine sehr große Reinheit und eine sehr gute Organoleptik sind, da es kein Peroxid ist und keinen Gelbstich erzeugt.

Bei der Farb- und Effekt-Wirkung nennt Colorant Chromatics den Trend zu optischen Effekten. Dies führt „erkennbar weg von monochromen Farben“. Clariant bezeichnet die Entwicklungsrichtung in diesem Bereich als unverändert. Dagegen verweist Macomass auf den „Einsatz von natürlichen oder naturidentischen Stoffen, um naturnahe Effekte zu erreichen“.

Den schon angesprochenen „Einsatz von optimierten schnell auflösenden Trägersystemen zur Verbesserung der Zykluszeiten“ hebt Macomass zur Verarbeitung der Batches nochmals hervor. Dabei müssen „Problemstellungen wie optimale Homogenisierung an der Schnecke und endteilspezifische Alterungs- und Anwendungs-Kategorien beachtet werden“. Für Colorant Chromatics stehen bei der Verarbeitung der Batches die Verweilzeit-Optimierung bei empfindlichen Produkten und die Optimierung der Dispergiergüte und der Standardisierung im Vordergrund. Clariant verweist hierzu auf stetig wachsende regulatorische und ökologische Anforderungen sowie auf die Einforderung an Beiträgen zur Energie-Effizienz.

Die Reduzierung der Gesamtfärbekosten entspricht wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wie Colorant Chromatics ausführt. Dabei sind Ausbeute-Verluste und Nachhaltigkeit zu beachten. So kann die Fertigung des Verarbeiters „schlank und kostengünstig bleiben“. Sonstige Entwicklungstrends sind nach Colorant Chromatics die „Spezialisierung auf kundenspezifische Lösungen“ zur „Differenzierung des Marktes“ und „legal compliance“ als Treiber für Entwicklungen. Dabei nimmt die Legislative anwendungsspezifische Regelungen auf, was zu einer weiteren Produkt-Differenzierung führt.

 

Entwicklungstrends

Kleiner und feiner

Zuschlagstoffe in Kunststoffen unterliegen einer Verordnung der EU, auf die in den mitgeteilten Trends hingewiesen wird.
Von der angesprochenen Verordnung sind Farbstoffe jedoch ausgenommen. Kunden haben zunehmend Informationsbedarf hinsichtlich dieser Regulierungen. Technologische Trends sind nur andeutungsweise vorhanden. Vor allem werden hierzu
Träger-Rohstoffe hervorgehoben, deren Eigenschaften die optimale Dispergierung bei minimaler Zykluszeit in der Verarbeitung ermöglichen. Vermehrter Einsatz von Effekt-Pigmenten führt weg von monochromer Einfärbung und natürliche beziehungsweise naturidentische Stoffe erzeugen natürliche Effekte.

Autor

Über den Autor

Prof. Dr.-Ing. Werner Hoffmanns