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Zum sechsten Mal lud der Spezialist für Kunststoff-Compounds in das an der Ahr gelegene Eifelstädtchen. Verteilt auf zwei Tage trugen zehn Referenten, Fachleute aus der Industrie und Vertreter aus der eigenen Unternehmensgruppe, Aktuelles und Informatives vor. Zur Begrüßung stellte der Geschäftsführer des Compoundierers Andreas Stuber den kurz vor der Fertigstellung stehenden Neubau auf dem Werksgelände in Niederzissen vor. Auf einer Grundfläche von 20.000 m² finden 14 neue Compoundier-Linien Platz. Damit kann das Unternehmen eine Kapazität von mehr als 60.000 t abdecken. Dies bedeutet eine Erweiterung der Produktionskapazität um das 1,5-fache.

Dr. Andreas Haufe vom FEM-Dienstleister Dynamore zeigte in seinem Vortrag den aktuellen Stand der Crash-Simulation für Kraftfahrzeuge auf. Gerade die immer häufiger eingesetzten faserverstärkten Kunststoffe und Hybridbauteile im Automobilbau sorgen hier für besondere Herausforderungen. Wie sich der Crash der Finanzmärkte im Jahr 2008 aktuell auf die Finanzierung der Investitionen von Kunststoffverarbeitern auswirkt, machte Carsten Breckwoldt von Siemens Finance & Leasing deutlich. Durch Basel III sollen die Banken die Hürden für Darlehen deutlich angehoben haben. Breckwoldt machte auf alternative Finanzierungsformen wie Mietkauf und Leasing aufmerksam.

Volker Scheel, der Geschäftsführer der K. D. Feddersen Holding, berichtete über die Auswirkungen der Globalisierung auf den Mittelstand. Recht anschaulich legte er dar, welche Fallstricke aber auch große Chancen auf deutsche Unternehmen zu kommen können. Ein Praxisbeispiel brachte Helmut Kohake von Müller-Technik mit. Er informierte über die Metallsubstitution durch Kunststoff für einen Sitzverstellhebel im Automobilbau. Das im Wasser-Innendruck-Verfahren hergestellte Bauteil soll eine Kostenersparnis durch Wegfall der Nachbearbeitung von rund 30 Prozent bringen. Außerdem sei das Bauteil um ein Drittel leichter.

Anhand einiger Bauteile, die mithilfe der Fluidinjektion hergestellt wurden, erläuterte Ulrich Stieler von Stieler Kunststoff Service, wie sich Leichtbau mit konventionellen Rohstoffen und verbesserten Eigenschaften erreichen lässt. Auch die weiteren Vorträge über Materialkonzepte für den Metallersatz, Direktverschraubung von Thermoplasten, Verschweißungskonzepte und Werkstoffe in der Medizintechnik stießen bei den Teilnehmern auf reges Interesse. Im sechsten Jahr dieser Veranstaltungsreihe hat sich der Kunststoff-Dia(hr)log als Branchentreffpunkt etabliert und die vielfältigen Themen sorgten sowohl bei Teilnehmern als auch Referenten für genügend Gesprächsstoff während des Rahmenprogramms.

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Oliver Lange