Weit mehr als die Hälfte aller weltweit hergestellten Medizinprodukte besteht heute aus Kunststoff. Gleichzeitig sind in einer von Sicherheit geprägten Branche wie der Medizintechnik die Anforderungen und Erwartungen aller Beteiligten sehr hoch: Die des Herstellers an seinen Verarbeiter, die des Verarbeiters an seinen Rohstofflieferanten und nicht zuletzt die des Patienten an das Produkt. Die Konsequenzen und Perspektiven, die sich daraus an die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukte ergeben, standen im Zentrum der diesjährigen Tagung.

Die Plenarvorträge rankten sich um die Themen Produkt- und Designschutz, Nanotechnologie in der Medizintechnik, das Pro und Contra für den Einsatz von Recyclingmaterial für Medizinprodukte sowie den Einsatz der industriellen Computertomografie. Die weiteren Vortragsblöcke waren thematisch unterteilt. Erörtert wurden die Qualitätssicherung durch Validierung und Prozessmonitoring und innovative Lösungen für den Produktschutz. Außerdem wurden die besonderen Herausforderungen beim Spritzgießen von Silikonen für medizintechnische Produkte ebenso diskutiert wie die Optimierung von Nachfolgeprozessen, beispielsweise der Dichtigkeitsprüfung oder des Laserschweißens von Kunststoffen speziell in der Medizintechnik. Ergänzt wurde das Vortragsprogramm um aktuelle Forschungsberichte aus den Hochschulen, die sich vor allem mit der Entwicklung medizinischer Produkte und den dazu notwendigen Rohstoffen beschäftigten: präsentiert wurden Forschungsergebnisse zu Anwendungen von Kunststoffformteilen und Textilverbunden insbesondere im Bereich der Implantologie. Begleitet wurde die Tagung von einer informativen Ausstellung.

Am Vortag der Tagung stieß der Votragsblock „Produzieren in China – Chancen und Herausforderungen für Kunststoffverarbeiter“ auf hohes Interesse der Anwesenden. Das eintägige VDI-Seminar griff die Fragestellung „Going China“ aus der Perspektive des Kunststoffverarbeiters auf und stellte anhand von Erfahrungsberichten die Tücken, aber auch die Chancen des chinesischen Marktes und Standorts für eine erfolgreiche Produktion von Kunststoff- und Medizinprodukten anschaulich dar.

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Christine Koblmiller