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Bevor es moderne 3D-Konstruktionstools und kollaborative Konstruktionspraktiken gab, durchliefen neue Produkte den Entwicklungsprozess auf eine äußerst strukturierte, sequenzielle Weise: Die Konstrukteure sammelten in der Konzeptphase Konstruktionsideen und generierten 2D-Zeichnungen. Basierend auf diesen Zeichnungen und den relevanten Konstruktionsberechnungen wurden die Entwürfe zu Mockups für physikalische Tests zum Überprüfen der strukturmechanischen Integrität umgesetzt. Die validierten Konstruktionen gingen anschließend an die Fertigung. Wurde in einer der Phasen ein Problem festgestellt, hieß es – manchmal im wahrsten Sinne des Wortes – zurück ans Reißbrett. Heute läuft der Entwicklungsprozess vollkommen anders.

Motiviert durch die Globalisierung und den Trend zum Aufbau unternehmensübergreifender Konstruktionsteams, ist die Entwicklung neuer Produkte heute eher teamorientiert. Das erweiterte Konstruktionsteam umfasst auch Mitglieder außerhalb der technischen Entwicklung: Fertigung, Einkauf, Logistik, Service und Support, Vertrieb und Marketing, Lieferkettenpartner und sogar Kunden. Diese Konstellation ermöglicht ein frühes Einbeziehen wichtiger Schlüsselpersonen und -funktionen, die an der Konstruktion, der Produktion und am Support eines Produkts beteiligt sind. Zudem hat sie den Vorteil, dass Produkt und Prozess parallel entwickelt werden. Dies hilft dabei, die kollaborativen Konstruktionsbemühungen von unternehmensübergreifenden, interdisziplinären Konstruktionsteams und deren Lieferkette zu optimieren, um den Konstruktionsprozess zu beschleunigen, die Entwicklungskosten zu senken und die Erträge zu steigern.

Hierzu müssen aber konsequent weitere Prozesse und Technologien zur Unterstützung der parallelen Entwicklung implementiert werden.
Neben einer kürzeren Time-to-Market und weniger Fehlern ist das Ergebnis der Parallelität ein kreativerer und intuitiverer Prozess.

 

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Harald Wollstadt