Unsere Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Das verdanken wir dem medizinischen Fortschritt, aber auch dem Einsatz von Kunststoffen in der Medizintechnik. Diese werden vielfach sogar lebensrettend eingesetzt. Ich denke an Hirnschrittmacher, Herzklappen, Stents für Aorta, Speiseröhre oder auch Blutgefäßprothesen. Andere Produkte wie Kontaktlinsen, Hörgeräte und dritte Zähne sind Beispiele, die das Leben erleichtern. Gelenkprothesen oder Knochen-Schrauben erhalten unsere Mobilität.

Vielfältige Anwendungen, die nicht nur die Materialentwicklung, sondern auch die Verarbeitung fordern. Produkte, die hochwertig sein müssen und daher hochpreisig sein dürfen, weil sie direkt am und im Menschen ein-gesetzt werden. So wichtig Kunststoffe für die Erhaltung des Lebens sein können, so risikoreich ist der nachlässige und profitgierige Umgang
mit ihnen. Das zeigte jüngst das Beispiel der qualitativ minderwertigen Brustimplantate – lebensgefährlich für die betroffenen Frauen.

Solche medienwirksamen Beispiele schaden dem Image des Kunststoffs massiv. Deshalb sollten wir in unser aller Interesse zu jedem Zeitpunkt
genau hinsehen: von der Rohstoffentwicklung bis hin zur Verarbeitung und der Anwendung. Nicht die rücksichtslose Gewinnmaximierung darf im Vordergrund stehen, sondern der verantwortungsvolle Umgang mit Material und Produkt.

Wie wichtig Qualitätskontrollen und Produktsicherheit bei der Kunststoffverarbeitung sind, wird leider immer erst dann deutlich, wenn es eigentlich zu spät ist. In der vorliegenden Ausgabe haben wir medizintechnische Anwendungen in den Vordergrund gestellt – ein ungebrochener Wachstumsmarkt mit besten Zukunftsaussichten. Die Ausgaben im April und Mai beschäftigen sich mit Qualitätssicherung und Produktsicherheit.
Bei diesen Themen ist es für jeden Verarbeiter wichtig genau hinzusehen – nicht nur in der Medizintechnik.

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Christine Koblmiller