Es geht wieder aufwärts in der Branche, auch wenn aktuelle Prognosen eine Verlangsamung ankündigen. Tatsächlich strömten laut Messeveranstalter P.E. Schall, Frickenhausen, fast 45.000 Fachbesucher aus 119 Nationen zur diesjährigen Fakuma. Ein neuer Besucherrekord, passend zum 30-jährigen Jubiläum der Kunststoffmesse.
Die meisten der 1.670 Aussteller zeigten sich mit dem Messeverlauf zufrieden. Neben dem zentralen Thema Produktions-, Material- und Energieeffizienz standen Gewichtsreduzierung, Leichtbau und Ressourcenschonung im Ausstellungsfokus. Im Themenpark „Kunststoffe in der Medizintechnik“ im Eingangsbereich West präsentierten Unternehmen neue Lösungen, unterschiedliche Einsatzgebiete und technologische Trends. Dabei wurde klar, dass Kunststoffe immer mehr Bereiche in der Medizintechnik erobern.
Galt das Interesse der letzten Fakuma 2009 noch individuellen Problemlösungen, so zeigte sich dieses Jahr ein unerwarteter Boom in konkreten Aufträgen. Die Aussteller haben ihre Hausaufgaben gemacht. Mehr noch, sie wurden teilweise von dem Ansturm überrascht. Neben den direkten dokumentierten Kontaktgesprächen könnte man auch einen Werbegeschenk- oder Würstchenindex als Kontakt- und Erfolgsfaktor heranziehen. Bereits am dritten Tag meldeten viele Aussteller, dass sie bereits fast leergeräumt seien. Ein Aussteller bot seinen Gesprächspartnern frische Saitenwürstchen an, welche trotz sorgfältiger Planung und täglicher Lieferung vom ortsansässigen Metzger am dritten Tag ausgingen. Die Dosenreserve rettete ihn. Das mag seltsam klingen, ist aber doch ein Indiz dafür, dass für einige Aussteller ein nicht erwartetes Interesse an ihren Produkten und Dienstleistungen stattgefunden hat. Hier eine Auswahl an Stimmen über den Verlauf der Messe:
„Für Roemheld, Laubach, war es ein voller Erfolg“, so Andreas Reich, Produktbereichsleiter Werkzeugspanntechnik. Und weiter: „Wir hatten viele neue und gute Kontakte, haben ein lebhaftes Projektgeschäft und konnten noch auf der Messe Aufträge über 19 Magnetspannsysteme im hohen sechsstelligen Euro-Bereich verbuchen.“ Aus seiner Sicht ist die Fakuma wieder so erfolgreich wie vor der Krise. Hilma, Hilchenbach, und Roemheld stellten schnelle Rüst- und Wechseltechnik für Werkstücke und Werkzeuge, ein breites Angebot an Magnet-Spannplatten und eine neue Produktreihe ölfreier Elektro-Spannelemente aus. Reich: „Positiv finden die Kunden bei uns, dass sie zwischen mechanischer, hydraulischer, elektrischer und magnetischer Spanntechnik wählen können.“
Auch Dr. Marco Thornagel, Prokurist bei Sigma Engineering, Aachen, ist zufrieden: „Wir haben dieses Jahr besonders viele neue Kontakte geknüpft. Ein großer Teil davon hat ein kurzfristiges Interesse daran, sich im Bereich Simulation weiterzuentwickeln, was uns natürlich sehr freut. Die Fakuma bleibt nach wie vor eine der wichtigsten Messen für uns.“
Martin Schmitz, Geschäftsführer von Labotek, Wuppertal, freute sich nicht nur über die hohe Besucherresonanz: „Ein besonders begeisterter Besucher schickte Mitarbeiter seines Lieferanten zu uns auf den Messestand, damit „die sich mal ein Beispiel einer einfach zu bedienenden und doch umfassenden Steuerung ansehen könnten“. Für mich ein Zeichen, dass sich das Thema einfache Bedienbarkeit lohnt.“
Auch von Seite der Spritgießmaschinen-Hersteller gibt es positive Stimmen. Durchgehend ein gut besuchter Messestand, spannende Projektanfragen und zahlreiche Verkaufsabschlüsse waren auch für Engel Austria, Schwertberg/Österreich, ein Beleg. „Die Fakuma entwickelt sich zu einer der Top-Kunststoffmessen weltweit“, sagt Gerd Liebig, Group Marketing Direktor. „Der thematische Fokus der Aussteller richtet sich immer stärker auf Innovationen. Das ist es, was den Messebesuch für die Kunststoffverarbeiter lohnenswert macht.“
Dr. Christoph Schumacher, Abteilungsleiter Marketing und Unternehmenskommunikation bei Arburg, Loßurg, äußert sich ähnlich: „Die Fakuma war für uns, wie schon in der Vergangenheit, die wichtigste Messeveranstaltung in Europa. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, die sogar übertroffen wurden. Die Thema Energie- und Produktionseffizienz war nicht nur vieldiskutiertes Thema auf unserem Stand, sondern auch bei der vom Messeveranstalter P.E. Schall initiierten Sonderschau im Foyer Ost, die wir zusammen mit dem Materialhersteller BASF realisiert haben. Die Idee, den Fachbesuchern die verschiedenen Bereiche und Einflussfaktoren ganzheitlich aufzuzeigen fand großes Interesse. Damit war die Fakuma 2011 für uns rundum erfolgreich und wir freuen uns schon auf 2012.“
Die nächste Fakuma findet vom 16. bis 20. Oktober 2012 wieder im Messezentrum Friedrichshafen statt.

Messefakten
Fakuma 2012

Termin: 16. bis 20. Oktober 2012
Anmeldeschluss für Aussteller: 15. Februar 2012
Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr (Samstag bis 16 Uhr)
Angebot: Extrusionsanlagen, Spritzgieß-, Blasform- und Thermoform-Maschinen, Maschinen und Ausrüstung zum Aufbereiten und Recyceln, Maschinen zum Herstellen von Schaumstoffen und Verarbeiten von Reaktionsharzen, Veredelungsmaschinen, Schweißmaschinen, Technische Teile und verstärkte Kunststoff-Erzeugnisse, Roh- und Hilfsstoffe, C-Technik.