Die Personal- und Umsatzplanungen für das kommende Jahr werden in den meisten Unternehmen bald abgeschlossen sein. Ohne etwas den teilweise überschwänglichen Jahresabschlussreden vorwegnehmen zu wollen: Man könnte sich schon jetzt zufrieden zurücklehnen. Die Konjunkturentwicklung der deutschen Kunststoffverarbeitung verläuft äußerst positiv. Gerade im Nachgang der Fakuma und vor der Euromold sind das für die Branche recht erfreuliche Nachrichten. Die große Krise scheint halbwegs überwunden, die Menschen konsumieren wieder mehr. Die Auftragsbücher sind gefüllt und die Maschinen sind ausgelastet.

Doch lassen wir uns von den schwarzen Zahlen nicht einlullen. Die Wirtschaft im Gesamten betrachtet ist sehr empfindlich geworden. Viele Einflussgrößen in unserer globalen Ökonomie bestimmen das Wohl und Wehe von nunmehr über sieben Milliarden Menschen: Börsenspekulationen, politische Umbrüche, Umweltkatastrophen – um hier nur wenige der äußeren Faktoren zu nennen. Es drängt sich das Bild des Schmetterlings auf, der mit seinem Flügelschlag am anderen Ende der Welt unser Wetter vor der Haustür beeinflussen kann. Wir scheinen all dem machtlos ausgeliefert zu sein. Sind wir das?

Seit einigen Wochen wird Thailand von Überschwemmungen heimgesucht. Die Wirtschaft ist stark betroffen. Viele globale Zulieferbetriebe der Automobil-, Elektronik- und Freizeitindustrie stehen unter Wasser und die Produktionen stehen still. Preissteigerungen bestimmter Produktgruppen und Lieferengpässe weltweit werden die Folge sein. Auf der Internationalen Kunststoffmesse Ende Oktober in Tokio äußerten sich große Spritzgießmaschinen-Hersteller sehr besorgt über die Auswirkungen der Fluten. Sie gehen aufgrund von Meldungen betroffener Kunden davon aus, dass etwa 30 bis 50 Prozent ihrer Spritzgießmaschinen beschädigt worden sind. Die Techniker sind schon ausgeschwärmt, um zu helfen. Aber es wird Monate dauern, bis die Produktion wieder voll aufgenommen werden kann.

An diesem Beispiel zeigt sich, wie sehr wir wirtschaftlich gesehen voneinander abhängig sind. Aber auch, dass, egal wo auf dieser Welt wirtschaftliche Probleme auftreten, wir dennoch nicht machtlos sind. Es gilt im Kleinen wie im Großen die Herausforderungen anzunehmen und gemeinschaftlich erfolgreich zu lösen. Jammern hilft nicht. Bildlich gesprochen treiben fachkundige Köpfe und fleißige Hände das Wirtschaftswachstum voran. Diese gilt es zu erhalten und weitere hinzuzugewinnen. Das sollten wir nicht verspekulieren. Packen wir es weiter an mit Maß und Ziel.
Gemeinsam.

 

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Georg Sposny