So viele Einsatzmöglichkeiten Kunststoffschäume auch bieten, als Abfallprodukt bleibt nicht selten die thermische Verwertung einzige Option. Dass es auch anders geht zeigt Mark Klawikowski: Mit Bewegungsdrähten versehenen, geschnitzten Polyurethan-Schaumabfällen hauchen er und seine Partnerin Ritti Soncco im wahrsten Sinne des Wortes neues Leben ein. Die Beiden verwenden die selbstproduzierten Schaumstoff-Puppen als Hauptdarsteller ihrer Kurz- und Dokumentar-Filme, beispielsweise „Die Schneiderlinge von Ulm“, in dem die aus PUR gefertigte Hauptfigur auf Entdeckungstour zum Thema Fliegen geht, oder „Urwurzelkinder“. Hier ist eine südamerikanische Kartoffel namens Ochoa, die eines Tages in einem deutschen Kartoffelfeld aufwacht, Zentrum des Geschehens. Zur Erklärung: Botschaft dieser Geschichte sind Integration und die Frage „Was ist Zuhause?“. Für ihre Idee, Abfallprodukte der kunststoff-verarbeitenden Industrie kreativ zweckzuentfremden und pädagogisch lehrreiche Filme für große wie auch kleine Zuschauer zu erschaffen, wurde das Künstler-Duo jetzt vom Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane mit dem Innovationspreis Schaumkunststoffe ausgezeichnet.

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Philip Bittermann