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Ein unverändertes Angebot steht hinter der von 41 auf 38 gesunkenen Zahl an aufgeführten Firmen, da Firmen-Zusammenschlüsse sich in der Zusammenfassung der Einträge widerspiegeln und gemeinsame Angebote in einem gemeinsamen Eintrag zusammengefasst sind.

Höhere Durchsätze bei der Rohrextrusion

Viele der mitgeteilten Entwicklungstrends lassen sich unter dem Begriff Kosteneinsparung zusammenfassen. Die Verfahrenstechnik der Extrusion muss dazu Lösungen zur Verarbeitung neuer Materialien, zur Verarbeitung von Rezyklat und Regranulat, zur Materialkosten-Senkung und zur Kühlstrecken-Verkürzung, die auch zur Erhöhung der Ausstoß-Leistungen dienen kann, bereitstellen, wie KraussMaffei Technologies ausführt. Darin sieht auch Battenfeld-Cincinnati Austria „die Herausforderung an die Verfahrenstechnik der Zukunft“. Diese besteht „in der problemlosen Verarbeitung neuer beziehungsweise erst in den letzten Jahren auf den Markt gekommener Rohstoffe (wie im PVC-Bereich OB-Stabilisierungs-Systeme) oder nun verstärkt nachgefragter Materialien (wie PEX-a)“.
Für die Mehrschicht-Schlauchextrusion für Anwendungen im Automobil-Bereich werden nach Bellaform für PA kostengünstigere Ersatzmaterialien und EVOH als Barriere-Schicht eingesetzt, da Lieferengpässe und Verteuerung beim PA bestehen und mit EVOH Verbesserungen der Barriere-Eigenschaften in Mehrschicht-Rohren für Kraftstoff-Leitungen erzielt werden. Dazu sind flexiblere, kurzfristig auf neue Materialien, umrüstbare Extrusions-Anlagen und Mehrschicht-Spritzköpfe mit verringertem Schmelze-Inhalt für verweilzeitkritische Materialien wie EVOH sowie angepasste Schmelze-Verteiler erforderlich.
„Steigende Qualitäts- und Sicherheits-Anforderungen bei gleichzeitiger Einsparung von Material“ führt KraussMaffei Technologies an in Bezug auf die mit den Maschinen zu erzielenden Produkt-Qualitäten, wie minimierte Schwankungen bei Durchmessern, Wanddicken und Material-Gewicht. Die Wirtschaftlichkeit dieser Rohr-Extrusion wird durch Reduzierung der Ausschuss-Raten und des Materialverbrauchs infolge Einhaltung engster Toleranzen, durch höchste Ausstoß-Leistungen, geringen Lagerbestand und höchstmögliche Automatisierung der Produktion erreicht.

Profile mit geringeren Toleranzen

Wie die Rohr-Extrusion ist auch die Profil-Extrusion auf Kosten-Einsparungen ausgerichtet. So stellt Ide Einspar-Potenziale fest und entwickelt energieeffiziente neue Technologien. Schon im vergangenen Jahr verwies Greiner auf das Einsparen von Energie bei Extrusions-Nachfolgeanlagen um bis zu 50 %. Die dazu erforderliche Regelung des Vakuums bewirkt darüber hinaus eine höhere Prozess-Sicherheit. Zur Verbesserung der Energie-Effizienz der Anlagen setzt KraussMaffei Technologies auf wirtschaftliche Antriebs-Konzepte und Energie sparende und rückgewinnende Anlagen.
Bei der Profil-Herstellung kommen nach KraussMaffei Technologies „Varianten der Mehrfachstrang-Extrusion“ zum Einsatz, „um kurzfristige Verfügbarkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der Lagerbestände zu erreichen.“ Durch Coextrusions-Varianten werden Materialkosten-Optimierungen erreicht, wozu auch die Extrusion von Naturfasern mit verschiedenen Füllstoffen wie NFC und WPC dienen. Nach Greiner sind mittels Coextrusion durch Verwendung von Regeneraten und Kernrezepturen Reduzierungen der Herstell-Kosten bis zu 20 % möglich. Auch Battenfeld-Cincinnati Austria verzeichnet eindeutig einen Trend in Richtung Coextrusion mit einem Anstieg der Verwendung von „post Consumer“ Material. Normalerweise wird zwischen 30 und 70 % recyceltes Material verwendet. Für nicht sichtbar eingebaute Profile steigt dieser Anteil auf bis zu 100 %.
Verfahrenstechnische Lösungen zur Erweiterung der Rezepturbreite ermöglichen nach KraussMaffei Technologies eine Erhöhung der Flexibilität bei der Maschinenbelegung. Ebenso trägt die Auslegung der Maschinen dem „vermehrten Einsatz von Faser-Composite-Produkten und Composites mit nachwachsenden Rohstoffen“ Rechnung.
Die weiter steigende Automatisierung in der Endfertigung führt zu immer höheren Toleranz-Anforderungen, wie KraussMaffei Technologies feststellt, führt aber gleichzeitig durch die dadurch engeren Toleranzen zu Material-Einsparungen. Dadurch und in Verbindung mit dem Einsatz von Schaum- oder Füllstoffen entstehen Endprodukte in gleicher oder sogar höherer Qualität als das ersetzte „Standardprodukt“ wie Battenfeld-Cincinnati Austria feststellt. Dies gilt sowohl für Rohre wie für Profile. Für beide Bereiche spricht auch High Tech Extrusion die Reduktion des Energieverbrauchs an durch neue Steuer- und Pump-Techniken und Getriebe, die verringerte Reibungs- und Planschverluste aufweisen. Die Verringerung der Einzelteile in den Anlagen verringert Wartungen und Servicearbeiten und damit Kosten. Auch bei High Tech Extrusion wird durch Verlängerung der Verfahrens-Einheiten die Flexibilität gesteigert und die Verarbeitungs-Breite erhöht.

Kostengünstige Mehrschicht-Blasfolien

Auch für Blasfolien-Extrusionsanlagen wird von Reifenhäuser Kiefel der Einsatz von Komponenten mit reduziertem Wartungsbedarf hervorgehoben, wodurch der Maschinen-Stillstand und damit Kosten reduziert werden. Plamex berichtet von der Weiter-Entwicklung wassergekühlter Blasfolien-Extrusionsanlagen mit kompakten wassergekühlten Antriebs-Systemen für die Extruder, die geringere Plattform-Größen und kürzere Adapter-Längen zwischen Ex-truder und Werkzeug ermöglichen. Ein neues Werkzeug-Design für Coextrusions-Runddüsen bietet höhere Leistungen, geringere Toleranzen, geringere Verweilzeiten und mehr Schichten. Neue Beschichtungen im Werkzeug verbessern die Produkt-Qualität und sind für längere Produktions-Zyklen geeignet.
Nach Plamex bewirken intensivere Kühlsysteme die Steigerung der Durchsatz-Leistung und die Verbesserung der optischen und mechanischen Produkt-Eigenschaften. Bisher dreischichtig produzierte Polyolefin-Strukturen werden nach Reifenhäuser Kiefel aufgrund gestiegener Rohstoffkosten und größerer Verfügbarkeit von unterschiedlichen und auch preiswerteren Polyolefin-Rohstoffen fünfschichtig realisiert.
Sowohl Reifenhäuser Kiefel als auch Plamex weisen auf eine weitere Steigerung der Durchsatz-Leistungen hin, bewirkt durch eine vebesserte Potential-Ausschöpfung im Anlagen-Engineering und durch optimierte Rohstoffe und intensive Kühlsysteme.
Zur Wirtschaftlichkeit der Anlagen spricht Reifenhäuser Kiefel vom „Einsatz von Assistenten zum Anfahren der Anlagen und bei Produkt-Umstellungen“. Dieser Trend wurde ausgelöst zum Teil durch Reduzierung des Bedien-Personals, durch kleinere Auftragsgrößen und durch wachsende Rohstoff- und Energie-Kosten. Es werden so kürzere Anfahr- und Umstell-Zeiten und dadurch weniger Produktions-Abfall erreicht. Plamex sieht die Wirtschaftlichkeit durch Prozess-Optimierungen wie intensive Folien-Kühlsysteme, die den Einsatz kostengünstigerer Rohstoffe und eine Reduzierung der Folien-Dicken unter Beibehaltung oder Verbesserung der geforderten optischen und mechanischen Folieneigenschaften erlauben.

ENTWICKLUNGSTRENDS
Kosten einsparen

Weniger oder preiswerteren Rohstoff einsetzen und gleichzeitig verbesserte Produkte erzeugen, darauf zielen die mitgeteilten Trends überwiegend ab. Engere Toleranzen reduzieren den Materialeinsatz; Mehrschicht-Produkte erlauben das Einbringen von preiswerteren Füllstoffen, von Schäumen oder Recyclaten, wodurch Material-Kosten gesenkt werden bei gleich bleibender oder besserer Produkt-Qualität. Dazu erforderlich sind Anlagen, die Coex-trusion ermöglichen und die zunehmend zum Einsatz kommen.

 

 

 

 

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Über den Autor

Prof. Werner Hoffmanns