Die Kunststoff-Branche hat in der Krise und ihrer Folgezeit ihre Hausaufgaben gemacht und konnte bereits Mitte 2010 wieder
einen anhaltenden Aufschwung verzeichnen. Der Messe-Veranstalter Paul Eberhard Schall, Geschäftsführer von Schall Messen, sieht dies auch in der gestiegenen Ausstellerzahl bestätigt, „Die Fakuma wird ihrem Ruf als wichtige Kunststoff-Fachmesse auf allen Ebenen gerecht.“ Insbesondere gilt dies für den Bereich Spritzgießtechnik, denn hier ist die Messe führend. Auch die Fachthemen Extrusionstechnik sowie Thermoformen nehmen eine Spitzenstellung ein. Im Krisenjahr 2009 bewerteten Aussteller sowie Besucher den Verlauf der Veranstaltung als positiv und sahen sie als Motor für die
Konjunktur der Branche. Die Messe sei Ideengeber und Trend-Barometer.

Kunststoffe bieten Vorteile

Treibstoff für die gute Konjunktur ist sicherlich auch die Medizintechnik, die zum Leitthema der Messe erhoben wurde. Auf einem über 500 m² umfassenden Themenpark „Kunststoffe in der Medizintechnik“ im Eingangsbereich West präsentieren Unternehmen neue Lösungen, unterschiedliche Einsatzgebiete und technologische Trends. Initiiert wurde dieser Themenpark vom Plastverarbeiter und seiner Sonderausgabe MedPlast aus dem Hüthig-Verlag. „Medizintechnik ist für die kunststoffverarbeitende Industrie ein technologisch bedeutender Wachstumsmarkt. Klar, dass wir als Veranstalter der Fakuma das Segment besetzen wollten. Deshalb haben wir es auch zum Leitthema der diesjährigen Messe gemacht,“ kommentiert Schall die Entscheidung. Hüthig-Verlagsleiter Rainer Simon freut sich auf die Zusammenarbeit: „Mit dem Themenpark positionieren wir ein aktuelles Thema für Besucher und Aussteller. Bereits heute wird der Anteil der Kunststoffe in der Medizintechnik mit über 50 Prozent beziffert.“
Kunststoffe bieten für den Einsatz in der Medizintechnik eine ganze Reihe von Vorteilen: Fortschrittliche Verfahren wie die Mehrkomponententechnik beim Spritzgießen und in der Extrusion schaffen beim Design Freiräume durch die Möglichkeit verschiedene Polymere miteinander zu kombinieren. Damit können unterschiedliche Produktcharakteristika, wie zum Beispiel Flexibilität und Steifigkeit kombiniert werden. Aber bei der Auswahl der Kunststoffe und bei ihrem Einsatz ist einiges zu beachten. Als wichtigste Aspekte sind hier Biokompabilität, Sterilisierbarkeit sowie die generelle Eignung für den zweckgemäßen Gebrauch, Alterungsbeständigkeit, Verklebbarkeit sowie Verarbeitungseigenschaften zu nennen.

Effizienz ist immer ein Thema

Eine weitere Sonderschau „Energieeffizienz“ präsentiert der Maschinenhersteller Arburg in Kooperation mit BASF im gegenüberliegenden Foyer Ost. Ziel ist, dieses vielschichtige Thema ganzheitlich zu beleuchten, um möglichst effizient zu produzieren und dadurch die Stückkosten zu senken. Auf einem Allrounder 370 E wird live gezeigt, wie sich der Energieverbrauch durch Einsatz eines optimierten Materials reduzieren lässt. Wie in den Vorjahren wird es außerdem ein Ausstellerforum mit Vorträgen zu neuen Produktentwicklungen und Anwendungen sowie eine internationale Kooperationsbörse der IHK geben.

Messefakten
Fakuma 2011

Termin: 18. bis 22. Oktober
Öffnungszeiten: 9 bis 17 Uhr (Samstag bis 16 Uhr)
Eintritt: 25 Euro (Tageskarte), 40 Euro (Zweitageskarte)
Angebot: Spritzgießmaschinen, Extrusionsanlagen, Blasform- und Thermoformmaschinen, Maschinen und Ausrüstung zum Aufbereiten und Recyceln, Pressen, Maschinen zum Herstellen von Schaumstoffen und Verarbeiten von Reaktionsharzen, Bearbeitungsmaschinen, Veredelungsmaschinen, Schweißmaschinen, Werkzeuge, Peripheriegeräte, Geräte zum Messen, Steuern, Regeln und Prüfen, Druckmaschinen, Halbzeuge, Technische Teile und verstärkte Kunststoff-Erzeugnisse, Roh- und Hilfsstoffe, C-Technik, Dienstleistungen.
Rahmenprogramm: Ausstellerforum, Themenpark „Medizintechnik“, Themenpark „Energieeffizienz sichtbar machen“ sowie eine Kooperationsbörse der IHK.

 

 

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Georg Sposny