Auch Messen müssen ihre Informationsangebote mehr als früher auf aktuelle Brennpunkte ausrichten, was jedoch mit traditionell produktorientierten Ausstellungskonzepten nur schwer möglich ist, auch wenn es durch Fachvorträge ergänzt wird. Räumlich gebündelte Themenparks bringen hier eine neue Qualität ein, indem sie eine branchenorientierte Ausrichtung besitzen – und nicht auf bestimmte Produktklassen wie zum Beispiel Spritzgießmaschinen fokussieren. So können branchenorientierte Hot Spots wie beispielsweise die Medizintechnik definiert werden, die als Besuchermagneten dienen sollen. Weil mehr als die Hälfte aller weltweit hergestellten Medizinprodukte mittlerweile aus Kunststoff bestehen, ist dieses Thema für eine Kunststoffmesse wahrlich kein Randthema. Denn die Branche hat auch wirtschaftliches Gewicht: Nach Angaben des Industrieverbandes Spectaris erzielten die rund 1.150 deutschen Medizintechnik-Unternehmen mit ihren 89.200 Mitarbeitern im Jahr 2010 einen Umsatz von 20 Mrd. Euro. Dabei bieten die polymeren Werkstoffe einen kostengünstigen Zugang zu zahlreichen medizinischen Verbrauchsartikeln und den vielfach benötigten, multifunktional integrierten Bauteilen für medizintechnische Geräte. In jüngerer Zeit stoßen Kunststoffe aber auch in den Kern der Medizintechnik vor – als Implantate. Biokompatible Kunststoffe wie Polyhydroxybuttersäure (PHB) können beispielsweise als Implantat im Hart- und Weichgewebe, als Nahtmaterial, als Verstärkung für Herzkranzgefäße (Koronarstents) oder als „künstliche Haut“ eingesetzt werden.
Somit war es “klar, dass wir als Veranstalter der Fakuma dieses Segment besetzen und es auch zum Leitthema der diesjährigen Messe machen”, sagt Paul Eberhard Schall, der Geschäftsführer der Schall Messen. Auf mehr als 500 Quadratmetern präsentieren über 20 namhafte Unternehmen direkt im Eingangsbereich West der Friedrichshafener Messe innovative Rohstoffe und technische Lösungen für dieses Branchensegment. Die fachliche Kompentenz, einen solchen Themenpark zu realisieren, haben wir, der Hüthig Verlag mit seinen Fachmagazinen Plastverarbeiter und Medplast, eingebracht. Ob uns das geglückt ist – oder ob Sie etwas anderes erwartet haben, das würde uns natürlich interessieren. Aber zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie dort das finden, was Sie suchen oder auf eine zündende Idee stoßen. In diesem Sinne: Auf zum Themenpark Medizintechnik!

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Dieter Wirth