In Deutschland vertreibt seit 1980 die Firma Euro-matic die bunten Bälle, die zuerst in Dänemark, mittlerweile in Ungarn produziert werden. Ursprünglich entwickelt für therapeutische Zwecke, um behinderte Kinder in motorischen Fähigkeiten wie aufrecht sitzen, greifen sowie werfen spielerisch zu schulen, mauserte sich das Kugelbad über die Jahre zunehmend zum Spielzeug. Angefangen mit dem schon erwähnten Möbelhaus, zogen auch bald globale Fastfood-Ketten sowie Kindergärten und Indoor-Spielanlagen nach. Erhältlich sind die im Blasform-Verfahren produzierten Kugeln des Herstellers in Durchmessern von 60, 75 sowie 80 mm. Und um besorgte Eltern an dieser Stelle zu beruhigen, die Bällchen sind Tüv-geprüft und offiziell als Kinderspielzeug zugelassen.

Vom Spielball zum Nutzball

In Deutschland setzt der weltweit größte Hersteller von Spielbällen jährlich zwischen vier und fünf Millionen Kugeln ab. Neben verhältnismäßig kleinen Netzen, die 500 Bälle in den Farben rot, blau, gelb, grün, orange und weiß sowie bunt gemischt enthalten, kommt es dabei auch immer wieder zu Großaufträgen für spezielle Veranstaltungen. Die umfangreichste Einzelbestellung der Unternehmensgeschichte orderte die Landesgartenschau Burghausen im Jahr 2004. Hier galt es einen Burggraben mit insgesamt 900.000 goldenen Bällen zu füllen. Alleine zur Unterhaltung der Kleinen und Großen dienen die Kunststoffbälle allerdings nicht. Weitere Anwendungsgebiete sind beispielsweise das Abdecken von offenen Wasserflächen, was nicht nur den Wärme- sowie die Evaporationsverluste von Schwimmbädern verringert, sondern auch das Anlocken von Vögeln verhindert und dadurch zum sicheren Betrieb von Flughäfen beiträgt. Die innen hohlen Kugeln fertigt der Hersteller aus Polyethylen, das aufgrund seiner geringen Dichte auf Wasser schwimmt und daher auch ein Spielen im Planschbecken ermöglicht. Weiterhin sind die Kugeln aufgrund ihrer Materialeigenschaften abwaschbar, was gerade in stark frequentierten Bällchenbädern die Hygiene erleichtert. Thema Hygiene: Den Löwenanteil seines Umsatzes erzielt das Unternehmen nicht im Bereich der Kunststoff-Spielbälle, sondern mit Hohlkugeln für Deoroller.

 

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Philip Bittermann