Als Komplettanbieter für Automatisierungslösungen liefert Bernecker + Rainer Industrie Elektronik (B&R) aus Eggelsberg bei Salzburg im Jahr rund 130.000 Steuerungssysteme, 100.000 Industrie-PCs und 120.000 Antriebssysteme aus. Das Unternehmen zählt weltweit zu den größten der Branche. Wegen des starken Wachstums optimiert B&R seit Jahren seine Produktion mit intelligenten und effizienten Automatisierungslösungen. Die innovativen Entwicklungen fokussieren auf gesteigerten Taktzeiten bei gleichbleibend hoher Produktqualität. Dafür wurde die Prozesskette straff organisiert. ID-Lesegeräte DataMan 200S von Cognex verfolgen die elektronischen Komponenten auf ihrem Weg von der Herstellung bis ins Hochregallager.

Drei Teile, eine Einheit

In der neuesten Anlage des Unternehmens werden I/O-Scheiben des Steuerungssystems X20 montiert, markiert, eingelesen und in Blisterpaletten verpackt. B&R hat für die von Wieser Automation realisierte Anlage die gesamte Automatisierung entwickelt und mit eigenen Produkten implementiert. Dazu gehört der komplette Schaltschrank, ausgestattet unter anderem mit Servoumrichtern für die insgesamt 17 Motoren der Anlage, die komplette Sicherheitssteuerung sowie ein Industrie-PC mit der Applikationssoftware. Die Steuerung der Ein- und Ausgänge erfolgt dezentral mit firmeneigenen X67-Systemen, die direkt an der Maschine montiert, das Verkabelungsvolumen merklich reduzieren.
Die X20-I/O-Scheiben setzen sich aus drei Einzelteilen zusammen: der Gehäusewanne, der Gehäuseoberschale und dem Herzstück, der Leiterplatte. In einer manuellen Montagestation werden die drei Einzelteile montiert und in ein Werkstückträgerumlaufsystem eingelegt. Anschließend folgt eine induktive Vollständigkeits- und optoelektronische Höhenkontrolle.
Ein Kernelement der Anlage ist die Laserbeschriftungsstation. Je nach Produkttyp werden auf grauen oder roten Kunststoffen die Seriennummern, Anschlussbelegungen und Zertifizierungskennzeichen sowie die Kanalbeschriftung auf zwei Gehäuseseiten aufgetragen. Das Lasern der 1D-Codes erfolgt in zwei Schritten: Zunächst trägt die Anlage den Barcode schwarz auf, um anschließend die Zwischenräume mit erhöhter Laserleistung weiß zu färben.
Die Qualität der aufgetragenen Codes prüft die nachgelagerte Arbeitsstation mithilfe des ersten von drei ID-Lesegeräten. Ein Vakuumgreifer entnimmt die einzelnen Module aus den Werkstückträgern und legt sie auf einem kreisförmigen Prüftisch ab. Das ID-Lesegerät kontrolliert und bewertet dann die Qualität des Barcodes. Wird dieser freigegeben, folgt die Funktionsprüfung. Die gewonnenen Daten fließen direkt in das firmeneigene SAP-System. Anhand des eingelesenen Produktsteckbriefs lassen sich die fertigen X20-Module eindeutig identifizieren und lebenslang zurückverfolgen.

Gebündelt in der Handling Unit

Im Anschluss an die Funktionsprüfung legen Linearhandling-Achsen die einzelnen Produkte zu je 24 Stück in Blisterpaletten ab. In Stapeln von bis zu 25 Blistern verlassen die X20-Module die Anlage. Bevor sie jedoch diesen letzten Schritt vollziehen können, liest ein weiteres ID-Lesegerät den Barcode der untersten Palette und ordnet diesem den Inhalt des gesamten Stapels zu. Auf diese Weise werden die Daten der 24-teiligen Chargen zu einer Informationseinheit oder Handling Unit von bis zu 600 Modulen gebündelt, was das Datenhandling deutlich vereinfacht. Beim manuellen Ausschleusen aus der Anlage erkennt das dritte und letzte ID-Lesegerät den mehrlagigen Stapel erneut anhand des Barcodes am unteren Blister und meldet die Handling Unit an das SAP-System als „an das Lager ausgeliefert“.
Mit den kompakten ID-Lesegeräten behält das Unternehmen seine Produkte konstant im Blick und sorgt dafür, dass seine Kunden nur Produkte in einwandfreier Qualität ereichen. Eine unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftlichen Erfolg und kontrolliertes Wachstum.

Erhöhte MarktchaNcen
Schnelle Winzlinge

Für das besonders schnelle Lesen von 1D- und 2D-Codes wurden von Cognex neben den Vision-Systemen der Produktfamilien In-Sight und In-Sight Micro die mit Bildsensoren ausgerüsteten ID-Lesegeräte der Produktfamilie DataMan 100/200, 8000er Serie und der neue DataMan 500 entwickelt. Das weltweit kleinste bildbasierte stationäre ID-Lesegerät der 100er und 200er Serie verfügt über integrierte Beleuchtung, Laserausrichtung, Ethernet-Anschluss, Wechseloptik oder Flüssiglinsen-Optik. Integriert sind die sicher und schnell arbeitenden speziell für das Codelesen entwickelten Bildverarbeitungsalgorithmen. Die 200er und die mobile 8000er Serie sind weltweit die ersten ID-Lesegeräte, die mit einer Flüssiglinsen-Technologie ausgestatten sind. Diese optionale Ausstattung ergibt für den Anwender eine ganze Reihe von Vorteilen. Durch die Einwirkung einer elektrischen Ladung direkt auf die Flüssiglinse und daraus folgender Verformung wird die Brennweite laufend unmittelbar per Softwarebefehl angepasst. Diese Optik bietet einen außergewöhnlichen Feldtiefen- und Sichtfeldbereich. Da sie über keine beweglichen Teile verfügt, die im Einsatz versagen können, ist sie besonders robust und resistent gegen Stöße, Vibrationen und Verschleiß.

 

 

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Kamillo Weiß