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Unabhängig davon, ob es sich um sehr anspruchsvolle oder eher einfache Reinigungsaufgaben handelt, die Sauberkeit von Bauteilen und Oberflächen ist heute sowohl in der Fertigung als auch im Bereich Maintenance, Repair und Overhaul (MRO) ein Qualitäts- und Wettbewerbsfaktor. Daraus resultiert ein weiter steigender Bedarf an Lösungen, die eine bedarfsgerechte und dabei wirtschaftliche Reinigung ermöglichen. Die Messe parts-2clean fokussiert dabei auf die industrielle Prozesskette entlang der Bauteil- und Oberflächenreinigung. Die Messebesucher in Stuttgart finden dazu ein umfassendes, branchen- und technologieübergreifendes Lösungsangebot vor. Das Ausstellungsprogramm erfasst nicht nur den eigentlichen Reinigungsprozess, sondern auch nachgelagerte Schritte wie beispielsweise Sauberkeitskontrolle und Dokumentation, Korrosionsschutz, Konservierung und Verpackung. Dabei müsse die erreichte sauberkeit „in immer mehr Branchen kontrolliert und dokumentiert werden“, berichtet Hartmut Herdin, Geschäftsführer des Messeveranstalters fairXperts. Auch die Überwachung der Reinigungs- und Spülbäder werde immer wichtiger..

Die Automobilindustrie ist ein Vorreiter bei der Kontrolle der Sauberkeit

Geht es um die Kontrolle, ob partikuläre Sauberkeitsspezifikationen eingehalten wurden, hat die Automobilindustrie mit dem VDA Band 19 („Prüfung der technischen Sauberkeit – Partikelverunreinigung funktionsrelevanter Automobilteile“) beziehungsweise des internationalen Pendant ISO 16232, Band 1 bis 10 („Road vehicles – Cleanliness of components of fluid circuits“) ein Standardwerk geschaffen. Ziel der Richtlinien ist, durch eindeutig beschriebene Vorgehensweisen und Verfahren zur Gewinnung und Analyse von partikulären Verschmutzungen aus der Fertigung und Umgebung die technische Sauberkeit eines Bauteils objektiv beurteilen und vergleichen zu können. Zwischenzeitlich stößt VDA 19 auch in anderen Branchen, beispielsweise der Medizin- und Feinwerktechnik, Optik- und Hydraulik-Industrie, auf großes Interesse.
Für die Durchführung von Sauberkeitsanalysen nach VDA 19/ISO 16232 präsentieren die Aussteller der Messe verschiedene Systeme. Dazu zählen so genannte Extraktionsmodule, die für die unterschiedlichen Methoden der Partikelextraktion zum Einsatz kommen. Geht es um die anschließende Auswertung der im Filter zurückgehaltenen Partikel, reicht das Angebot von Laborwaagen für die gravimetrische Bestimmung über Partikelscanner und Lichtmikroskope bis hin zu Rasterelektronenmikroskopen und Mikro-Tomographen. Die Gerätehersteller bieten Systeme, die speziell für die automatisierte Analyse von Restschmutzfiltern konzipiert wurden. Sie lassen sich meist auch an individuelle Werksnormen anpassen.

Wie kommt man den Schmutzfilmen auf die Spur?

Rückstände von Bearbeitungsmedien auf der Oberfläche können die Qualität von Folgeprozessen wie Beschichtungen, Lackierungen, Verklebungen, Härte- und Schweißprozesse beeinträchtigen. Um sie aufzuspüren, stehen unterschiedliche Testmethoden zur Verfügung. Die wohl einfachste sind Testtinten. Angeboten werden auch inline-fähige Systeme. Diese arbeiten nach unterschiedlichen Verfahren wie beispielsweise der relativen Änderung der Leuchtdichte, die sich durch dünne Schichten auf der Oberfläche ergibt oder auf Basis der laserinduzierten, zeitaufgelösten Fluoreszenzspektroskopie. Darüber hinaus beinhaltet das Ausstellungspektrum Systeme für die Kontaktwinkelmessung, die auch als mobile Geräte zu haben sind.

Wirtschaftliche Überwachung von Reinigungs- und Spülbädern

Ein zu früher Badwechsel verursacht unnötige Kosten. Werden Reinigungs- und Spülbäder zu spät gewechselt, stimmt die Reinigungsqualität nicht mehr und kostspielige Nacharbeiten sind die Folge. Die Badüberwachung und Medienaufbereitung ist daher ein wichtiger Faktor in einer qualitäts- und kostenoptimierten Fertigung. Für die kontinuierliche Kontrolle der Reinigungsbäder stehen unterschiedliche Systeme zur Verfügung, manuelle Messgeräte ebenso wie vollautomatische Systeme. Letztere ermitteln die aktuell vorhandene Reinigungskraft im laufenden Prozess und dosieren das Reinigungsmedium automatisch verbrauchsabhängig nach oder zeigen einen erforderlichen Badwechsel rechtzeitig an.

Das Fachforum zur Messe bietet weitergehende Informationen

Ergänzend zu der Ausstellung bietet ein deutschsprachiges Fachforum auf der Messe weiteres Know-How zu den Aspekten Analyseverfahren und technische Sauberkeit. Es ist in sechs Themenblöcke unterteilt. Die Foren erstrecken sich zeitlich über alle drei Messetage. Referenten aus der Industrie beleuchten dabei speziellere Techniken, etwa in der Medizintechnik, in der Analytik, bei der Badpflege- und Überwachung, dem Korrosionsschutz, der technischen Sauberkeit sowie beispielhafte Prozesslösungen. Der Besuch der Fachforen ist im Eintritt für die Messe inbegriffen.

 

 

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Dieter Wirth