Zur Entwicklung automatischer Steuerungsfunktionen, die exakt auf die Einsatzanforderungen zugeschnitten sind, muss zunächst ein Gesamtkonzept erstellt werden, das die Ziele und Bedingungen der jeweiligen Anwendungen beinhaltet. An dieser Stelle wird auch die Art der Materialverteilung festgelegt. Der Anwender hat die Wahl zwischen diskontinuierlicher und kontinuierlicher Dosierung. Meist kommen in der Praxis für die Herstellung von Gemischen beide Verfahren zum Einsatz.
Während bei der diskontinuierlichen Dosierung Verzugszeiten und geringere Produktionsmengen auftreten können, vermeidet die kontinuierliche Variante solche Probleme und findet somit im industriellen Bereich immer häufiger Verwendung. Das Prinzip bietet zahlreiche Vorteile: Es schafft einen definierten Produktstrom, den der Anwender anhand vorbestimmter Faktoren einstellt und unmittelbar nach dem Start der Dosierung auf einen Sollwert reguliert. Damit die Produktion reibungslos und effizient ablaufen kann, sollte der gewünschte Sollstrom möglichst schnell erreicht werden, wobei auch die Regelung störungsbedingter Schwankungen eine wichtige Rolle spielt. Aufgrund der Komplexität der kontinuierlichen Dosierung müssen verschiedene Faktoren beachtet werden. Der wichtigste Parameter ist die Ermittlung der Produktionsströme. Hier müssen die Störeinflüsse durch umfassende parametrierende Filter herausgearbeitet werden, damit diese ordnungsgemäß abgestimmt und gehandhabt werden können. Moderne Steuerungen sind in der Lage, Geräte- und Materialkennlinien automatisch aus bis zu 20 Punkten zu ermitteln. Auf diese Weise wird eine genauere Rekonstruktion des Dosierverhaltens sichergestellt. Der Wechsel der Schüttgutprodukte kann somit durch eine Steuerungsdatenverwaltung stattfinden, die bei Bedarf auch an eine Rezeptverwaltung gekoppelt wird.

Optimierter Produktionsprozess

Ein automatischer Wechsel der Daten bei der Umstellung des Rezepts stellt somit kein Problem dar, denn alle wichtigen Größen sind in den Datensätzen hinterlegt. Durch eine etwaige Erweiterung um Temperatur- oder Feuchtigkeitssensoren kann darüber hinaus frühzeitig und vor allen Dingen automatisch auf die Beeinflussung des Schüttguts reagiert werden. Doch auch für diskontinuierliche Prozesse stehen Lösungen bereit. Mit der Leitsystem-Software OPDwin wird in beiden Bereichen eine optimale Systemlösung geboten. Die ebenfalls auf Standardkomponenten basierende, leistungsfähige und flexible Software sorgt für eine sichere Prozesssteuerung. Sie verbindet die Visualisierung, die Automatisierung, den Steuerungsbau und die Produktionsdatenerfassung mit dem Ziel, komplexe Prozesse und Arbeitsabläufe möglichst transparent zu machen. Die damit einhergehende Rückverfolgbarkeit und Kontrolle der Arbeitsschritte, von der Anlieferung der Rohstoffe bis zum fertigen Endergebnis, steigert die Produktivität und Stabilität der Produktionslage und senkt gleichzeitig die Kosten.
Dabei liegt die tatsächliche Innovation bei der automatisierten Selbstkonfiguration und Selbstüberwachung sowie der dadurch entstehenden Parametrierbarkeit. Hinzu kommen eine automatisierte Aufnahme der Filterparameter, die Ermittlung der Regelparameter sowie der Geräte- und Materialkennlinie. Mit der Schaffung eines Auswerte-Algorithmus und der Umsetzung einer Konstant-Analyse zur Beurteilung der optimalen Regelungsparameter wird der Produktionsprozess nachhaltig optimiert. Aufgrund einer ausgeklügelten Sensorik ist zudem die Kontrolle der Dosierung und der Nachfüllung des Schüttguts möglich. Die Entwicklung und anschließende Programmierung von Filterprogrammen zur Unterdrückung von Störeinflüssen gehört ebenfalls zu den Neuerungen im Bereich der Steuerungstechnik.
Alles in allem erzeugt sie nicht nur einen Produktstrom, der möglichst schnell seinen Sollwert erreicht, sondern regelt diesen auch gegen Störeinflüsse aus. Zudem bietet sie dem Verarbeiter ein hohes Maß an Transparenz, sodass jederzeit der Überblick über die Produktion gewahrt werden kann. Der einfache Wechsel zwischen den Schüttgütern steht im Mittelpunkt der Steuerungstechnik.

Kosteneffizienz
Komfortabel und einfach

OPDwin ist eine Leitsystem-Software, mit deren Hilfe der Anwender komfortabel und einfach Wiege-, Misch- und Förderanlagen kontrollieren kann. Die Software ist plattformunabhängig, arbeitet auf unterschiedlichen Betriebssystemen und ist kompatibel zu verschiedenen Datenbanken. Ziel der Entwicklung der Leitsystem-Software war es, Transparenz in komplexe Prozesse und Arbeitsabläufe zu bringen. Daher sorgt die Software für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit aller Arbeitsschritte von der Anlieferung der Rohstoffe bis zum fertigen Endprodukt.

 

 

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Dipl.-Ing. Jürgen Opdenhoff