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Unter den 55 aufgeführten Firmen ist ein Unternehmen neu vertreten, das sowohl Farb- als auch Additiv- und Kombinations-Batches anbietet und sich damit in die Reihe der weiteren 38 Anbieter einfügt, die alle Produkt-arten im Angebot haben. Von den aufgeführten Firmen sind 49 Hersteller ihrer Produkte. Neun dieser Firmen vertreiben dazu Produkte anderer Hersteller wie sechs weitere, die ausschließlich Fremdprodukte führen. Die Herkunft dieser Produkte ist überwiegend angegeben.
Da das Herstellen von Eigenschaften bestimmenden, Qualität steigernden und sichernden Zuschlagstoffen ein selbst auf Qualität und Zuverlässigkeit basierender Vorgang ist, sind alle Firmen zertifiziert und dokumentieren so ihre Qualitätsfähigkeit. 54 Firmen haben die zugrunde liegenden Dokumente benannt.
Es überwiegt gering das Angebot an Additiv-Batches gegenüber den Farb-Batches. Bei fünf der Firmen sind nur Farb-Batches erhältlich. Zwei dieser Firmen liefern auch Kombinations-Batches. Acht Firmen konzentrieren sich auf Additiv-Batches. Auch hier haben zwei Firmen Kombinations-Batches im Angebot.
Beim überwiegenden Teil der Firmen sind sowohl Farb- als auch Additiv-Batches erhältlich und bei allen auch Kombinations-Batches, das heißt neben Additiv-Kombinationen auch solche mit Farben. Das sonstige Lieferangebot umfasst Flüssigfarben, Farbpasten, Lacke sowie auf besondere Werkstoffe ausgerichtete Produkte. Einige Firmen führen hier auch das Equipment zur Dosierung der angebotenen Produkte auf.
Einsatzbereiche für ihre Produkte sehen nahezu alle Firmen in allen Branchen. Daneben sind spezifische Anwendungen aufgeführt, die als Schwerpunkte der Firmen gesehen werden können, darunter Kunstleder für den Automobilbau, Schaum-Kunststoffe, PVC, ABS-Selbst-Einfärbung, Transportwesen, Verpackung, Spiel- und Haushaltswaren. Verarbeitbar sind die Produkte mit allen in der Kunststoff-Verarbeitung gängigen Verfahren, hier vor allem Spritzgießen und Extrusion und in geringerem Umfang auch Kalandrieren und Hohlkörper-Blasen. Weitere Verarbeitungs-Verfahren wie Gießen, Rotations-Formen oder Tiefziehen listet die Spalte „sonstige Verarbeitungs-Verfahren“ auf. Die Frage nach der Eignung der Produkte für dick- und dünnwandige Teile, vor allem von Bedeutung für das Einfärben, wird von allen Firmen positiv beantwortet, was bedeutet, dass für extreme Anwendungen Produkte bereitgehalten werden. Spezialitäten und sonstige Besonderheiten sind mit Anmerkungen erläutert. Darunter fallen Produkte für Laser-Markieren und -Beschriften, für Laser-Durchstrahl-Schweißen, für das homogene Einfärben transparenter Kunststoffteile, für flächige Teile wie Kofferschalen aus ABS, für Spinnfärbung und für Rotationsgießen.
Wie schon dargestellt, sind Träger-Materialien für die Produkt-Qualität und auch für das wirtschaftliche Fertigen dieser Produkte von wesentlicher Bedeutung. Sie sind mit den Additiven und Farbmitteln nach Einarbeitung Bestandteil des Produkts und nehmen auf Eigenschaften Einfluss, auf die die Additive nicht unbedingt abzielen. Um dies zu berücksichtigen, sind Universal-Batches und Batches mit polymer-spezifischem Träger erhältlich. Auf Unverträglichkeit mit Universal-Batches wird hingewiesen durch Anmerkungen zur Nicht-Einsetzbarkeit. Die Lieferbarkeit polymer-spezifischer Trägersysteme ist im Einzelnen aufgelistet.
Die Angebotsliste geht ausführlicher auf die Tätigkeits-Bereiche der Firmen ein. Dazu werden bei Farbmitteln weiße, schwarze und bunte Einfärbungen unterschieden. Nahezu alle Lieferanten, soweit sie Farbmittel liefern, decken das gesamte Farbspektrum ab. Ausschließlich Farbmittel für weiße Einfärbungen liefern zwei Firmen und für schwarze Einfärbungen und alle Grau-Abstufungen liefert eine Firma. Fünf Firmen weisen hier keinen Eintrag auf. Diese konzentrieren sich ausschließlich auf Additive. In der Auflistung der Additiv-Batches liefernden Firmen weisen drei keinen Eintrag auf. Bei diesen sind ausschließlich Farbmittel erhältlich. Bei der Beschreibung der Additiv-Batches erfolgte eine grobe Einteilung danach, ob sie Verarbeitungs-Hilfsmittel enthalten oder stabilisierende, flammhemmende oder antistatisch wirkende Additive. Bei den Additiv-Batches ebenso wie bei den Farb-Batches werden spezielle Produkte aufgeführt. Zu Kombinations-Batches weisen in einer weiteren Spalte Anmerkungen auf die verfügbaren Kombinationen hin. Ergänzt werden die Angaben zur Angebotsbreite mit der Auflistung erhältlicher Lieferformen. Hier überwiegen Granulate. Sie bieten die beste Gewähr dafür, dass die beim Aufbereiten in der Schmelze erzielte Zer- und Verteilung der Farbstoffe und Additive erhalten bleiben und den Fertigungsprozess vereinfachen. Daneben sind Flüssigfarben, Farbpasten, flüssige Additive und bei etwa der Hälfte der Firmen auch pulvrige Zuschlagstoffe erhältlich.
Die Angaben zur Verfügbarkeit und zu Abnahmemengen beziehen sich ausschließlich auf Farbmittel, was auf die ursprüngliche Ausrichtung dieses Blicks in den Markt zurück zu führen ist. Verdeutlicht werden sollte mit den Fragestellungen die Erfahrung, die aufgrund bewährter Rezepturen vorliegt und wie viele dieser Rezepturen lagergängig sind, also unmittelbar zur Verfügung stehen. Da vor allem Farb-Batches häufig kundenbezogen entwickelt werden, ist für den Interessenten natürlich die vom Lieferanten vorgesehene Mindest-Abnahmemenge von Bedeutung.
Lieferanten der Farb- und Additiv-Batches sind immer auch Berater ihrer Kunden. Dabei stellen sie umfangreich und nicht immer kostenfrei ihr Know-how zur Verfügung. Dieser Aspekt der Geschäfts-Beziehung findet seinen Niederschlag ausführlich in der Tabelle unter der Überschrift „Service“.

Entwicklungstrends

Wie schon im vergangenen Jahr stellt Clariant keine wesentlichen Trends bei Pigmenten und Farbstoffen fest. Dem entspricht auch die Zurückhaltung der übrigen Firmen, die zu diesem Bereich keine Angaben machten, außer, dass weiterhin der Trend besteht zur Herstellung dieser Rohstoffe in China und Indien, wie Granula mitteilt.
Einen weiteren Trend benennt Granula, der hin zu multifunktionellen Additiv-Batches führt. Dazu werden mehrere Additive mit unterschiedlicher Wirkung zusammen gebracht, wie zum Beispiel UV-Stabilisierung und Fließhilfe oder Gleitmittel und Antiscratch-Zuschlag. Diese Funktions-Konzentrate und Kombi-Systeme sowie auch Treibmittel-Systeme stehen weiterhin im Fokus der Industrie, wie Clariant mitteilt, wobei Laser-Konzentrate hier wie schon im Vorjahr nach wie vor im Vordergrund stehen.
Bei den Trägermaterialien verweist Ultrapolymers auf neue verbesserte PB-1-Typen mit sehr hohem MFR 200, die nicht peroxidisch gecrackt sind. Erreicht wird mit diesen Trägermaterialien eine sehr gute Dispergierung organischer Pigmente. Mit PP-Pulvertypen werden ein höherer Durchsatz und eine deutlich verbesserte Verteilung erzielt. Für die Herstellung von Medizin-Masterbatches kommen Purell-Typen zum Einsatz. Treffert verweist erneut auf Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, die unter der Bezeichnung Biopolymere als Trägermaterialien zum Einsatz kommen. Aufgrund des nach wie vor limitierten Angebots an Pigmenten und Farbstoffen konzentriert man sich weiterhin, wie Clariant berichtet, auf die Wahl des Träger-Systems und höher geladene Systeme oder spezielle Granulat-Formen. Eine begrenzte Mengen-Struktur führt auch Macomass an, die bei immer kürzeren Produkt-Lebenszyklen und damit immer vielfältigeren Farben zunehmend Bedeutung gewinnt. Es erfolgt eine Suche nach schnell auflösenden Träger-Rohstoffen, um weiterhin kürzere Zykluszeiten takten zu können bei gleichzeitig guter Homogenisierung der Farben im Kunststoff.
Hinsichtlich der Verarbeitbarkeit der Batches geht der Trend laut Granula wieder von den hochkonzentrierten Batches (0,5 bis 0,8 %) hin zu etwas höher dosierten Batches aufgrund der schwierigen Verhältnisse durch alte Maschinenparks, alte Schnecken und stark ausgereizte Prozesse mit kleinerem Verarbeitungs-Fenster. Es existieren aber nach Granula neuartige und patentierte Ansätze zur Reduktion der Zykluszeit. Dies wird mit hochfließenden Additiven erreicht, die jedoch nicht migrieren und die gleichzeitig die Produkt-Eigenschaften positiv beeinflussen. Auch die von Ultrapolymers dargestellte Verbesserung der Dispergierung bei Erhöhung des Pigment-Anteils oder des WPC-Holzfaser-Anteils bei PB-1-Trägermaterial kommt den Bestrebungen zur Zykluszeit-Reduzierung entgegen.
Bezüglich der Farb- und Effekt-Wirkung berichtet Macomass vom vermehrten Einsatz natürlicher Stoffe wie Holz- und Faserstoffe, um naturnahe Effekte am Werkstoff hervorzurufen. Bei den erzielten Farb- und Effekt-Wirkungen findet nach Clariant eine zunehmende Konsolidierung statt mit der Neigung, in den Gebrauchsgüter-Bereich einzugehen.
Zum Thema Wirtschaftlichkeit wird von Granula auf eine stark zunehmende Papierflut hingewiesen und auf Anfragen bezüglich Normen und Konformitäten der einzelnen Produkte.
Treffert verweist abschließend auf die Entwicklung von Farbkonzentraten mit UL 94 Zertifizierung für die unterschiedlichen Brandklassen und Polymer-Typen.

 

Entwicklungstrends
Leichtere Verarbeitbarkeit

Trägermaterialien für problemloses Einarbeiten der Zuschläge und Farbstoffe stehen im Vordergrund der Entwicklungs-Bemühungen. Angestrebt werden gute Dispergierung und höhere Durchsätze beziehungsweise kürzere Zyklus-Zeiten. Dazu wird nach schnell auflösenden Träger-Rohstoffen gesucht. Im Hinblick auf alte Maschinenparks, alte Schnecken und stark ausgereizte Prozesse mit kleinem Verarbeitungs-Fenster geht der Trend wieder zu etwas höher dosierten Batches. Neuartige und patentierte Ansätze, die sich auf hochfließende Additive beziehen, die außerdem nicht migrieren und die Produkt-Eigenschaften positiv beeinflussen, zielen ebenfalls auf die Reduktion von Zykluszeiten.

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Werner Hoffmanns