Was würden wohl das Christkind, der Osterhase oder der Nikolaus ohne den transparenten Klebefilm anfangen? Und kennen Sie nicht auch den Satz: „Das ist nicht schlimm, das kann man kleben“ – gefolgt vom Griff zum bunten Abroller? Wieviele Kinderbücher und Schulhefte sähen anders aus, gäbe es den Zauberfilm nicht, der fast unsichtbar die zerrissenen Teile wieder zusammenhält?
Kaum zu glauben, aber der aufgerollte Tausendsassa feiert dieses Jahr seinen 75. Geburtstag. Der erste transparente Tesa-Klebefilm kam 1936 auf den Markt. Laut Hochrechnungen wurden seitdem etwa 50 Milliarden Meter verkauft. Damit ließe sich die Erde am Äquator entlang etwa 1.250-mal umwickeln – unvorstellbar.

Ein Markenname wird zum Inbegriff des Klebefilms

Der Industriekaufmann Hugo Kirchberg bewies damals ein sicheres Gespür bei der Namenssuche. Auf Vorrat geschützt, schlummerte „Tesa“ in der Rechtsabteilung von Beiersdorf, zu der das
Unternehmen als 100-prozentige Tochter noch heute gehört. Die Sekretärin Elsa Tesmer hatte den Namen 1906 bei
einem Wettbewerb aus den Silben ihres Vor- und Nachnamens kreiert. Aus Kirchbergs Sicht war „Tesa“ für den Markenaufbau ein Glücksfall – kurz, einprägsam und international. Weltweit hilft Tesa in vielen Varianten beim Befestigen, Renovieren, Reparieren, Isolieren. Heute können Klebebänder sogar herkömmliche Fügetechniken wir Löten, Schweißen oder Schrauben ersetzen – zugegeben, diese Produkte haben dann nicht mehr viel mit dem transparenten Universalhelfer von der Rolle zu tun.
Mit der Inbetriebnahme einer Anlage für die Herstellung doppelseitiger Acrylat-Klebebänder gelang dem Hersteller im letzten Jahr ein kleiner Coup. Das Verfahren erlaubt die umweltschonende Produktion von Klebebändern mit besonders hohen Schichtdicken, starker Klebkraft und hoher Widerstandsfähigkeit – Voraussetzung für Permanentverklebungen in der Automobilindustrie, von Solar-Modulen oder Fassadenelementen. Zu den jüngsten Entwicklungen des Klebebandherstellers gehört aber auch ein umweltfreundliches Sortiment mit dem Eco Logo. Es steht für überwiegend recycelte oder biobasierte Rohstoffe, umweltfreundliche Verpackungen und eine lösemittelfreie Produktion.
Übrigens: Sollten Sie zu den 50 Milliarden verkauften Metern Klebefilm weitere hinzufügen wollen, das Internet bietet vielfältige Bastel- und Heimwerkeranleitungen.

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Christine Koblmiller