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Das dreidimensionale Polyamid-Einzelelement ist verblüffend einfach, schlicht und filigran. Erst bei der Konstruktion von Möbeln oder anderen Strukturen aus diesen Elementen ergibt sich auf Grund des ausgeklügelten Aufbaus eine außergewöhnliche Stabilität bei gleichzeitiger Flexibilität. Dies konnten die spiderweb-Objekte des Designers – beispielsweise ein Stuhl – bei ihrer ersten öffentlichen Vorstellung auf der K-Messe 2010 beweisen.

Jozeph Forakis kam im Frühjahr 2010 mit seinem spiderweb-Konzept auf den schweizer Polyamid-Hersteller EMS-Grivory zu und stellte sein Konzept vor, das ebenso einfach in der Gestalt wie vielfältig in seinen Gestaltungsmöglichkeiten ist. In nur wenigen Wochen wurden voll funktionsfähige Prototypen realisiert, mit denen im Anschluss das Design mit Festigkeits- und Steifigkeitssimulationen weiter verfeinert werden konnte. Für eine einfache und sichere Verbindung der Elemente untereinander entwickelte der Hersteller ein spezielles Rastkonzept. Zudem wurde der Herstellungsprozess mit Hilfe von Rheologiesimulationen optimiert.
Durch einfaches Zusammenstecken und Verriegeln einzelner Elemente lassen sich nahezu beliebig komplexe Objekte dreidimensional aufbauen. Die Strukturen bestechen durch Leichtigkeit und Eleganz. Spiderweb demonstriert eindrucksvoll die einzigartigen optischen und mechanischen Eigenschaften des transparenten Polyamids, Grilamid TR 90, das die Exklusivität der Skulpturen unterstreicht. Dank der so genannten „Dual-Mode-Structure“ können mit spiderweb ungewöhnliche Eigenschaften erzielt werden: In eine Richtung ist das Objekt flexibel, während es in eine andere Richtung völlig steif reagiert. Diese Eigenschaften nutzend bietet der „spiderweb chair“ einen besonderen Sitzkomfort. Während die Sitzfläche leicht nachgibt, bildet die Lehne eine stabile Stütze. Nach demselben Prinzip stabilisiert der „spiderweb-table“ Gegenstände, die darauf abgelegt werden.

Die Tragwerksmodule ermöglichen Netzstrukturen mit einem außerordentlich guten Verhältnis von Steifigkeit zum Gewicht. Erhebliche Vorteile ergeben sich auch in der Produktion: Zur Herstellung von großen Möbeln oder beliebigen anderen Strukturen reicht eine kleine Spritzgießmaschine, wie sie beispielsweise für die Herstellung von Handy-Covers ausreichend ist.

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Dieter Wirth