Veranstaltungen rund um’s Automobil haben heute einen anderen Focus. Hieß es früher „stärker und schneller“ stehen heute CO2-Ausstoß, nachhaltige Mobilität und alternative Antriebsquellen im Vordergrund. Die grüne Zukunft ist, 125 Jahre nach der Erfindung des Automobils, beherrschendes Thema. Der Mannheimer VDI-Kongress “Kunststoffe im Automobil” wird auch in diesem Jahr wieder über zahlreiche Entwicklungen informieren. Und in der Ihnen vorliegenden Ausgabe des Plastverarbeiter können Sie sich vorab schon auf dieses komplexe Thema einstimmen.

„Die Elektromobilität wird den Automobilbau nachhaltig verändern. Innovative Leichtbaukonzepte aus CFK-Verbundwerkstoffen, Kabelisolierungen für Hochvoltsysteme, Fahrzeugheizungen, Karosseriebauteile mit Folienüberzug und Verscheibungen mit integrierter Solartechnik erschließen für den Kunststoff völlig neue Anwendungen bei zukünftigen Fahrzeuggenerationen“, sagt der Leiter des Kongresses Prof. Dr. Rudolf C. Stauber von der Universität Erlangen-Nürnberg. Dabei stehe unter ökologischen Gesichtspunkten der automobiltechnische Leichtbau besonders im Vordergrund: „Er ermöglicht es, die heute weltweit geltenden Verbrauchszielsetzungen bestmöglich zu erfüllen.“

Mit einer wahren Innovationsoffensive starteten die deutschen Automobil-Marken auf dem Genfer Salon. „Wir erleben den Hochlauf der Branche, unterstützt durch die gute Entwicklung auf vielen Märkten: Die USA legen wieder deutlich zu, der asiatische Markt verfügt weiter über hohe Dynamik. Der westeuropäische Markt erholt sich von den Krisenzeiten. Und der inländische Auftragseingang ist mit einem Plus von 34 Prozent allein im Februar sehr erfreulich “, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der VDA-Pressekonferenz in Genf. Im Jahr 2010 habe die deutsche Automobilindustrie ihren Umsatz um mehr als 20 Prozent gesteigert und erwarte ein weiteres Plus im laufenden Jahr.

Wissmann betonte: „Das Rennen um die Mobilität von morgen hat gerade erst begonnen. Es ist ein Marathonlauf, kein kurzer Sprint. Dabei kommt es nicht darauf an, wer als erster startet, sondern wer als erster die Ziellinie erreicht.“ Die Diskussion über die Antriebe der Zukunft müsse technologieoffen geführt werden. Die deutsche Automobilindustrie setze sich für alternative Antriebe insgesamt ein, das heißt für Hybrid-, Elektro- und Wasserstofftechnologie inklusive der Brennstoffzelle. Welche Antriebsart sich auch immer langfristig durchsetzen werde – der Weg geht wohl in Richtung zum Null-Emissions-Fahrzeug.

Autor

Über den Autor

Martina Bechstedt