Bei der Vorstellung der Impuls-Studie „Lehren einer Krise“ durch den Präsidenten des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) Dr. Thomas Lindner wurde herausgestellt, dass es für den Maschinenbau kein simples „Weiter so“ gebe. Der Einbruch der Jahre 2008/2009 war so heftig, dass die Unternehmen vermutlich mit tiefgreifenden Konsequenzen reagieren werden, um zukünftig solchen oder ähnlichen Krisen besser begegnen zu können, hieß es. Zwar habe sich nach Lindner seit dem Sommer 2009 der Auftragseingang im Maschinenbau sehr gut erholt, jedoch liege er immer noch unter dem Niveau von 2008.

Die Unternehmen wollen und müssen, so ein Ergebnis der Studie, die die IW Köln Consult zusammen mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der Impuls-Stiftung des VDMA durchgeführt hat, flexibler werden und ihre Fixkosten weiter reduzieren. Sie müssen schneller auf Marktschwankungen reagieren können.

Bei den Einzelmaßnahmen zur Krisenprävention setzen die Maschinenbauunternehmen dabei sehr stark auf neue Produkte, die Konzentration auf ertragsstarke Produkte, Prozessverbesserungen und – vor allem die kleineren Unternehmen – auf den Aufbau finanzieller Reserven. Nach Einschätzung des VDMA-Präsidenten geht es den Unternehmen außerdem um noch mehr Nachhaltigkeit als bisher und langfristiges Wachstum. Gerade die Familienunternehmen, die die letzte Krise oft mit einem hohen Einsatz von Eigenmitteln gemeistert haben, so Lindner, ließen sich nicht von ihren langfristigen Zielen abbringen und setzen weiterhin auf den nachhaltigen Markterfolg.

Als besonders wichtig zur Krisenprävention bezeichnen 31 Prozent der Maschinenbauunternehmen eine Offensivstrategie. Dazu zählen die Stärkung der Innovationskraft und/oder Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung. An zweiter Stelle rangiert eine Pufferstrategie mit Erhöhung der Flexibilität und Verbesserung der finanziellen Vorsorge. An dritter Stelle steht die Defensivstrategie, wonach die Unternehmen mit einer Verringerung der Kapazitäten, einem vorsichtigeren Wachstum und Investitionszurückhaltung reagieren. (Lesen Sie dazu auch S. 50: Wo ist die Zukunft.)

Die Erfolgsfaktoren der Zeit vor der Krise werden wohl auch die Erfolgsfaktoren der Zukunft sein: Internationalisierung, Know-how, Differenzierungsfähigkeit und Netzwerke. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Bewältigung der vor Ihnen liegenden Aufgaben.

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Martina Bechstedt