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Die aktuellen Debatten zu den Fahrzeugkonzepten der Zukunft haben auch erheblichen Einfluss auf die Kunststofftechnologien, was sich auf den Vorträgen des VDI-Kongresses widerspiegelt: „Die Elektromobilität wird den Automobilbau nachhaltig verändern. Innovative Leichtbaukonzepte aus CFK-Verbundwerkstoffen, Kabelisolierungen für Hochvoltsysteme, Fahrzeugheizungen, Karosseriebauteile mit Folienüberzug und Verscheibungen mit integrierter Solartechnik erschließen für den Kunststoff völlig neue Anwendungen bei zukünftigen Fahrzeuggenerationen“, sagt der Leiter des Kongresses, Prof. Dr. Rudolf C. Stauber von der Universität Erlangen-Nürnberg. So findet sich im Kongressprogramm beispielsweise ein Themenblock mit drei Vorträgen über kohlenstoff-faserverstärkte Kunststoffbauteile (CFK): Porsche berichtet über CFK-Anwendungen in seinem Unternehmen, BMW über die Lebensdauerberechnung hochbelasteter Composite-Strukturbauteile und Audi stellt die nächste Generation automobiler Leichtbauwerkstoffe vor.

Das überwiegend zweizügige Programm bietet insgesamt 29, in der Regel halbstündige Vorträge zu den Themenblöcken Interieur (6), Exterieur (6), CFK (3), Motor (3), Technologien (2) und Nutzfahrzeug (2) sowie sieben Plenarvorträge. Die Referenten der Themenblöcke kommen ganz überwiegend von Automobil- und Nutzfahrzeugherstellern (VW, Audi, Opel, Daimler, BMW, Ford, Porsche, Renault, MAN, Evobus) und im geringeren Maß von Zulieferern wie Bayer Materialscience, Voestalpine Plastic Solutions, Lyondell Basell oder auch Mann + Hummel. Bei den Plenarvorträgen mischen neben den Automobilherstellern auch Universitätsinstitute mit. Einen der beiden Eröffnungsvorträge hält Rita Forst, Vice President GME Engineering zu „Future trends in the automotive business“.
Nach Einschätzung von Prof. Stauber „stehen heute sowohl bei PKWs als auch bei Nutzfahrzeugen eine bestmögliche Energieeffizienz, die Erfüllung von weltweiten Sicherheits- und Emissionsstandards, designtechnische Anmutung, Individualisierung sowie hohe Funktionalität besonders im Vordergrund“. Neue Interieur-Konzepte im Pkw- und Nutzfahrzeugbau seinen „wesentlich geprägt durch hochwertige Kunststoffoberflächen in Kombination mit Echtdekoren, griffsympathische Bedienelemente sowie kunststoffbasierte Anzeigeeinheiten mit integrierten tageslichtabhängigen Lichttechniken“. Stauber weiter: „Im Exterieur leisten Kunststoffe wichtige Schrittmacherdienste für den automobiltechnischen Leichtbau, beispielsweise in Form von Karosserieanbauteilen. Das besondere Potenzial für den Kunststoff bei diesen Anwendungen liegt vor allem in der flexiblen Formgebung auch für Kleinserien, der Integration von transparenten Teilstrukturen und in der Gestaltung von markenprägenden Leuchten-Systemen. Bei Motoranbauteilen, motornahen Luftführungssystemen, Motorgeräusch-Kapselungen, aerodynamischen Unterflurverkleidungen und Tanksystemen ermöglichen Kunststoffe technisch maßgeschneiderte und besonders wirtschaftliche Systemlösungen. Die Elektromobilität der Zukunft wird den Automobilbau nachhaltig verändern.“

Die begleitende Fachausstellung des Automobil-Kongresses ist ein weiteres Highlight der Veranstaltung. Im Foyer des Kongresszentrums stellen etwa 80 Unternehmen innovative kunststofftechnische Lösungen für die Auto-mobilindustrie vor. Die Ausstellung umfasst Werkstoff- und Bauteilentwicklungen, Bauteilberechnung und -simulation, Serienbauteile für Innen- undAußenbereich, Ingenieurdienstleistungen sowie den Werkzeug-und Formenbau. Der Autosalon präsentiert neueModelle und Highlights der Automobilindustrie.

Fachkongress
Kunststoffe im Automobilbau

Termin: 6. und 7. April 2011
Ort: Mannheim, Kongresszentrum Rosengarten
Öffnungszeiten: 8 bis 20 Uhr (Mittwoch, 6. April), 8 bis 15:30 Uhr (Donnerstag, 7. April). Pre-check-in am Dienstag, 5. April zwischen 18 und 21 Uhr im benachbarten Dorint Kongress-Hotel
Konferenzsprachen: Deutsch und Englisch (mit Simultanübersetzung)
Veranstalter: VDI-Wissensforum

 

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Dieter Wirth